… und dann gingen wir über den Jordan

Als am nächsten Morgen eine Menge westlicher und japanischer Touristen in unser Parkplatz-Schlaflager eindrangen, war’s definitiv Zeit, weiterzuziehen. Vorbei an Panzern, Fruchtständen, palästinensischen Checkpoints, antiquierten Tankstellen und tieffliegenden Kampfjets immer entlang des Jordans – um dann über den Jordan zu gehen bzw. besser gesagt über selbigen zu fahren. Mit Begrüßungsplakat „Welcome To Jordan – Al Goy Rally“.

herzlich willkommen, lieber Al Goy

Al Goy – der kleine Bruder von Al Gore?

Und ab dann wurde es noch mal richtig spannend. Keine anderen Teams mehr zu sehen, unübersichtliche Käffer, kaum Tankstellen, LKWs mit Kopfkissen zur Ladungssicherung von Sattelschleppern, Flüchtlings-Camps nahe der syrischen Grenze und urplötzlich fröhlich winkende Polizisten, die uns in die Wüste schickten. Denn mitten darin war unser Übernachtungsplatz.

Kopfkissen sind nicht nur zum Schlafen da

sanft gebetteten Hauptes über die Landstraße

Morgens hatten manche dann ein paar Sorgenfalten und Magengrummeln nach dem Aufwachen:

Klappspaten-Stuhlgang

auf zur Morgentoilette…

Beim morgendlichen Klappspaten-Wüsten-Stuhlgang konnte man beobachten, wie Panzer und Soldaten einen Ring um unser Camp zogen. Und wie immer auf dieser Rallye schossen die Gerüchte ins Kraut… Top-Theorie war ein Manöver, wie man ein Flüchtlingslager vor Angriffen schützt.

Wüstensoldaten

… mit dem etwas anderen Ring Of Fire

Später stellte sich raus, dass es durchaus auch eine Sicherheitsmaßnahme zum Schutz der königlichen Familie war. Denn mitten in der intensiv-staubigen Wüstenetappe führte uns ein Polizeiauto plötzlich zu einem Zelt beim Weltkulturerbe und plötzlich hieß es quasi-karnevalistisch: „D’r Prinz kütt“. Der Schirmherr der Rally – Kronprinz Hussein Bin Abdullah II. – gab sich in einem deutlich geländetauglicheren schwarzen Monstertruck die Ehre und schüttelte ein paar Hände. Ob das die gesamten Truppenbewegungen drumrum wirklich erklärt oder ob der einfache Grund wohl war, dass wir mitten in einem Militärgebiet geschlafen hatten und gefahren waren, bleibt wohl immer ein Geheimnis. Aber zumindest waren die letzten Skeptiker waren nun frei nach Nobbie Blüm überzeugt… Eins is’ sischer, die Rente Rallye is’ sischer!

sichere Ralyle

Flankenschutz auch ohne Seiten-Airbags

Danach ging’s dann streng nach nicht vorhandenem Roadbook zur deutschen Universität nach Amman. Keine rechte Ahnung wo lang’s ging und ob wir wirklich dahin mussten, aber dafür ist man ja auf der AOR. Einfach wieder ein paar Leute fragen, die einem vorfahren – und wenn’s letztendlich wie fast immer ein Polizeiauto ist, das einem mit Blaulicht vorweg fährt und den Weg leitet. Sensationell… das sollte man sich mal kurz in München oder Berlin vorstellen: verschwitzte, verstaubte Menschen in dreckigen Rostlauben fragen nach einer Polizeieskorte – und  die Freunde und Helfer stimmen fröhlich zu und winken zum Abschied.

besondere Polizeieskorte

Freunde und Helfer sorgen für Durchblick

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