Der Inle-See – warum machen es sich die Einbeinruderer eigentlich so schwer?

Sie könnten es so einfach haben: Hinrudern, warten, Netz auswerfen, Beute einsacken. Einbeinruderer am Inle-SeeAber so haben sie das Ruder unter der Achsel und in der Kniekehle eingeklemmt und staksen etwas hüftsteif durchs Wasser – damit sie mit der freien Hand vernünftig das Netz auswerfen können. Mit einem zweiten Ruderer oder eben mit ein bisschen treiben lassen funktioniert’s ja auch. Aber es gehört wahrscheinlich zur Region bzw. zu den pittoresken Postkartenmotiven, die für die wild knipsenden Touristen ja auch nachvollziehbar sein müssen.

Touris lernen auf der Butter-Bootsfahrt dann auch, wie aufwändig manch anderes Handwerk am See ist. Wie beispielsweise die Weberinnen, die sehr lange an einem Longyi sitzen – sei er aus Seide oder auch Lotus, was dann sieben Mal teurer ist. Kein Wunder, wenn man sieht, wie die dünnen Fäden erst einmal aus dem Pflanzenstengel geholt werden und dann weiter gesponnen werden, um letztlich auch gefärbt in einem der Webstühle zu landen.

Lotusfaden ziehen ist mühsame Kleinstarbeit

Lotusfaden ziehen ist mühsame Kleinstarbeit

höchste Kunst an altem Gerät

höchste Kunst an altem Gerät

Ebenfalls rein Pflanzliches verarbeiten die Zigarren-Rollerinnen.

weil die Zigarren so schön altmodisch gerollt werden, mal ein Schwarz-Weiß-Foto

weil die Zigarren so schön altmodisch gerollt werden, mal ein Schwarz-Weiß-Foto

Die grünen Zigarren und Zigarillos sieht man überall im täglichen Leben auf der Vespa, im Bus, im Restaurant oder sogar im Mundwinkel des einen oder anderen Mönches im Kloster. Mit lustigen Gewürzen wie Sternanis oder einfach nur mit Tamarindensaft, Palmzucker und Honig. Tabak ist natürlich auch drin. Und in der „Fabrik“ habe ich die spektakulärste Sprinkleranlage aller Zeiten gesehen. Dieses Foto ist ganz speziell einem Düsseldorfer Brandschutzbeauftragten einer großen Liechtensteiner Firma gewidmet: Nehmt’s nicht so genau – das Leben kann so einfach sein…

Sprinkleranlage in Zigarrenfabrik

da darf wirklich nicht viel mehr brennen als die Zigarre….

Pflanzlich wurde es dann auch wieder schnell in den schwimmenden Gärten, in denen sie mitten im See Tomaten anbauen, mit denen sie anscheinend ganz Myanmar versorgen. Lustig, wenn man einen Mann in einem Boot mitten auf einem See sieht, der die Tomaten mit einem Gardena-Schlauch wässert.

Seegärtner

Gemüsebeete wässern auf dem Wasser

Natürlich gibt’s auch hier Pagoden. Eine besondere mit fünf kleinen Buddha-Figürchen, die allerdings vom vielen Blattgold so entstellt sind, dass sie eher aussehen wie ein paar goldene Auberginen und Avocados. Die sehen einmal im Jahr auch das Tageslicht und werden in einer Festparade über den See geschippert. Nachdem das Boot aber mal gekentert ist und nur vier geborgen werden konnten, muss die fünfte bei jetzigen Prozessionen daheim bleiben. Die war nämlich wie durch ein Wunder ein paar Tage später doch wieder „aufgetaucht“. Ein Schelm, der denkt, es wäre nur eine mit Blattgold beklebte Aubergine…

Das sollten sie auch besser mit den Weintrauben machen. Stattdessen machen sie daraus im einzigen Weingut Myanmars Weiß-, Rosé- und Rotwein. Aber die Öffnung des Landes kam zu spät für meinen Gaumen. Die guten Winzer hatten das Land anscheinend noch nicht erreicht. Und so waren lediglich der Syrah und der Cabernet Sauvignon halbwegs trinkbar – was allerdings auch daran gelegen haben könnte, dass sie in der zweiten Verkostungsrunde kamen und wir alte Banausen, den Wein natürlich nicht ausgespuckt hatten. Was zum Teil aber durchaus angebracht gewesen wäre…

Spucken wäre wahrscheinlich auch bei diesem BBQ-Snack auf dem Markt angebracht gewesen. Aber da hat wahrscheinlich mein Kopf, dem Hühnerkopf einen temporären Magenaufenthalt erspart.

BBQ Hühnerkopf

Kopflos am Grill

Hier liegt Nyaungshwe am Inle-See.

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