andere Länder…

… andere Sitten und Besonderheiten. Einige Dinge wundern den Reisenden, andere bezaubern den Besucher und über manches schütteln viele Menschen den Kopf oder schmunzeln verzückt, wenn sie sich an die eine oder andere Eigenschaft des Landes erinnern. Also kommt hier der etwas andere Blick auf die Länder:  

Australien (2009 und 2013):
Australien ist eines der entspanntesten Länder der Welt. Alles ist „very laid back“ und frei in Down Under. Während man in deutsch Parkanlagen überall auf Schildern liest „Rasen betreten verboten“ wird man hier sogar noch dazu aufgefordert. Oder es wird sogar darum gebeten, dass man Bäume umarmen soll, wenn man das möchte.

  • Gefahren natürlicher Art: Damit ist nicht der Angriff auf europäische Gaumen – der nationale Brotaufstrich Vegemite – gemeint, sondern genauso hinterlistige Fauna. In Australien findet man fast alle der giftigsten Tiere der Welt. 17 der 20 gefährlichsten Giftschlangen im Outback oder auch einfach giftige Spinnen in den Vorgärten Sydneys.
  • Gemütlichkeiten natürlicher Art: In Australien findet man auch einige der bequemsten Tiere der Welt. Während Possums wenigstens noch durchs Badezimmerfenster steigen und sich an den verdutzten TV-schauenden Menschen auf dem Sofa vorbei zum Katzenfutterschälchen IM Haus begeben, bewegen sich Koalas so gut wie gar nicht, um die Eukalyptusbäume leer und sich selbst in einen ordentlichen Dösigkeits-Zustand zu fressen.
  • Alkohol (=Booze): Im Gegensatz zu den Koalas begeben sich die Menschen für ihren Rausch zumeist zu öffentlichen Picknickplätzen, auf den Balkon zum BBQ oder ins Hotel.
  • Hotel: Hier bedeutet Hotel nicht zwangsläufig, dass man dort auch übernachten kann, sondern dass man dort trinken und vor allem auch auf Pferde- oder Windhundrennen wetten kann. Denn auch wenn’s Hotel genannt wird, ist es eigentlich ein Pub. Und wer hier droht, auf dem Tisch einzuschlafen, fliegt eh’ vorher raus.
  • Wenn’s so ist, ist es so…: und wenn’s mal nicht so läuft, dann geht’s auch. Wenn man z. B. wegen Trunkenheit aus dem einen Pub rausfliegt, geht man halt in den nächsten.
  • Toughen Up: eines der wichtigsten Worte, das Nicht-Aussies oder auch selten vorkommenden australischen Weicheiern entgegengeschmettert wird. Nicht wehleidig sein ist den Australiern schon sehr wichtig. Und wer nicht mehr trinken kann oder wem beim Surfen das Wasser zu kalt oder die Wellen zu hoch sind, muss halt härter werden und entsprechend leiden.
  • Sport: Australische Sportarten sind dann auch der Inbegriff des Toughen Up. Wenn einem beim Australischen Fußball der Brustmuskel abgerissen wird, ist das halb so wild und auch die anderen Sportarten wie Rugby sind nicht gerade zimperlich. Sogar beim Cricket kann man mit einem gebrochenen Fuß vom Feld gehen, wenn einem der Ball mit 150km/h die Knochen zertrümmert.
  • Preisniveau: Hier ist es durchaus üblich für die Kita über 80,-€ pro Tag und Kind auszugeben oder für ein Bier 7,-€ zu zahlen. Von Mieten in Großstädten gar nicht zu reden. Was in Deutschland in vielen Städten eine Monatsmiete ist, musst Du hier pro Woche abdrücken. Da hilft nur ein guter Job, Lotto oder eine großzügige Oma zu Weihnachten.
  • Weihnachten: Weihnachten ist nicht, wenn am Tannenbaum die Lichtlein brennen oder die Luft Lebkuchenduft-geschwängert ist, sondern wenn die Zikaden und Grillen laut zirpen und die Surfer Wehnachtsmann-Mützen tragen. 

 

Brunei (2013):
Ein wirklich widersprüchliches, z.T. chaotisches, aber auch irgendwie liebenswertes Land mit viel Öl, keinem Alkohol und einer kleinen Quallenplage in der Hauptstadt.

  • Der Sultan: Der wichtigste Mann, ohne den hier gar nichts läuft. Ob die Waisen 1.200,-€ zu Hari raya geschenkt bekommen, die Einwohner keinen Strom und Gas bezahlen müssen oder das Benzin nur 0,20€ kostet. Er macht’s möglich.
  • Bauruinen: Erstaunlicherweise ist aber anscheinend nicht immer genug Geld da, um Gehwege Loch-frei zu halten oder angefangene Bauruinen fertig zu bauen. Und das in einem der reichsten Länder der Welt.
  • Unorganisiertheit: Auch unvorstellbar in einem solch reichen Land ist, wie unorganisiert sie sind. Der Bus fährt nach Gutdünken mal hier, mal dort ab. Der Hostel-Rezeptionist kommt mal dann und mal wann anders. Busse fahren nur bis 18:00 Uhr und Banken nehmen längst nicht jede ausländische Karte.
  • Reichtum durch Öl: Hier kommt alles vom Öl und das wird z. T. sogar im Vorgarten gefördert. Ob die Lichter ausgehen, wenn mal kein Öl mehr da ist, kann man nicht sagen. Alternative Geschäftsmodelle oder Einnahmequellen habe ich nicht wirklich gesehen. Und bei den geographischen Kenntnissen der eigenen Fluggesellschaft würde ich mich auch weiter aufs Öl verlassen. Hier klicken.
  • Naturbelassen: Man glaubt es kaum, aber trotz der Erdölförderung bemerkt man einen deutlichen Unterschied, sobald man über die Grenze von Malaysia nach Brunei fährt. Keine Palmölplantagen mehr, sondern naturbelassener Urwald. Nur ab und zu blitzt dort mal eine kleine Pipeline aus dem Grün, die man aber kaum bemerkt.
  • Einreise: o.k., für den abgefahrenen Stempel-Marathon sind sie nicht alleine verantwortlich. Aber freundlicher lächeln als die Malaysier tun sie  die in weiße Kopftücher gehüllten Immigration-Beamtinnen.

 

China (2005 und 2013):
Viel zu groß und zu zahlreich ist das Land und seine Bevölkerung, als dass ich hier ein vernünftiges Bild zeigen kann. Aber 2005 im Süden und 2013 im Norden haben mein Bild schon ein wenig geprägt.

  • Rotzen: Es kommt ein dumpfes Grollen von ganz unten aus dem Bauch, zieht sich langsam nach oben und fliegt im hohen Bogen auf die Straße. Chinesen sind definitiv Freunde des gesunden Rotzens.
  • Happy Ending: Ich habe es in der Praxis nicht überprüft. Aber es wird gemunkelt, dass Friseurinnen in Salons, die durch ein rotierendes silbernes Schmuckelement vor der Tür erkennbar sind, nicht nur die Haare schneiden, sondern sich auch hingebungsvoll um andere Körperteile kümmern. Allerdings macht es mich stutzig, dass jeder Friseur so ein Drehteil draußen hat…
  • Schlitz-Hosen: Eine der praktischsten Sachen in China. Kleinstkinder haben eine Hose, die hinten einen Schlitz hat. Sobald sie hocken, gibt es einen Freilufthintern. Damit ist jedes Geschäft schnell verrichtet und die Kinder werden i.d.R. noch vor ihrem ersten Geburtstag „stubenrein“.
  • Überwachungskameras: Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Überwachungskameras gesehen, wie in Peking. Alleine auf dem Platz des Himmlischen Friedens ergab unsere erste grobe Schätzung ca. 4.000 Kameras. Da an jeder Ecke mindestens eine hängt, kommen sie alleine im Stadtkern sicher auf zwei bis drei Millionen.
  • Großstädte: Peking liegt jetzt bei 23 Mio., Shanghai bei 26 Mio., aber wer kennt die Größte? Es ist Chongqing, wo über 30 Mio. Menschen auf einer Fläche ingefähr so groß wie Österreich leben. Unglaublich sind auch die Trabantenstädte, die zwar für normale Arbeiter unerschwinglich sind, aber weiter rund um alle Großstädte wie Pilze aus dem Boden schießen.
  • Frühsport: In den Städten wird gemeinsame Aktivität groß geschrieben. Ob im Paar- oder Massentanz, Chor gegen Chor ansingen, Musizieren, Tai Chi, Tischtennis, Frühsport … überall sieht man sie in großen und kleinen Gruppen.
  • Aliens: Hier werden Ausländer offiziell als Aliens bezeichnet. Dort lebende Ausländer bekommen einen Alien-Ausweis. Besucher dieser Expats müssen sich lediglich bei der Alienbehörde registrieren lassen.
  • Hutongs: Noch gibt es sie, die keinen Straßen Pekings, die sich zu einem alten Viertel mit eigenem Leben fernab der großen Autos, der riesigen Hochhäuser und den modernsten Handys. Hier zeigt sich, wie weit die Arm-Reich-Schere auseinander klafft. Winzige Wohnungen, keine Küche und Bad. Das Klo ist öffentlich und befindet sich gegenüber auf der anderen Straßenseite.
  • Parkplatznot: Man sieht kaum noch Fahrräder, was bedeutet, dass die, die es sich leisten können, aufs Auto umsteigen. Das sind inzwischen so viele, dass es keine Parkplätze mehr gibt. Zudem sind es viele SUVs, die zwei ursprüngliche Parkplätze für sich beanspruchen.
  • Smog: Zu viele Autos bedeuten auch extrem viel Smog. So viel, dass Fahrzeuge mit bestimmten Endziffern des Kennzeichens an bestimmten Tagen nicht fahren dürfen. Die stehen dann rum und sehen nach nur einem Tag aus, als wären sie schon seit zwei Jahren abgemeldet am Straßenrand. Dabei hat sich nur der Staub eines Tages darauf niedergelegt.
  • Hupen: Ein erstaunliches Land. Während wir in Deutschland mit entsprechenden Verbotsschildern jegliches Hupen unterbunden wird, gibt es hier GEBOTS-Schilder, dass man hupen MUSS.

 

Indien (2013):
Besser gesagt nur Nordindien, was deutliche Unterschiede zum Süden aufweisen soll. Und der Norden ist vor allem von Hektik, nervenden Verkäufern bzw. Rikshaw-Fahrern und fettigerem Essen geprägt. Aber trotzdem kann man wunderschöne Landschaften, leckeres Essen und viel Kultur genießen.

  • Inzestuöse Hunde: Wie schon in Nepal und auf einzelnen Inseln der Philippinnen erkennt man hier: Es muss einen Gottvater der Hunde geben. Alle scheinen von einem Ur-Hund abzustammen. Lediglich die Farbe unterscheidet sich manchmal.
  • Kühe: Es ist definitiv kein Klischee, dass man in Indien ständig Kühe sieht. Sie liegen auf der Straße rum und verstopfen sie. Mit ihrer schieren Präsenz genauso wie mit ihren Hinterlassenschaften.
  • Der Duft Indiens: Die Kuhscheiße kombiniert mit dem Müll in den Gassen und verbrennendem Plastik ist das wirklich Atemberaubende in Indien. Das ist ein Duft, den man so leicht nicht aus dem Hirn verbannen kann – ähnlich wie der spezielle Duft Boliviens, den man immer im Kopf haben wird.
  • Religion: Inmitten des Drecks und Gestanks findet man überall Menschen, die das alles nicht stört. Sie nehmen rituelle Waschungen im Ganges vor, stehen stundenlang barfuß in den dreckigen Gassen an um in den Tempel zu kommen und nehmen unglaubliche Reisestrapazen auf sich, um den Toten die Bestattung im Ganges zu ermöglichen. Begleitet werden sie moralisch von unendlich vielen Sadus, Gurus und sonstigen – echten und falschen – Priestern, die das Straßenbild recht bunt prägen.
  • Diwali: Beim Lichterfest Diwali lassen sie es krachen. Das „Weihnachten Indiens“ ist vor allem für Kinder großartig. Sie zündeln Feuerwerk, was das Zeug hergibt. Das Alter spielt dabei keine Rolle – selbst vierjährige lassen es ohne Aufsicht eines Erwachsenen ordentlich rauchen und krachen.
  • Bahnfahren: Besonders während Diwali ist es nahezu unmöglich, ein Ticket zu ergattern. Trotz sieben (!) verschiedenen Klassen und diversen Quotas („Spezialkontingenten“), die einem Touristen noch Hintertürchen für den Ticketkauf öffnen. Offene Türen werden hingegen auch nach Diwali noch genutzt, um in Massen noch in die abfahrenden Züge zu springen. Manch einer nimmt auch das offene und wenigstens unvergitterte Notausgangsfenster.
  • Händler: Fährt man im Zug in der Sleeper-Class ist tiefer Schlaf nur bedingt möglich – meist wegen der Teeverkäufer, die in Minutenabständen die ganze Nacht „Chai, Chai, Chai, Chai“ rufend durch den Zug laufen. Natürlich gibt’s das Ganze noch mit Wasser, Suppe oder Snacks. Außerhalb der Züge sind sie noch nerviger, da jeder Dich in seinen Laden holen will und das nicht erwünschte „Verkaufsgespräch“ mit „yes!!!“ oder „Which Country?“ beginnt.
  • Rikshawfahrer: Sind genauso nervig wie die Händler. Und so sinnlos fragend. Gehst Du mit Deinem Rucksack Richtung Bahnhofseingang fragen sie noch „Rikshaw, Mister?“. Und wenn Du dann mal eines brauchst, wollen sie Dich natürlich über’s Ohr hauen. Also immer handeln, manchmal sogar bei denen mit Taxameter, die nämlich auch nicht immer ganz korrekt „bedient“ werden.
  • Hupen: Einen ganz großen Anteil am unglaublichen Lärmpegel im Straßenverkehr haben o.g. Auto-Rikshaw-Fahrer. Wie andere Verkehrsteilnehmer wie besonders Busfahrer nehmen sie den Finger NIE von der Hupe. Von einem „Warnsignal“ kann in Indien nur noch bedingt gesprochen werden, es ist eher ein Motorgeräusch begleitendes Suchtmittel der Fahrer.

 

Indonesien (1994 und 2013):
Dieses Land ist einfach zu groß und zu verschieden, um jeder Insel mit Charakteristika gerecht zu werden. Je nach Religion, Entwicklungsstand, „Tourismusverseuchung“ sowie lokalen Kulturen und Riten präsentiert sich eigentlich jede Insel anders. Heute wie vor 19 Jahren.

  • Geld: Hier ist fast jeder Arbeitnehmer ein Millionär. Denn derzeit steht die Rupie ungefähr bei 100US$ für 1.000.000 Rupien. Somit ist auch eine Hausangestellte, die 80,-€ i Monat verdient, eine Millionärin.
  • Arbeitsmoral: Unterstellt man nun Millionären (s.o.) einen Hang zur Trägheit, weil sie soviel Geld haben, könnte dies eine Erklärung sein. Oft herrscht die Meinung „Mach’s ich nicht, macht’s morgen vielleicht wer anders“. Gilt natürlich auch wieder nicht pauschal, aber viele lassen sich einfach Zeit für ihr tägliches Arbeitspensum. Wiederum andere schuften schwer: Wer z.B. auf Flores gesehen hat, wie sie per Hand Stein für Stein beim Straßenbau heranschaffen oder sich den Rücken beim Reisanbau verbiegen, weiß wie hart auch gearbeitet werden kann.
  • Duschen: Die Dusche ist immer mehr im Vormarsch. Aber auch das klassische indonesische Mandi ist noch oft zu finden. Ein großes mit Wasser gefülltes Becken und ein Schöpfeimerchen mit Henkel, aus dem man sich das Wasser über den Kopf schüttet. In den Bergregionen von Flores kann dies morgens etwas zu erfrischend sein. Überhaupt bevorzugt man in Flores eher kalt. Für viele Flores-Reisende bleibt ein Bad im Wasserfall der heißen Quellen die einzige heiße Dusche.
  • Shopping Malls: Kalt ist es auch in den Shopping Malls. Dem beliebtesten Reiseziel der Indonesier. Sie können ganze Tage darin verbringen, ohne sich allzu viel zu bewegen.
  • Essen: Es ist deutlich teurer geworden, in Indonesien satt zu werden. Die Portionen sind kleiner, aber dafür teurer geworden. Man kann auf diesen Inseln aber auch ein halbes Vermögen in den Luxushotels loswerden. Selbst in einfacheren Lokalen auf den Touristeninseln zahlt man für einen ordentlichen, aber einfachen Fisch schon mal 8US$. Trotzdem eine Alternative, wenn man den alltäglichen Nasi Goreng (gebratener Reis) und Mie Goreng (gebratene Nudeln) einmal entfliehen möchte.
  • Schnorcheln/Tauchen: Ich bin kein Taucher, aber Indonesien bietet v.a. auf Sulawesi, Komodo und Flores einige der angeblich besten Tauchreviere der Welt. Und was ich beim Schnorcheln gesehen habe, kann locker mit dem Great Barrier Reef in Australien mithalten, wenn es nicht sogar besser war.
  • Komodo-Warane: Sie sind schnell, sehen furchterregend und ein bisschen wie kleine Dinosaurier aus, fressen während der Paarungszeit nichts und verspeisen sogar den eigenen Nachwuchs. Der lebt allerdings genau aus diesem Grund in den ersten drei Lebensjahren in Baumwipfeln, bis er groß genug ist, sich gegen die Großen zu wehren.
  • Hähne: Überall sieht man umgedrehte Körbe vor den Häusern stehen und das Schlimmste daran: Sie beschweren sich den ganzen Tag lautstark darüber.
  • Hilfsbereitschaft: Zumindest auf Flores trifft man sie fast überall. Wie z.B. ein zufällig angehaltener Mopedfahrer, der sich für uns drei Stunden auf die Suche nach einer Schraube für unsere kaputten Bremsscheiben begeben hat, während uns die beiden Alten eine Sirsak-Frucht vom Baum holten und schenkten.

 

Japan (2013):
Japan war eigentlich gar nicht auf dem Plan. Das wäre eine Schande gewesen. Ein grandioses Land zwischen Tradition und Moderne. Sehr ähnlich wie die Schweiz: Alle Züge fahren pünktlichst, kein Müll auf den Straßen, sehr disziplinierte aber äußerst höfliche Menschen, teuer und wunderschöne Natur. 

  • Automaten: Es ist kein Klischee, Du kannst nahezu alles aus dem Automaten kaufen. Pommes genauso wie Eiscreme. Das wenigstens in getrennten Geräte wohingegen Eiskaffee und heißer Kaffee (beides in Dosen) aus dem gleichen Automaten kommen. 
  • Verkleidete Menschen: o.k., nur in Tokio, aber dafür dort umso mehr. Schulmädchen, Comic-Ärzte, Mangafiguren und sonstige Animes werden real. 
  • Exzentrisches Modebewusstsein: Hier trägt wirklich jeder, was er mag. Und die Läden, in denen man das kaufen kann, sind absolut sehenswert. 
  • Traditionelles Modebewusstsein: Sieht zwar auch verkleidet aus, ist aber durchaus real gelebte Tradition. Zum Besuch im Tempel putzt man(n) und frau sich gerne mit Kimono und Holzschlappen raus. 
  • Nicht-menschliches Modebewusstsein: die Tiere dürfen dem nicht nachstehen. Ob blau gefärbter Irokese, ob mit Yves-Saint-Laurent-Halstuch im Kinderwagen oder mit den gleichen roten Stulpen wie Frauchen auf dem Berg – der Hund darf auch gewagt aus der Tür treten. 
  • Niedrige Türen: Durch die Tür treten ist für den durchschnittlichen Mitteleuropäer manchmal durchaus schmerzhaft. Die Türen haben oft nicht unbedingt deutsches Gardemaß. 
  • Schuhe aus: Da hilft’s auch nichts, dass man ein paar Zentimeter Sohle einspart, denn in jedem Haus gilt „Schuhe aus“. Überall stehen aber Schlappen bereit. Über Fußpilz sollte man einfach nicht nachdenken. 
  • Toiletten: Wirklich ein paar nette Erfindungen haben sie für’s Klo, die Japaner. Ob beheizbare Brille, Temperaturregler für den Rosetten-Fön oder den Sound-Knopf für das Spülgeräusch für verschämte Benutzer. Sie haben an fast alles gedacht. Sogar das Spülwasser kann man vorher noch zum Händewaschen benutzen. 
  • Convenience-Stores: Supermärkte findet man kaum. Anscheinend kauft jeder nur bei 7Eleven – übrigens eine japanische Erfindung – oder seinen zahlreichen Pendants ein. Es gibt alles hier: vom heißen Snack über heiße dreckige Pornoheftchen und –comics bis hin zu hartem Alkohol und Lotto-Automaten. 
  • Geldautomaten: Auch Geld bekommt man am besten gleich im 7Eleven. Denn nur dort und bei den Bankomaten der Post gibt’s mit ausländischen Karten auch Geld. Aber Vorsicht: Die Post-Geldautomaten werden über Nacht geschlossen und bleiben auch am Sonntag dicht. 
  • Automaten-Restaurants: auch Fast-Food-Restaurants vertrauen auf Automaten. Statt Kassenpersonal gibt’s eine Maschine, bei der Du das Gericht in der richtigen Größe mit den richtigen Zutaten für den richtigen Preis auswählst und dann gibst Du den Bon dem Koch. 
  • Höflichkeit und Danken: Kauft man nicht vom Automaten, sondern bei realen Menschen, kommt nicht etwa ein simples „Bitte“ auf Dein „Danke“ zurück. In manchen Läden kann es vorkommen, dass das Personal ungefähr eine halbe Minute lang Höflichkeits-Dankesfloskeln abspult. Da bist Du normalerweise schon lange draußen aus dem Laden, wenn sie fertig sind. 
  • Fanfaren: Nicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern z. B. auf dem Land auch zu bestimmten Uhrzeiten. Wie beispielsweise um 17:00 die lange Musik als Erinnerung für die Kinder, dass es bald dunkel wird und sie nach Hause gehen müssen.

 

Malaysia (2013):
Deutlich muslimischer geprägtes Leben als sein Nachbar Indonesien bietet Malaysia. Selbst im Urwald von Borneo. Aber nur der erste Eindruck von etwas zurückhaltenderen Einwohnern mit weniger Lächeln lässt eine weniger herzliche Haltung gegenüber Fremden vermuten. Das löst sich bei engerem Kontakt wieder auf.

  • Hawker/Food Courts: Wie auch in Singapur gibt es sie. Nur, dass hier oft von „world famous tralala“ gesprochen wird. Eine einzigartige Note muss man sich im Vergleich zum reichen Nachbarn wohl zulegen.
  • Brauereien: Vielleicht sind sie auch neidisch, weil Singapur eigene Brauereien hat, Malaysia sich aber lediglich auf dänische Abfüllungen berufen kann.
  • Automarken: Dafür haben sie eigene Automarken, von denen nur wenige in Europa gehört haben dürfen. Die bekannteste ist Proton, die mit Hilfe von Mitsubishi mal einen kurzen Anlauf auf den europäischen Markt genommen haben, sich dann aber mit ziemlichen Erfolg auf den heimischen Markt zurückgezogen haben.
  • Reparaturen: Sollte doch mal was kaputt gehen (meist an den importierten Modellen) finden sie einfache Reparaturmöglichkeiten. Die Beste war tatsächlich der Scheinwerfer, der in eine Cola-Dose eingebaut war.
  • Exklusive Mode: Man erwartet es kaum, aber es gibt sehr viele coole Modeläden und kleine Mode-Designer, die die oft etwas eintönige – da religiös geprägte – Kleidung der Einheimischen ein wenig aufpeppen.
  • Stofffreie Hostels: Wahrscheinlich gehen alle Textilien in exklusive Läden. In den meisten Hostels bekommt man kein Handtuch und auch keine Bettlaken zum Zudecken, von richtige Decken mal ganz zu schweigen. Also alles schön selber mitnehmen!
  • Tage der offenen Tür: Ob dies in Privathäusern auch so ist, konnte ich nicht prüfen. Aber Hari Raya zum Ende des Ramadans bietet die Gelegenheit, einfach in fremde Häuser zu laufen und essen und trinken zu bekommen. In Regierungspalästen wird dies von der Bevölkerung beispielsweise gerne angenommen.
  • Luxusbusse: Fast jeder Bustrip findet in einem ziemlichen Luxusbus statt. Oft mit Schlafsesseln, immer mit Mineralwasser und manchmal auch mit Zahnbürste.
  • Kaffee: Vor allem in Sarawak bekommt man zwar meist auch löslichen Kaffee, aber man kann auch genialen Kaffee aus heimischer Produktion bekommen. Zum Teil auch einfach frisch im Laden gebrüht (wie z. B. in dem kleinen Kaffeeladen in der Jalan Carpenter in Kuching)
  • Antwort auch bei keiner Ahnung: wenn man z. B. o.g. Laden sucht, nicht drauf verlassen, dass der Gefragte auch wirklich weiß, was er sagt. Meist geben sie lieber irgendeine falsche Antwort, als zu sagen, dass sie keine Ahnung haben. Kann mit der Zeit etwas nerven, wenn man schon dreimal in der falschen Richtung unterwegs war. Aber hilfsbereit sind sie fast immer, auch wenn sie nicht so viel und offen lächeln.

 

Mongolei (2013):
Ein weites und vor allem schönes Land, wenn man die Hauptstadt und deren Schlagloch-Chaos verlässt. Weite soweit das Auge reicht und Natur pur. Mittendrin das nicht mehr ganz so karge Nomadenleben, das man in den Jurten unbedingt erleben sollte.

  • Schlaglöcher: Der Staßenbau ist faszinierend. Die Firma bekommt den Auftrag und das Geld. Das wandert zum Großteil in die Eigentümertaschen, der einen Subunternehmer beauftragt. Da passiert das Gleiche. Irgendwann baut dann wirklich jemand etwas Straßenähnliches. Allerdings so miese Qualität, dass nach kürzester Zeit die Schlaglöcher auf der Asphaltstraße wieder so schlimm sind, dass man sich lieber auf den Staubstraßen bewegt.
  • Hammel: Zum Frühstück Nudelsuppe mit Hammel, zum Mittagessen Teigtaschen mit Hammel (gedämpft oder frittiert) und am Abend ein paar Hammelrippchen. Ein durchaus normales mongolisches Tagesmenü. Und zwar sieben Tage die Woche.
  • anderes Fleisch: Bei den Nomaden wird der Hammel öfter durch Lamm oder Ziege ersetzt. Meist in Form von getrockneten und gesalzenen Beinen, die dann später erst mit einem Hammer malträtiert werden, um das Fleisch wieder geschmeidiger zu machen und dann in der Suppe verschwinden.
  • Milch: Die kommt in allen Variationen vor und kommt auch in alles rein. Bevorzugt in den Tee auf dem Ofen. Gesalzener Milchtee wird Dir in jeder Jurte angeboten. Je nachdem in welcher Region Du bist und welche Viehherde die Nomaden haben, kommt Ziegen-, Kuh-, Schaf- oder Yakmilch rein. Yakbutter ist angeblich zu fett für westliche Mägen, genauso wie Yakjoghurt. Aber lecker. Nur der getrocknete Krümelkäse ist etwas gewöhnungsbedürftig.
  • Dung: Irgendwomit muss man den Ofen für den Milchtee ja befeuern, wenn es kein Holz gibt. Also wird bevorzugt getrockneter Kameldung genommen. Der Brennwert ist erstaunlich gut.
  • Anderer Dung: für die menschlichen Bedürfnisse gibt es abseits der Jurten meist einen kleinen Holzverschlag mit Loch im Boden und herrlichem Panoramablick. Da bekommt der Stuhlgang im Winter eine ganz besondere Herausforderung und im Sommer eine ganz besondere Duft-Note.
  • Gastfreundschaft: In der Wüste ist es bei den Nomaden üblich, Gäste hereinzubitten und sie auch klaglos über Nacht oder Nächte hinweg zu beherbergen. Es wird zusammengerückt im Zelt und das eine der drei Betten für Gäste bereitgehalten. Egal, wer und wann jemand kommt, er wird aufgenommen.
  • Sprache: Mongolen klingen immer ein bisschen sauer. Und es klingt ein bisschen nach Halskatarrh. Dabei sind sie meist gesund und freundliche gestimmt, es ist einfach nur die Sprache, die so wild klingt.
  • Modernes Nomadenleben: Solarpaneele, Handys, Flachbildschirme. Auch in den traditionellen Jurten hat die Moderne Einzug erhalten. Und die Ziegen werden oft mit dem Motorrad statt mit dem Pferd gehütet.
  • Modernes Mönchleben: Erst seit 1990 wird die Religion im Land wieder langsam aufgebaut. Sowohl die Klöster, als auch das Mönchsleben. Das erklärt vielleicht das Moderne: Sie telefonieren mit dem Handy, rauchen und sprechen mit Frauen. Das erscheint einem wenig buddhistisch…
  • Traditionelles Leben: Selbst in der Hauptstadt, in der 1/3 aller Mongolen lebt, sieht man Menschen in traditioneller Kleidung. Und eine Menge Jurten mitten in der Stadt. Alles inmitten eines absolut chaotischen Verkehrs mit erstaunlich vielen modernen und teuren Autos.
  • Strom- und Wassersperre: Auch in der Hauptstadt werden Strom und Warmwasser von Zeit zu Zeit abgestellt. Morgens gibt es oft kein Warmwasser. Vielleicht ein Grund, warum die Familien dort nur einmal pro Woche duschen.

 

Myanmar (2013):
Eines der faszinierendsten, weil freundlichsten und entspanntesten Ländern, in denen ich bislang gereist bin. Zwar ist das Preisniveau für Unterkünfte extrem hoch im Vergleich zu den Lebenshaltungs- und Transportkosten, aber das sollte niemanden davon abhalten, dieses Land so schnell wie möglich zu bereisen. Denn noch ist es herrlich ursprünglich und unverdorben.

  • Bethelnuss: Allgegenwärtig. In Form von roten Flatschern auf der Erde oder in Form von roten, kaputten Zähnen, die Dich anlächeln. Das Zeug macht extrem schnell süchtig (nach nur 4-5 Mal kauen) und das sieht man auch. Überall schieben sie sich die kleinen grünen Blätterpäckchen mit geschnittener Bethelnuss und verschiedenen Gewürzen als Geschmacksrichtung in die Wangen.
  • Massage: Lustig, denn es ist mehr eine Akkupressur. Es wird nicht auf den einzelnen Muskelsträngen rumgeritten, sondern der ganze Körper wird gedrückt. Nicht sehr fest, aber zum Schluss doch sehr entspannend.
  • Thanaka: Geriebenes und mit Wasser vermischtes Sandelholz. Man schmiert es sich ins Gesicht und es hilft gegen alles. Vor allem gegen Sonne und Falten.
  • Spatzen: Hier schießt man nicht mit Kanonen auf Spatzen. Denn da würde wenig übrig bleiben, um sie auf den Grill zu legen. Auch wenn da sowieso nicht viel dran ist.
  • Freundlichkeit: ein umwerfend freundliches Land. Man lächelt und es kommt ein breites Lächeln zurück – immer!
  • Aberglaube: Man darf im Bus auf keinen Fall den Fahrer fragen, wie lange die Fahrt dauert. Da weisen sogar Schilder im Bus drauf hin. Denn das könnte die Nats, die Geister, verärgern und z.B. zu einem Platten oder einem Motorschaden führen.
  • 8-Tage-Woche: Die myanmarische Woche hat acht Tage. Den Elefanten-Tag (Mittwoch) splittet man in zwei Tage. Vormittag ist der Elefant mit Elfenbein, weil Buddha morgens seine Erleuchtung fand. Nachmittag Elefant ohne Elfenbein. Warum auch immer, an beiden „Tagen“ müssen die Arbeitselefanten nicht arbeiten.
  • Verkehrsmittel: Sehr viele Ochsenkarren und kunstvoll aufgemotzte Einachser. Bis hin zu Busgröße für ca. 30 Leute schaffen sie es. Cool sind auch die Motorrad-Beiwagen-Rikschas.
  • Röcke: In diesem Land trägt jeder Rock. Er heißt Longyi und der Unterschied ist einfach nur, dass Männer ihn vorne per Knoten befestigen und Frauen ihn wickeln.
  • Bankomat: Hieran sieht man wie schnell sich das Land entwickelt. Erst im Februar 2013 eingeführt, findet man sie inzwischen überall, sogar in den Heiligen Stätten und in kleinen Käffern.
  • Blütenreine Banknoten: Immer noch müssen Hotels mit US Dollars gezahlt werden. Und die müssen unverknickt, wunderschön und vor allem jünger als 1999 sein. Ansonsten werden sie nicht angenommen, auch nicht in Wechselstuben.
  • Militär: Ist erstaunlich zurückhaltend. Dafür, dass das Land jahrelang eine Militärdiktatur war und nichts ohne die Generäle ging, ist jetzt in der noch jungen Demokratie nicht viel Militär zu sehen. Und wenn, dann sitzen sie in ihren Posten am Straßenrand und haben die Stiefel gegen die FlipFlops getauscht.
  • Wehrmachtshelme: Diese Helme erfreuen sich großer Beliebtheit und werden gerne noch zusätzlich mit kleinen Hakenkreuz-Aufklebern versehen. Es sit schon erstaunlich, wie viel Ansehen dieser Irre in der ganzen Welt genießt.
  • Regen: Regen macht ihnen gar nichts aus. Wenn’s schüttet und man keinen Schirm zur Hand hat, macht man halt so wie man gerade ist weiter mit dem was man gerade macht. Ob das Fußballspielen, Arbeiten, Mopedfahren oder Sachen verkaufen ist. Niemand stört sich am z.T. sehr heftigen Regen.
  • Höckerkühe: Myanmar braucht keine Kamele. Hier haben die Kühe Höcker.

 

Nepal (2013):
Eines der freundlichsten und zugleich ärmsten Länder bisher. Im Gegensatz zu Indien lächelt hier jeder zurück. Und da obwohl es in den großen Städten auch mal hektisch sein kann. Und landschaftlich der Hammer, selbst in Kathmandu kann man bei schönem Wetter die schneebedeckten Gipfel des Himalajas sehen.

  • Armut: Im Schnitt verdienen Nepalis ungefähr 60,-€ im Monat. Manche – wie z.B. ein Kochgehilfe im Hotel – bekommen auch nur 7,50€ im Monat neben Kost und Logis. Da ist es bis zum Betteln nicht mehr weit. Es gibt Bettler, aber nicht so massiv wie in Indien, da die Menschen in Nepal häufig von der Familie aufgefangen werden. 
  • Reichtum der Touristen: Als krasser Gegensatz steht da der Tourismus als Haupteinnahmequelle des Landes. Trekking im Himalaja kann teuer werden, wenn man alle Permits, Bergführer und Träger einrechnet. Manche Regionen werden durch teure Permits auch recht Touristenfrei gehalten – im Gegensatz zu den „Autobahnen“ von Annapurna Circuit und Everest Base Camp. 
  • Outdoor-Bekleidung: Eine Begleiterscheinung sind Hunderte von Outdoor-Bekleidungs-Geschäfte, die Wanderstiefel von z. B. „Salewa“ schon für sagenhafte 30,-€ anbieten – natürlich ist das zu 80% Markenpiraterie und Du musst fragen, wie lange das Zeug hält. Denn sie geben ganz offen zu, dass es ein Fake ist und geben auch bereitwillig Auskunft, wie lange es hält. 
  • Schlingeleien: Ob das dann auch stimmt, was sie Dir sagen, findest Du erst später raus. In fast allen Bereichen des Reise- und Shoppinglebens versprechen sie einem gaaanz viel und meistens sieht die Realität dann ziemlich anders aus. 
  • Preisniveau: Trotzdem bleibt es natürlich ein sehr günstiges Reiseland. Für mein Bett in einem 10er Schlafsaal habe ich in Japan achtmal mehr gezahlt als hier – pro Nacht! Und das Nationalgericht Dal Bhat oder die Mo:Mos gibt’s bei den Einheimischen-Lokalen meist schon für unter einen Euro. 
  • Trinken: Sie machen hier wirklich aus allem Schnaps und Wein. Ich habe noch nie soviel Reis-, Hirse-, Weizen- oder Gerstenschnaps und -Wein getrunken. Nicht immer lecker, aber fast immer billig und Augenlicht-gefährdend. Interessanterweise ist das meistverkaufte Bier nicht eines der einheimischen Biere mit wohlklingenden Namen wie Gorkha, Nepali Ice oder Everest sondern ein dänisches – Tuborg. 
  • Cannabis: Wem das Trinken der Schnäpse nicht reicht, der raucht sich die Rübe weg. In den Bergen findet man am Wegesrand ständig Cannabispflanzen. Und das, obwohl es seit einiger Zeit – außer für den medizinischen Gebrauch – für illegal erklärt wurde. Seitdem sind viele Menschen beglaubigt krank… 
  • Stromabschaltungen: Von den speziellen Lampen zum Züchten dieser Pflanzen, wie sie in Deutschland verwendet werden, kann man hier also absehen. Würde auch nichts bringen. Denn immer wieder wird der Strom für insgesamt acht Stunden am Tag abgeschaltet. Sie müssen sogar Strom aus Indien importieren, reicht aber nicht. 
  • Nepal ist doch reich… :  … an Wasser. Sie sind sehr stolz, nach Brasilien das an Wasser zweitreichste Land der Erde zu sein. Da würde eigentlich ja nahe liegen, Strom aus Wasserkraft zu gewinnen und diesen dann an die Inder zu verkaufen… 
  • Feste: Was das Land aber noch mehr lahm legt als der mangelnde Strom, sind die religiösen und lokalen Feste. Ich war z. B. während Dashain da – und da geht dann kaum noch was. Fast alle Läden und Restaurants zu, die Verkehrsmittel überfüllt und keiner arbeitet. Da haben dann die herrenlosen Kühe die Straße fast für sich, außer wenn 175.000 Menschen in  Kathmandu wegen Vollmond eine Prozession durch jede Straße ihres Viertels machen.   
  • Opferungen: Sehr gewöhnungsbedürftig sind die Tieropferungen zu Dashain. Überall werden Ziegen zur Schlachtbank geführt – per Motorrad, im Bus-Kofferraum und zu Fuß. Und wenn direkt neben Dir ein Auto mit dem aus einer kopflosen Ente herauslaufenden Blut gesegnet wird, musst Du aufpassen, dass zum Schluss nur ein rotes Viereck als Parkplatzbegrenzung bleibt und nicht Deine Hose auch noch was abbekommt. 
  • Kopfwackeln: Für uns Westler auch sehr irritierend ist das Kopfwackeln als Zeichen der Zustimmung – es ist eine Mischung aus „ja“ und „ok“. Das Ganze kombiniert mit einem leichten Öffnen von Augen und Mund.

 

Neuseeland (2014):
Wahrscheinlich noch ein bisschen entspannter als das große Nachbarland Australien, nicht ganz so teuer und ein wenig besser im Umgang mit den indigenen Einwohnern zeigt sich Neuseeland sehr offen und zweisprachig – auch wenn Maori wirklich nicht einfach ist.

  • Kia Ora: Hello und welcome. Fast überall wird man zweisprachig auf Englisch und Maori begrüßt. Und sie bemühen sich überall sowohl die Offenheit als auch die politische Korrektheit zu wahren.
  • Sweet as: Ist durchaus politisch korrekt, denn es hat nichts mit einem süßen Hintern zu tun. Es ist vielmehr das landestypische „ok“, „nichts zu danken“ oder wie der Franke sagen würde: „Bassd scho!“
  • Akzent: Manchmal weiß man im ersten Moment nicht, in welcher Sprache man gerade angesprochen wird. Der Kiwi-Akzent ist durchaus stark ausgeprägt und man muss sich ein bisschen einhören. Und dann weiß man, warum so viele Australier Witze über die Sprache der Kiwis machen.
  • Kiwi: Heißt nicht nur der Nationalvogel, den man nicht nur wegen seiner drohenden Ausrottung, sondern auch wegen seiner Nachtaktivität nur selten zu sehen bekommt. Man nennt auch die Einwohner so und natürlich die Frucht, die sie geschickterweise vor einigen Jahrzehnten den Chinesen abgeluchst und ihren nationalen Stempel aufgedrückt haben. Vielleicht war dies der Auslöser für die Chinesen, dem Rest der Welt die Produkte abzuluchsen, zu kopieren und billiger zu verkaufen.
  • Farn: Ein anderes Gewächs ist ein bekanntes Symbol. Das Farn, was unter anderem die Trikots der berühmten All Blacks – der Rugby-Nationalmannschaft – ziert. Da hier alles ein bisschen anders ist als auf der nördlichen Halbkugel, sehen die Farne hier auch aus wie große Palmen.
  • Geothermie und Erdbeben: Den Farnen scheinen weder die heißen Quellen noch die schwefelhaltige Luft was auszumachen. Sie gedeihen prächtig. Auch den Erdbeben scheinen sie zu widerstehen. Immerhin 15.000 Erdbeben werden jährlich in Neuseeland verzeichnet. Man kann sich eine App runterladen, die bei jedem Beben eine Nachricht schickt, aber die meisten löschen sie nach ein paar Tagen wieder, da das Handy ca. alle 2-3 Sekunden klingelt.
  • Barfuß: viele Neuseeländer haben ihre ersten Schuhe im Teenageralter und manche scheinen sie weiterhin nur widerwillig anzuziehen. Im ganzen Land sieht man Menschen ohne Schuhe im Bus, in der Bank oder aus dem Rathaus kommend.
  • i-site: Wenige Touristen laufen auch barfuß, aber eigentlich alle laufen zumindest einmal in ihrem Urlaub ob mit oder ohne Schuhe in einen i-site. Das sind mit allen Informationen über die jeweilige Region und das Land vollgestopfte und von freundlichen Mitarbeitern betriebene Tourismusbüros, in denen jedem geholfen wird. Dienstleistung in Perfektion.
  • Deutsche: Nicht nur im i-site, sondern auch im abgelegensten Winkel trifft man auf Deutsche. Man könnte meinen, wir hätten nach Mallorca nun die nächste Insel anektiert. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht scheint es eine heimliche neue Verordnung zu geben: Nach dem Abi erstmal zum englisch lernen nach Neuseeland – nur vergessen sie leider alle, dass sie deswegen hier sind. Man spricht deutsch.

 

Nicaragua (2012):
Ein bezauberndes Land, das viel durchgemacht hat, deren Menschen es aber zu einer Oase unglaublicher Freundlichkeit machen. Vielleicht liegt’s am angeblich besten Rum der Welt – oder an der einen oder anderen Besonderheit:

  • Gallo Pinto: Das Nationalgericht aus Reis und Bohnen gibt’s morgens, mittags, abends. Mit einer dicklichen Sahne und gerne auch mit gebratenen Bananen ein unvermeidbarer Start in den Tag
  • lustige Shop-Konstellationen: Hier gibt es keine Berührungsängste zwischen den einzelnen Branchen. So kommt es gerne auch vor, dass man in ein und demselben Geschäft sowohl seine Mails im Internet-Café checken kann, dabei seine Wäsche gewaschen wird und man sich von einem international ausgebildeten Rechtsanwalt vertreten lassen kann. Alles in einer Person.
  • Pferde: Nirgends auf der Welt habe ich bislang so viele Pferde im täglichen Leben gesehen. Als Cowboy-Untersatz, einfach so an der „Autobahn“ oder vor Unmengen Kutschen und Karren gespannt. Nicht so spektakulär friedlich wie die Ochsenfuhrwerke, aber die Menge macht’s.
  • Hilfsbereitschaft 1: Selten findet man ein Land, in dem der Laden- oder Standbesitzer Dir freundlich den Weg zur Konkurrenz beschreibt, da er den gewünschten Artikel einfach nicht hat.
  • Hilfsbereitschaft 2: Auf den ersten Blick wirkt es seltsam, wenn im Bus niemand der jungen Mutter mit dem Kleinkind den Platz anbietet. Dafür hilft man sich hier anders. Das Kind kommt einfach auf den Schoß irgendeines Mitreisenden – und ist glücklich und zufrieden. Fremdeln ist hier ein Fremdwort.
  • Kanaldeckel: Die sucht man meist vergeblich. Daher unbedingt immer auf den Gehsteig achten. Es tun sich zum Teil beachtliche Löcher auf – und beim Inhalt dieser schwarzbraunen Löcher möchte man sich gar keinen Fehltritt ausmalen.
  • bemerkenswerter Straßenzustand: In einem der ärmsten Länder Amerikas könnte man Schlaglöcher von der Größe ganzer Cenoten erwarten. Aber weit gefehlt: Super Straßen, auch abseits der Panamericana. Geteert, aber auch gepflastert, auch letztere oft mit sehr fragwürdigen Pflastersteinen der Somoza-Fabriken gebaut wurden.
  • Amerikanische Schulbusse: sie sind allgegenwärtig und werden bis zum Bersten gefüllt. Entgegen der Erwartungen vieler Reisender allerdings fast ausschließlich mit humanen Gästen und nicht mit Hühnern, Ziegen & Co.
  • Auto-Hotels: Nicht nur auf den Straßen herrscht reger Verkehr. Diese „Hotels“ sind ummauerte und z.T. überdachte Parkplätze, auf denen Verliebte oder einfach nur „Liebesbedürftige“ auf durch rote Vorhänge oder Strohwände voneinander getrennten Stellplätzen Spaß haben.

 

Philippinen (2013):
Auch wenn die Philippinen nicht das kulinarische Himmelreich auf Erden sind und nur wenig Kultur im Vergleich zu den südostasiatischen Nachbarn bieten, machen sie es durch wunderschöne Strände und faszinierende Unterwasserwelt wett. Und durch sehr entspannte Menschen.

  • Katholizismus: Offiziell sehr verbreitet. Und auf jedem Tricycle steht hinten drauf ein frommer Spruch. Wenn man aber Touris über den Tisch ziehen möchte oder seine Frau betrügt, ist das trotzdem ganz ok. 
  • Heiratsmarkt: Die zweite Frage nach der nach dem Namen ist fast immer: „Wo ist Deine Frau?“ „Ah, Du bist Single, Du brauchst eine Filipina zur Frau!“. Allgemein finden sie es sogar ganz ok, wenn die dicken, hässlichen, alten Europäer sich hier eine junge hübsche Philippinin zur Frau nehmen, da dann für sie und ihre Familie gesorgt ist. Und mit einem Augenzwinkern fügt man gerne hinzu: „Die Männer dürfen ja kein Land besitzen, also gehört das Haus offiziell der Frau … und man weiß ja nie was alles passiert…“ 
  • Androgyne und Homosexuelle: Hier kann trotz Katholizismus anscheinend jeder frei seinen Weg gehen, wie er/sie es möchte. Ich habe selten so viele schwule Männer gesehen, die so offen mit ihrer Homosexualität umgehen und sie auf der Straße deutlich ausleben. Viele sind zudem geschminkt oder gleich ganz als Frau zurecht gemacht – und alle sind voll im Alltagsleben integriert. 
  • Bunte Fingernägel: Auch heterosexuelle Männer tragen hier oft Nagellack – in allen bunten Farben und mit Selbstverständlichkeit. 
  • Spontaneität und Einfallsreichtum: Wenn mal wieder was schief geht, lächeln die Filipinos einfach und machen das Beste aus der Situation. Einfach die Sachlage als normal definieren und das Leben geht schnell und unkompliziert weiter. 
  • Pünktlichkeit: Man kann sich eigentlich drauf verlassen, dass Pünktlichkeit spontan eher nicht beachtet wird. Busse und Fähren fahren meist mit einer akademischen halben Stunde Verspätung ab. Wenn man sich allerdings drauf verlässt, ist man manchmal verlassen. 
  • Früchte: Auch die Philippinen haben nicht nur leckere Mangos sondern sehr eigene Früchte wie Calamansi (eine Limette, die nicht nur innen orange ist, sondern auch einen Hauch von Orange hat) oder Lanzones (walnussgroße Früchte mit mehreren Innenleben, die nach einer Mischung aus Litschi, Traube und Grapefruit schmecken). 
  • Tauchreviere: Die Philippinen behaupten, dass sie mit die schönsten Tauchreviere haben. Und in der Tat ist die Unterwasserwelt hier fantastisch und abwechslungsreich. Ob Riesen-Schildkröten, Miniatur-Seepferdchen, Mikro-Nudibranches oder enorme Walhaie und einige ihrer Hammer-Verwandten. 
  • Zweiter Weltkrieg: Überall gibt es kleine Museen über die Kämpfe und jede Menge Schiffswracks, die in den 1940er Jahren versenkt wurden. Ein wahres Taucherparadies. 
  • Taifune: Nicht in allen Ländern verläuft die Regenzeit so angenehm, wie ich es eigentlich mag. Hier beeinflussen die Taifune das tägliche Leben sehr stark. Man sollte unbedingt immer ein paar Puffertage einbauen, bevor man einen internationalen Flug besteigen möchte. Manchmal fährt weder ein einziges Boot, noch kommt man per Flieger runter von der einen oder anderen Insel.
  • Jeepnys und Tricycle: Jeepnys gibt es wirklich in allen Größen, Lautstärken und Farben – aber immer sind sie überfüllt. Und wenn’s gerade eigentlich schon zu eng wird, passen immer noch ein paar rein. Auch ins Tricycle geht eine Menge rein, wenn man nur will. Auf jeder der Inseln sind sie ein wenig anders gebaut sind – aber überall gibt es einen frommen Spruch hinten drauf.
  • Kampfhähne: Ist hier wirklich ganz großes Ereignis. Es gibt Hahnenkampf-Arenen mit großen Tribünen und vor allem auf Mindoro reiht sich ein Spezialkraftfutter-Laden an den nächsten. Nur das Beste (Doping) für den Hahn.
  • Pfandleihhäuser: Wenn alles Geld verwettet ist, hilft anscheinend nur der Gang zum Pfandleihhaus. In keinem Land habe ich so viele dieser Läden gesehen, sogar eine nationale Kette betreibt in fast jedem größeren Dorf eine Filiale. Wo man hinschaut, gibt’s mindestens doppelt so viele Leihhäuser wie Schulen. Ein Schelm, der da einen Rückschluss auf die Relation Schulbildung zu Wetten zieht…

 

Russland (2013):
Ein sehr weites Land, das nicht nur eine breite Vielfalt an Kulturen bietet, sondern auch eine große Verdienstspanne der Bevölkerung. Was sich in u.a. in den teuren linksgesteuerten Nobelkarossen im Vergleich zu den abgewrackten rechtsgesteuerten Billig-Asiaten zeigt. Und natürlich in anderen Dingen. 

  • Fremdsprachen: Null. Man kommt in Russland nur vernünftig weiter, wenn man auch ein paar Brocken russisch spricht.
  • Preisniveau: Extrem hoch, wenn man nicht komplett russisch einkauft oder isst. Auch im Supermarkt, was das Travellerleben in Russland nicht gerade typisch macht.
  • Saunakultur: Hier können alle anderen Länder einpacken. Eine russische Banya ist heftig heiß und feucht. Man trägt lustige Filzhüte, trinkt eine Art Bier aus fermentiertem Schwarzbrot und ist Pferdesalami.
  • Trinkfest: Das ist kein Klischee. Viele trinken bis zum Umfallen und haben das anscheinend schon öfter gemacht. Zumindest finden das deren Freunde nicht weiter beunruhigend und lassen sie einfach auf dem Boden liegen – bis sie selber auch daneben liegen.
  • Klopapier: Je weiter östlich man kommt, desto höher der Schmirgelpapier-Anteil. Und überflüssige Sachen wie die Papprolle drin werden einfach weggelassen. Dafür nehmen auch die Löcher im Papier zu.
  • Arm-Reich-Schere: Die klafft auf unglaubliche Weise auseinander. Man sieht zeitgleich die Plumpsklos im Garten und die Porsche Cayennes und sonstigen großen Autos, in denen die aufgetakelten Damen ihre Klunker und Hermelin-Pelze herumfahren.
  • Hermeline: Man trägt die Hermeline nicht nur als Pelz, sondern geht mit ihnen auch Gassi. In Irkutsk auf Stadtgassi und am Baikalsee dürfen sie an der Leine auch einen Strandspaziergang machen.
  • Lustige Restaurantnamen: In Deutschland würde wohl niemand sein Restaurant Mumu nennen…
  • U-Bahnen: In Russland bemüht man sich, jegliche Rekorde hinsichtlich der U-Bahnen zu brechen. In Moskau werden täglich 9 Millionen Menschen transportiert. Und wenn man auf den Rolltreppen runterfährt, denkt man sogar, sie würden nur mit Rolltreppen transportiert. Fünf Minuten Fahrt auf diesen ewig langen Dingern sind keine Seltenheit.
  • Sicherheitsschleusen: Russen lieben ihre Sicherheitsschleusen wie auf dem Flughafen. Überall muss man da durch. Und auch wenn es piepst wie verrückt, interessiert es niemanden. Meistens steht noch nicht mal ein Security-Mensch daneben.

 

Singapur (2009 und 2013):
Manche lieben diese Stadt, manche finden sie nicht besonders. Ich brauchte zwei Besuche, um zu entdecken, dass es doch einen Charme hinter dieser ganzen reichen Fassade gibt.

  • Bauwut: Das Gesicht der Stadt ändert sich weiterhin konstant alle fünf Jahre. Jede Menge neue Gebäude, eines schöner und größer als das andere – und das wo nur noch Platz nach oben und ins Wasser rein ist.
  • Preisniveau: Noch viel höher als in Russland. Bier bekommst Du für 7,-€, für einen Cocktail kannst Du auch 50,-€ hinlegen. Und eines diese besagten Luxusautos kostet aufgrund einer abstrusen Regelung eines Autokauf-Erlaubnis-Scheins gleich mal 100.000 Sing-Dollar mehr und kommt insgesamt locker auf über eine Million. Da wird ein Porsche trotzdem schon mal zum Viertauto.
  • Hawker/Food Courts: Da ist es für den armen Backpacker oder Studenten schon ganz gelegen, dass es diese Einrichtungen gibt. Tisch suchen, Nummer merken, an diversen Ständen bestellen und am Tisch bezahlen – in überschaubaren Summen für sehr leckeres Essen verschiedenster Couleur.
  • Taxigebühren: Nicht übermäßig überteuert, aber so kompliziert durch viele kleine Sonderzuschläge, dass man anschließend eine detaillierte Quittung bekommt, warum man wie viel mehr bezahlt hat als auf dem Meter eigentlich im Hautfeld stand.
  • Sicherheit: Der Komfort der Rechnung ist vielleicht auch ein Beitrag zum Sicherheits-Wohlfühl-Gedanken in der Stadt. Überall wirst Du durch Warnschilder hingewiesen, was alles passieren könnte.
  • Verbote: Diese Warnschilder sind eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Verbotsschildern, denn hier steht keine absurde Strafgebühr drauf wie für Spucken oder Kaugummi einführen. Interessanterweise ist Durian-Mitführen in der U-Bahn nur verboten, kostet aber keine Strafe.
  • Armut: Unbewiesen ist die These, dass die ganzen ärmeren Leute – die es definitiv hier auch gibt – aufgrund der Strafgebühren arm geworden sind. Vielmehr gibt es auch hier Menschen am Rande der Gesellschaft, auch wenn sie gut versteckt werden in etwas ursprünglicheren Vierteln wie in Little India oder rund um die Arab Street.

 

Sri Lanka (2013):
Sri Lanka ist eine meiner größten Überraschungen. So freundliche, unkomplizierte, fröhliche Menschen, dass einem das Herz aufgeht. Vor allem, wenn man aus Indien kommt. Dazu kommen wunderschöne Strände und Berge voller Teeplantagen.

  • Freundlichkeit: Da die meisten Sri Lanker recht dunkelhäutig sind, strahlen ihre Augen und blitzen ihre weißen Zähne umso mehr. Und Du triffst eigentlich so gut wie keinen missmutigen Menschen. Alle wahnsinnig aufgeschlossen, serviceorientiert, hilfsbereit und kaum einer will Dich über den Tisch ziehen oder nerven wie beim nördlichen Nachbarn. 
  • Männerröcke: Vielleicht liegt’s an der Belüftung von unten. Denn auch hier tragen die Männer Röcke und nehmen das Leben leicht. 
  • Entspanntheit: Ich habe noch nicht so viele so entspannte Länder erlebt wie Sri Lanka. Man nimmt die Arbeit nicht als Lebensmittelpunkt (ist aber dabei keineswegs faul), plaudert gerne, hilft und genießt einfach entspannt das Leben. Das strahlt so eine Ruhe aus, dass Du automatisch auch absolut relaxt dieses Land genießt. 
  • Scharfes Essen: genießen kann man auch das scharfe Essen (angeblich noch ein bisschen schärfer als in Indien) und abgefahrene Früchte wie den Holzapfel. Oft kombinieren sie scharf mit Zucker und Früchten, Zimt und Unmengen von Kardamom. 
  • Holz- und halbe Laster: aus Holz sind auch viele Laster – und zwar komplett. Sogar das Führerhaus. Das sieht sehr charmant aus. Lustig sieht hingegen aus, dass sie in ganz vielen Autohäusern keine vollständigen Autos ausstellen, sondern nur die Führerhäuser von Lastern oder die Kühlergrills von Autos. Überall sieht man halbe Autos und Laster im Schaufenster. 
  • Hybrid-Autos: Im Gegensatz zu den stinkenden Bussen und TukTuks, die überall als Taxi im Einsatz sind, fahren in der Hauptstadt extrem viele Hybrid-Autos rum. Habe noch nie in einer Stadt so viele davon gesehen. Allgemein achten sie schon stärker auf die Umwelt als andere asiatische Länder. Schön zu sehen, dass es doch in ärmeren Ländern auch funktionieren kann. 
  • Singer: während die Firma Singer bei uns nur für Nähmaschinen bekannt ist, bekommst Du in Sri Lanka jede Menge anderes von ihnen – vom Laptop über die Klimaanlage zum Flachbild-TV und dem Kühlschrank. Und Beton gibt’s überall nur von Holcim. Vielleicht hat da auch der Präsident, der ausschaut wie eine dickere Kopie von Eddie Murphy, seine Finger im Spiel
  • Sicherheit: aber sicher ist eins, es ist sicher. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, die einzigen Gründe zur Sorge sind vielleicht die Affen, die Dir Deine Schuhe klauen oder die Busse, die mit 80 Sachen durch den Ort brettern.

 

Südkorea (2013):
Südkorea ist das Land des fast-nie-Lächelns. Im Gegensatz zu den grimmigen Mienen auf den Straßen, sind die Menschen aber oft sehr hilfsbereit. Und sehr ordentlich, pflichtbewusst und diszipliniert.

  • Disziplin: Südkoreanische Disziplin und die Ehrerbietung gegenüber Älteren (trinkt man z. B. mit Älteren, wendet man sich dabei ab) sind schon beeindruckend, genauso wie ihre Arbeitsmoral. Sehr oft kommen die Arbeitnehmer erst um 23:00 oder später heim – und das manchmal an allen Tagen der Woche. 
  • Kleidung: Irgendwann finden sie aber doch Zeit, um sich abgefahrene Klamotten zu kaufen. Derzeit hoch im Kurs sind Gummistiefel für die Damen und glaslose Brillen mit dickem schwarzen Gestell für die Herren. Für alle Koreaner gibt es Outdoor-Funktionskleidung als Pflichtprogramm für die Gipfel-(Hügel)-Erstürmung oder einfach nur den Marsch durch den urbanen Dschungel, gerne mit Wanderstöcken und Sonnenhut kombiniert. 
  • Grabhügel: Hügel anderer Art findet man überall: Neben der Autobahn, inmitten von Mais- und Kartoffelfeldern oder neben Teichen – Grabhügel. Anscheinend bestattet jeder seine Angehörigen, wo er gerade will. Königliche Hügel gibt’s natürlich auch und in Gyeongju kann man sogar in einen rein – in den des himmlischen Pferdes. 
  • Klopapier: es gibt weniges was so wenig Sinn macht, wie braunes Klopapier… Vielleicht noch weiße Tiefschneebänder oder orangene Stadionordner-Westen im holländischen Fan-Block. 
  • Fotomotive: Die begehrtesten Fotomotive der Koreaner sind sie selbst – am liebsten vor irgendwelchen Schildern und mit dem obligatorischen Victory-Zeichen. 
  • Regen: De meisten Südkoreaner bedecken schon beim geringsten Tröpfeln ihr Haar –  denn der saure Regen verursacht angeblich Haarausfall… 
  • Bier: wahrscheinlich ist auch zuviel Regen ins Bier gekommen. Manchmal schmeckt es etwas säuerlich und immer schmeckt es recht wässrig. 
  • Soju: Der Nationalschnaps. Er wird immer und überall vertilgt, was überall sichtbar ist: Schlafende betrunkene junge Frauen in der U-Bahn, wankende Teenager-Gruppen und eine Menge verdächtiger Nudelhaufen auf dem Boden. 
  • Kreditkarten: es kann vorkommen, dass Du in einem Reisebüro bist und Deinen Japan Railpass bezahlen möchtest. Aber dann heißt es… nein, ausländische Kreditkarten funktionieren nicht, nur cash. Letztlich geht’s dann aber doch ganz normal… und das in einem Land, wo sie alles mit Kreditkarte zahlen, sogar die Würstchen. 
  • Golf: Angeblich ist ja Baseball der Nationalsport, aber Golf scheint äußerst beliebt zu sein. In jeder Stadt sieht man riesige „Driviing-Range-Käfige“ und man kann indoor beim Screengolf auf allen Golfkursen dieser Welt Bälle auf die Leinwand dreschen. 
  • Schlafen in der Sauna: Vielleicht werde ich doch langsam alt, da ich das hier nicht ausprobiert habe: Jjimjilbang. Typisch deutsch reserviert man sich eine Matte auf dem Boden und legt sein Laken drauf. Dann kann man als günstigste Übernachtungsalternative in Südkorea für ca. 6,- Euro im Stockwerk über der Sauna auf dem Boden schlafen.

 

Vanuatu (2014):
Vanuatu wurde mehrfach hintereinander zum Land mit den glücklichsten Menschen gewählt. Wahrscheinlich, weil sie hr Leben genießen und sich von nichts stressen lassen. Zeitdruck gibt’s hier nicht.

  • Bussystem: Wer Bus fährt, hat Zeit. Mal hält der Fahrer ein Schwätzchen, mal geht noch schnell jemand Geld abheben und meistens dauert es einfach, weil man als letzter zugestiegen ist und erst alle vorher drinsitzeden Fahrgäste nach Hause gefahren werden. Bushaltestellen gibt’s nicht.
  • Adressen: Straßennamen gibt’s auch nicht. Sogar in der Hauptstadt gibt’s nur Beschreibungen wie „gegenüber von der Neuseeländischen Botschaft (dem grauen Gebäude) steht ein Baum mitten in der Straße. Da gegenüber steht eine Garage mit Strohdach und wenn Du dort vorbeigehst, siehst Du mein weißes Haus“.
  • Straßen: Die Straßen sind entweder von den USA gesponsort und dementsprechend asphaltiert oder sind von Gräben und Schlaglöchern von Ausmaßen des Grand Canyon geprägt. Auf Tanna hilft nur das stetige Auffüllen durch die ausgestoßene Vulkanasche. Selbst beim Straßenbau lässt man die Natur arbeiten.
  • Post: Da die Straßen auf Tanna wahrscheinlich keinen geregelten Postdienst zulassen, bringt die Dorfjugend die Pakete halt zu Fuß zum Flieger. Der Stunden hin, drei Stunden zurück – was ist schon Zeit…? Und was sind schon die Elemente? Briefkästen auf dem aktiven Vulkan, Flaschenpost oder das weltweit einzige Unterwasser-Postamt gibt’s auf Vanuatu.
  • Hibiskus: Dass sie nicht noch auf die Briefe eine Hibiskusblüte kleben, ist ein Wunder. Sie verzieren alles mit der eintägigen Blüte. Wenigstens kann man so sehen, dass das Bett gemacht wurde und die Klobrille gereinigt ist.
  • Ratten: Reinlicher als man denkt, sind hier sogar diese Nager. Unvermeidbar kommen sie und fressen Dir im Bad die „Wilde Ananas“-Seife weg.
  • Unvermitteltes Schreien: Ein unvermittelter Schrei muss aber nicht von vor Ratten erschrockenen Touristen kommen, sondern ist auf Vanuatu meist Ausdruck von Lebensfreude. Man begrüßt vorbei kommende Freunde anscheinend damit, dass man sie anschreit. Gewöhnungsbedürftig.
  • Kulte: gewöhnungsbedürftig sind auch die Kulte: Ob täglich um 15:00 organisierte Kava-Zeremonien, seit Jahren auf die versprochenen Konsumgüter wartende Anhänger des Jon-Frum-Kults oder die sonderbare Verehrung des englischen Queen-Gemahls Prince Phillip durch Stammeshäuptlinge – hier darf jeder sein Leben leben.
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Ein Gedanke zu „andere Länder…

  1. Pingback: Der Süden Myanmars – mit allen Wassern gewaschen | globu(r)s

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