Liebe(s)grüße aus Moskau

Gleich vorweg: James Bond ist hier nicht vonnöten. Die Stadt scheint harmloser als ihr Ruf. Aber sie ist auch anders als St. Petersburg.

In Moskau wird vieles aus St. Petersburg noch ein bisschen getoppt. Hier sind die Sportwagen dann auch schon mal Maseratis, die U-Bahnhöfe noch ein bisschen schöner, der Servicegedanke noch ein bisschen unterentwickelter, deutlich mehr Bettler und noch verstecktere Hotels und Firmen. Ärgerlich, wenn das gerade Dein Hotel oder die Firma betrifft, bei der Du Deine Transsib-Tickets abholen musst und kein Klingelschild oder sonstiges zu finden ist.

Ein besonderes Highlight in Moskau war aber der Besuch einer Banya. Wenn man so möchte, wie eine Sauna, nur deutlich verschärfter. Man kommt in einen großen Raum, der ungefähr wie ein Zuggroßraumwagen bestuhlt ist – mit ledernen Sitzbänken und Tischen davor. Darauf sitzen lauter dicke nackte Männer. Auf den Tischen Teller mit Pferdewurst und dazu trinkt man entweder Kwass, ein aus Schwarzbrot gegorenes Erfrischungsgetränk/Bier, oder eine ganze ausgepresste Zitrone mit zwei Esslöffeln Honig und Mineralwasser aufgegossen. Die Flüssigkeit ist dringend nötig, denn mit einer klassischen Sauna wie wir sie kennen, hat das nicht mehr viel zu tun. Man setzt sich Filzhüte gegen (!) die Hitze auf, schlägt sich mit Zweigen aus Eichen- oder Birkenlaub (die ganz Harten nehmen Tannenzweige) gegenseitig auf den Rücken bzw. die Verlängerung davon und wenn’s noch nicht heiß genug ist, macht einer einen Aufguss. So weit so gut, nur dass der Ofen ca. 2,5 m hoch ist und man eine Eisentür wie bei einer Dampflok aufmacht und Wasser bis zum geht nicht mehr reinschüttet. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit brennt die Luft wie die Hölle. Und jeder Luftzug macht es noch heißer. Vielleicht ist diese Klappe ja doch der Einstieg zum Fegefeuer…   

Allgemein lässt man in Moskau eine Menge Geld für recht wenig. Mickriges Hotelzimmer, wenig Essen und jeder Kircheneintritt – alles kostet ca. doppelt soviel wie in Deutschland. Aber ich denke, den Wodka gibt’s günstig. Den muss ich jetzt noch kaufen für den Zug. Dreieinhalb Tage am Stück im Rossija – schaumermal wie’s wird und wie danach meine Russisch-Kenntnisse sind.

Achja – und nicht dass der Eindurck aufkommt, ich hätte keine Fotos gemacht oder wäre nur in der Banya gewesen, hier noch ein Foto :-).Basiliuskathedrale

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2 Gedanken zu „Liebe(s)grüße aus Moskau

  1. Moin mein Sohn,
    ich bin begeistert von Deinen Texten. Mach so weiter, ich bin gleich nach dem Aufstehen am Computer.
    Liebesgrüße – nicht aus Moskau, sondern Alzenau –

    Mum

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