Probier’s mal mit Gemütlichkeit…

Duschen ist reine Kopfsache

deutsch-belgische Rallye-Installateurs-Kunst

Was hatten wir uns nach einstimmigem Team-Beschluss auf unsere erste Nacht im Hotel gefreut… und dann kommen wir nach Ankara ins Hypodrom und finden eine Hyde-Park-ähnliche Oase inmitten der chaotischen Stadt vor. Also nach einer kleinen Klo-Inspektion kurzentschlossen doch einstimmig für eine weitere Nacht ohne normales Bett, ohne Internet und ohne Dusche entschieden. Wobei das „Ohne Dusche“ gar nicht stimmt. Während einige von uns die komfortable Dusche mit Brausekopf unseres freundlichen belgisch-deutschen Nachbar-Teams in Anspruch nahm, wählten andere die kalte Dusche des Rasensprengers – aber wenigstens kleidungstechnisch regelkonfom…

 

Parkduscher

Parkduscher

Kalt oder warm – das spielt ausnahmsweise bei der neuen Währung keine Rolle. Denn unabhängig von der Temperatur ist auf der Rallye teilweise eine Dose Efes-Bier mehr wert als die Türkische Lira. Auch wir haben uns der neuen Währung angepasst und bieten unsere Dienstleistungen anderen Teams entsprechend an: für’s Funkgeräte-reparieren bekommen wir vier Efes, verlorene Flip Flops hinterherfahren zwei Weizen und andere Teams durch den Großstadtdschungel Istanbul führen bringt immerhin noch ein Gösser, das auch wieder durch ganz Europa geschippert wurde.

Zuviel des güldenen Glückes durfte man am Vorabend des LeMans-Start nicht zu sich genommen haben. Denn wenn die ersten Autos schon mit quietschenden Reifen auf den Asphalt jagen wird es für manch langsamen „Jogger“ auf dem Weg zu den Autos durchaus brenzlig.

Le Mans unter den Augen Atatürks

Le Mans unter den Augen Atatürks

Beschaulich ging’s dann auch am nächsten Tag nach Verlassen des idyllischen Camping-Platzes am Rande des angeblich größten Canyons Europas weiter. Der kleine Ort Ulubey wurde von Rallye-Autos komplett verstopft. Von zwei Richtungen kommend stießen die verschiedenen Gruppen mitten auf der Hauptstraße aufeinander, so dass erstmal gar nichts mehr ging. Gut nur, dass wir hier sowieso alle irgendwo einen Parkplatz hätten finden müssen, um die Bretter aus Oberstaufen für die Parkbänke der ab sofort Allgäu-Orient-Ost-Weste-Friedensstraße umbenannten Straße abzugeben. Also Wagen mitten auf der Durchfahrtsstraße abgestellt, Bretter auf einen großen Haufen und dann erstmal Tee trinken und auch mal zum Barbier gehen. Rien ne va plus.

Auf dem Weg nach Ulubey kam sogar erstmals fast ein bisschen „Trucker-Tristesse“ auf: Elend lange Landstraßen, die eigentlich wie Autobahnen ausgebaut sind. Man vermutet sich schon auf letzterer, wenn nicht gelegentlich doch ein Eselskarren überholt werden müsste oder man einem rückwärtsfahrenden Laster ausweichen muss. Recht ungewöhnlich sind auch plötzliche Linksabbieger-Wende-Möglichkeiten, die zu spontanen Ausweichmanövern einladen, wenn man mit 130 Sachen an ihnen vorbeifliegt. Genauso wie der Tiefflug an den 50er Schildern vor Zebrastreifen auf der „Autobahn“ vorbei anfangs noch preußische Tugend-Zweifel aufkommen ließ. Aber wenn man sich dran halten würde, wäre man ein absolut tödliches Risiko, denn die Einheimischen scheinen die Zahl 50 komplett aus ihren Tachos verbannt zu haben.

Weitaus beschaulicher nahm es dann der Mechaniker, der mit seiner Zigarette unter unserer Benzinleitung saß und die brennende Kippe fröhlich drei Zentimeter neben das ausgelaufene Öl unserer leckgeschlagenen Hydraulikleitung schnippte. Mit ungläubigem Kopfschütteln bemerkte er, was wir schon lange wussten. Die Leitung war auf ganzer Linie so verrostet, dass man zwar eine Stelle flicken konnte, an der angrenzenden Stelle dann aber gleich wieder ein neuer Riss entstand. Also notdürftig geflickt, Gripzange wieder im Motorraum anbringen und weiter ging die wilde Fahrt. Immerhin haben sie uns unser im Wasserloch verlorenes Nummernschild wieder drangeschraubt.

Nummernschild im Abflug

da fliegt mir doch das Blech weg…

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