Die Visayas – Schokoladenhügel, kleine Viecher, große Augen und Riesenmäuler

Bei diesen Inseln und Tauchrevieren geht Tauchern das Herz – und leider auch der Geldbeutel – auf. Apo Island (Negros), Balicasag (Bohol) und Malapascua (Cebu) sind wahre Tauchparadiese mit riesigen Schildkröten, großen Haien und kleinen Fischen sowie sonstigem Miniatur-Getier. Man muss schon genau hinschauen, um die kleinen Nudibranches (Nacktkiemer bzw. Nacktschnecken) oder die hervorragend getarnten Skorpion- und Frog-Fische zu sehen. Oder die Unmengen von Feuerfischen, die meist nur versteckt unterm Felsen liegen, aber manchmal dann doch in voller „Federpracht“ an Dir vorbeigleiten.

Aber auch an Land muss man genau hinschauen, wenn man auf Bohol die winzigsten Primaten auf diesem Erdball sehen möchte. Die Koboldmakis oder Tarsier wiegen nur um die 100 Gramm, haben riesige Augen und Fingerchen wie ein Gecko.

Tarsier oder Koboltmaki

wenn nur alles so riesig wäre, wie meine Augen….

Tagsüber pennen sie nur, aber nachts springen sie wild herum und schnappen sich alles fleischliche, was sie so in einer für sie mundgerechten Größe finden. Fleisch ist ihr Gemüse. Und in Gefangenschaft begehen einige von ihnen Suizid. Da bemerkt man doch eine recht große Ähnlichkeit zu manchen von uns Primaten.

Angeblich Tränen haben hingegen Riesen vergossen – und daraus sind dann die Chocolate Hills entstanden. Die waren allerdings zu meiner Regenzeit gar nicht braun, sondern grün. Also weit entfernt von Schoko-Riesen. Mit Schokolade haben sie’s hier aber. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es beim Frühstück schon, wenn man Klebreis mit Schokolade übergossen bekommt und die ganz Süßen dann noch Kokos-Marmelade drüber gießen. Kulinarisch kann man eh‘ nicht so viel von einem Volk erwarten, das in der Teeküchendeko weißmachen will, dass Äpfel und Birnen an Weinreben wachsen…

Äpfel und Birnen Deko

so wächst also Apfelwein…

Wenigstens gibt’s keinen Shrimps-Brei. Das bekommen im Walhai-Sanctuary in Oslob auf Cebu nämlich die sanften Riesen. Das ist ein unglaubliches – anfangs sogar etwas beunruhigendes – Gefühl inmitten dieser riesigen Haie zu schnorcheln. Aber dann gewöhnt man sich dran, dass so ein bis zu neun Meter langer Koloss auf Dich zu hält und dann nur wenige Zentimeter an Dir vorbeigleitet. Manchmal berühren sie Dich sogar mit ihrer Flosse.

Fantastisch sieht’s dann aus, wenn sie ihr riesiges Maul – in das ich locker hätte reinschwimmen können – öffnen und enorme Wassermassen mitsamt den armen kleinen Shrimps in sich reinlaufen lassen. Lustig ist auch, wie bei manchen dieser Riesen ein winziger nur ca. 2 cm großer gelb-schwarz-getreifter Mini-Fisch direkt vor dem Maul schwimmt. Dagegen ist so ein Follow-Me-Auto vor einem Airbus 380 schon ein Riesenauto. Manchmal erschrecken kleine Fische auch, wenn man als Schnorchler zu nahe kommt und verschwinden dann im Ohr des Walhais. Interessanterweise habe ich keinen wieder rauskommen sehen. Vielleicht versteht man darunter „ungehört verhallt“ oder „Lost in translation“…?

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