Der Tiefpunkt ist erreicht

Im Gegensatz zur Türkei, wo rein gar kein Regelbruch Konsequenzen hatte, nimmt man es in Israel mit den Verkehrsregeln doch etwas genauer. Hier führen sogar an die falsche Stelle geschraubte Kennzeichen zum Einsatz von Zivilpolizisten. Vielleicht werden die Kinder mit ihren Drachen ja auch schon frühzeitig an das Steuern von Verkehrsüberwachungsdrohnen herangeführt. Martialisch ist das Spielgerät zumindest schon mal…

militanter Drachen

früh übt sich, wer ein Top Gun werden will…

Nach einem Platten und dem kurzen Schreck wegen plötzlichen Fahrens ohne Kupplung, hatten wir viel Zeit verloren. Also auf dem kürzesten Weg nach Bethlehem – zumindest so angedacht. Leider führte der uns nicht dorthin, sondern in eine andere Welt. Raus aus Jerusalem, rein in palästinensische Gebiete. Krasser reich-arm-Wechsel und eine bedrückende Stimmung dort in den Gebieten hinter der Mauer. Wenn man dann durch einen der schwerbewaffneten Checkpoints, die bei Bedarf einfach dicht gemacht werden, zurückfährt, ist gleich wieder alles grüner, sauberer und adrett. Vielleicht ist das ja die offizielle Begründung, warum sich Israel komplett durch eine Mauer „schützt“…?

die Mauer muss weg...!

Leider nicht mehr nur die Mauer im Kopf…

Andere Mauern Israels verwirren den Besucher dann vollends. Durch das Damaskus-Tor in die Jerusalemer Innenstadt rein und dann treffen die vorher durch eine Mauer getrennten Welten in den alten Mauern aufeinander. Begegnungen der anderen Art: Orthodoxe Juden laufen hinter Arabern durch den arabischen Teil, dicht gefolgt von Touristen und schwer bewaffneten israelischen Soldaten. Da begegnen sich die Kulturen teilnahmslos, die ein paar Kilometer weiter mit Bomben und Raketen aufeinander losgehen. Hinter einem Scan-Checkpoint sieht man dann keine Araber mehr, sondern steht vor der Klagemauer und – säuberlich zwischen Männlein und Weiblein getrennten – Betenden.

genderpolitisches Gebet

gendergerechtes Klagen

Klagen konnten wir dann auf dem nächtlichen Weg zum Toten Meer nur noch über aggressive Autofahrer, hochkomplizierte Tankstellen – bei denen man lustige Codes auf hebräisch erraten muss, um an Benzin zu kommen – und über immer noch kochende Temperaturen im Auto. Selbst die Wasserflaschen waren so heiß, dass man darin Tee hätte kochen können.

Auch wenn das Tote Meer an manchen Uferstellen genauso roch wie es heißt, fanden wir dort endlich die ersehnte Abkühlung. Um 23:00 bei 31°C mit einer Dose warmem Bier auf dem Toten Meer zu liegen, war den ganzen Weg aber mehr als wert. Lustig, dort am tiefsten Punkt der Erde bei minus 428 m zu treiben.

tiefster Punkt der Erde

schon fast auf dem Weg zum Mittelpunkt der Erde…

Nur vor Brustschwimmen wird ausdrücklich gewarnt. Da die Füße oben treiben und in der Luft hängen, geraten manche in Panik und schlucken das Salzwasser – und dann wird’s angeblich sogar lebensgefährlich. Also hatte der Baywatch-Turm am Strand doch seine Berechtigung, auch wenn man gar nicht untergehen kann. Wenigstens könnte man ein solches Unglück am nächsten Tag an gleicher Stelle in der Zeitung lesen…

Zeitungsente auf dem Toten Meer

seichte Lektüre

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