Sternstunden in Albanien

Apropos über die Grenze gebracht. Wenn das erste, was Du auf Albanischer Seite entgegen geschmettert bekommst, ein fröhliches Heil H…  ist, fragt man sich, was noch so kommen mag. Aber es kommt ja meistens ganz anders als man denkt…. Freundliche Tankwarte, salutierende Polizisten, Menschen die einem vorausfahrend mit einem Umweg den rechten Weg durchs Verkehrschaos von Tirana zeigen, viele lächelnde Menschen und sonstige Sternstunden.

Sternstunden im mehrfachen Sinn: Zum einen, weil in Albanien seit Genehmigung privater PKWs anscheinend fast nur Mercedesse verkauft wurden und zu einem gefühlten Marktanteil von 75% geführt haben und zum anderen, weil das Kinderheim, zu dem wir unsere gesammelten Spenden fahren, Sternstunden heißt. Toll, was Schwester Almuth dort in Elbasan leistet.

Eine Riesen-Überraschung war die sensationelle Qualität der Straßen, die dann aber bald in Klischeehaftigkeit umschlug. Mit dem Eselskarren kommt man besser durch die  Monsterschlaglöcher, die einem dann als kleiner Überraschungs-Authentizitäts-Streckenabschnitt kurz vor der Hauptstadt geboten werden. Prädikat besonders wertvoll würde hier eine Niveau-Regulierung bekommen, wenn man denn noch eine hätte. Wobei… auch den Audi hat’s erwischt. Effekt waren erste Reparaturen am Auspuff, von Annika mit Bravour in echter McGyver-Manier mit Kleiderbügel und Zuhilfenahme der praktischerweise vom Organisationskomitee ins Auto gelegten Dachziegel gelöst.

Wofür Dachziegel noch alles gut sind...

Wofür Dachziegel noch alles gut sind…

Improvisation ist auch sonst auf der Strecke gefragt. Nicht nur weil man ständig Eseln, Ziegen, Schlaglöchern in Brunnentiefe oder Wildschweinen ausweichen muss, sondern auch weil die Regel, dass man auf der Rallye keine Autobahnen benutzen darf, zu sehr spontanen und unnötigen Pausen führt: 2 Stunden Pause wegen Staudammbau. Die Schranke wird leider erst um 12:00 wieder geöffnet – sehr praktisch auf der Durchgangsstraße nach Griechenland. Und da waren dann die nächsten zwei Stunden am A…

Wenigstens hatten wir noch genug Benzin. Im dichten Wald der Millionen verschiedenen Tankstellen-Unternehmen in Albanien, kann man schon mal den Durchblick verlieren. Gut, wer da auf autarke Eselskraft setzt und den Mineralölkonzernen die Stirn bietet.

Laste-Esel

der 1PS-LKW

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Ein Gedanke zu „Sternstunden in Albanien

  1. Hallo Urs und Jö, eine fantastische AO-Rallye, die Ihr da mitmacht. Tolle Reiseberichte und eine aussagefähige Website vom Team 57 „Nah am Rosten“ haben mich gerade dazu bewogen EUCH allen zu gratulieren, euch viel Spaß und eine gute Fahrt zu wünschen. GPS Tacking ist ja cool, weiß genau wo Ihr seid. PS: Auch ich bin „Schlagloch erfahren“ Bin 1990 den Autoput bis Istanbul, dann bis an die Syrische Grenze gefahren. Mit VW Bully und kaum benutztem Surfbrett aufm Dach… Also kommt wie ich gesund nach Hause und noch viel Spaß.
    Ralf

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