Bagan – Pagoden so weit das Auge reicht

Bagan war quasi touristenlos. Ja, so manchem, der in der Hochsaison dort war und verzweifelt ein heruntergekommenes Zimmer für 40,- US$ nehmen musste, kommt dieser Satz komisch vor. Aber dies ist einfach einer der Vorzüge der Regenzeit. Gerade mal drei Leute außer mir im Guesthouse, aber die waren ganz lustig und trinkfest.

Trinkfest in anderem Sinne muss man sein, um den bei einer kuh-betriebenen Erdnussölmühle gebrannten Palmwhiskey zu mögen. Wem er zu arg brennt, der bekommt das Ganze auch mit Honiggeschmack oder er steigt um auf Palmbier, das allerdings einfach nur nach einem süßen Saft schmeckt. Da bleibt man doch besser beim wirklich ausgezeichneten Myanmar-Bier.

In Bagan ging’s aber früher nicht darum, wer am meisten saufen kann, sondern wer am meisten bauen kann. Über 2.300 religiöse Monumente wie Pagoden, Stupas oder Klöster wurden auf einer gar nicht mal überdimensionierten Ebene errichtet. In christliche Maßstäbe übersetzt würde alle 50 bis 100 Meter eine Kirche neben einer Kapelle neben einem Kloster neben einem Marienbildnis stehen. Zwischen all den Ziegelsteinbauten radeln heute Touristen oder lassen sich per Pferdekutsche herumfahren, während manch Einheimischer sich irgendwelche Kräuter zusammenraucht und das ganze Treiben entspannt verfolgt.

Wer genug von Pagoden im Flachland hat, kann einen Ausflug zum Mount Popa machen. Dort muss man erst einmal schweißtreibende 777 – natürlich von Souvenirständen gesäumte –  Stufen erklimmen und dabei höllisch aufpassen, nicht von den dort überall hinexkrementierenden Affen attackiert zu werden. Deren Hinterlassenschaften bekommen eine besondere Beachtung, wenn man bedenkt, dass es ein buddhistisches Heiligtum ist – und somit natürlich ausschließlich barfuß betreten werden darf! Da hoffst Du bei jeder Pfütze, dass es nur der Schweiß der vor Dir gelaufenen Besucher ist…

Zumal ich hier eine der seltsamsten Duschen – mal abgesehen von den freiliegenden elektrischen Leitungen zum Warmwasser-Erhitzen in Bolivien – hatte und Du Dich einfach nach einer Fußhygiene sehnst. Eine eigenwillige freihängende Dusch-Konstruktion, deren Anleitung man zwar folgen konnte, aber das Wasser kam an einem unvermuteten Ausgang raus und blieb zudem kalt. Was angesichts der dortigen Temperaturen aber durchaus angenehm ist. Besonders, wenn man von einer ausgedehnten Radtour durchs Pagodenfeld kommt. Zwei Fotos weiterer alternativer Fortbewegungsmittel habe ich noch angehängt. Der deutsche TÜV hätte seine wahre Freude mit all den offenen Motorräumen der Einachser, Trekker, Laster und Kreuzungen aus all diesen Fahrzeugen.

Hier findet Ihr Bagan (Link folgt, Google Maps funktioniert hier gerade nicht) und hier unten ein paar Fotos. Einfach auf eines klicken und die Galerie öffnet sich.

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2 Gedanken zu „Bagan – Pagoden so weit das Auge reicht

  1. Hy Urs, ich wollte dir nur mal sagen, dass ich mit Begeisterung deine Berichte lese – sehr nett geschrieben und so richtig zum Reinversetzen:) Wo bist du denn voraussichtlich in der 2. Augusthälfte und Anfang September? LG Sandra

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