Indonesien – ein Schwellenland strebt nach Luxus

So, nach ein paar Tagen Auszeit vom Weltenbummeln, melde ich mich zurück. In den beiden Freunde- und Familienwochen in Jakarta und auf Bali war ich Lehrer, Babysitter, Fußballer und Schwerstarbeiter in Sachen Alkohol. Viel getrunken, auch wenn sie hier komische Happy Hours haben – 1 für 1 hatte ich bislang so noch nicht gesehen.

seltsame Happy Hour

normalerweise heißt’s doch 2 for 1 … ?

Bei meinem „Unterricht“ ging’s in der Hauptsache um Myanmar, da die Schüler ein paar Tage vorher Projekttag zu diesem Land gehabt hatten. Allerdings waren sie da nicht viel weiter gekommen, als die Flagge auszumalen. Bei mir haben sie dazu noch ein paar Bilder von Essbarem auf dem Markt und von unterschiedlichen Aborten bekommen. Das Ziel war eigentlich, den indonesischen Wohlstandsprösslingen auf deutsch zu erzählen, wie es in einer Welt fernab der großen Malls, Air Condition und Facebook aussieht.

Malls sind das große Hobby der Menschen in Jakarta und drumherum. Ständig schießen größere, schönere, glitzerndere und doppeltürmige neue Malls aus dem Boden. Dafür müssen dann lang etablierte Kampungs (dörfliche Einheiten in der Stadt) und lang bestehende Etablissements wie die Kneipen mit den vielen freundlichen Mädchen im Block M weichen. Sehr schade, denn somit weichen auch die kleinen Schmuddelkneipen den Sky-Bars der Malls.

Davon ist man auf Bali noch etwas weiter entfernt, auch wenn sich hier ebenfalls an allen Ecken und Enden der Luxus breit macht.

Sonnenschirme in Rock Bar

Sonnenschutz gegen den Sonnenuntergang

 In den Fels gehauene Sunset-Bars, in denen man für den Aufzug Schlange stehen muss und zum Schutz vor der noch nicht untergegangenen Sonne Regenschirme gereicht bekommt sowie Restaurants, in denen auf dem Herrenklo Einmalrasierer samt Rasierschaum ausliegen – das ist das neue Bali. Als Gegenpart gibt’s natürlich noch kleine Warungs (Imbisse) und Surfer-Strandbars, in denen die 70-jährigen Omis die knackigen Surferbodys massieren und dabei mit ihren vier falschen Zähnen lächelnd noch ein Paar T-Shirts an den Mann bringen.

Aber allgemein hinterlässt der Reichtum der Gäste seltsame Spuren. Beim Handeln steigen sie manchmal mit astronomischen Preisen ein wie z. B. der Taxifahrer der für eine Fahrt von unter 600m Wegstrecke gleich mal 10 US$ haben wollte – und das, wo man tatsächlich schon für 4US$ von Bali nach Lombok 4,5 Stunden mit der Fähre fahre kann. Man kann natürlich auch für 30 US$ mit dem Touri-Schnellboot fahren, aber das macht nicht so viel Spaß wie die Einheimischen-Fähre

Mal schauen, was sich in den nächsten Tagen so ergibt, wenn ich wieder fernab der modernen Kommunikation weile. Ich gehe mit ca. 15 anderen Leuten auf ein kleines Boot, wo man tagsüber schnorchelt und nachts an Deck auf spartanischen Matten schläft. Ziel des Ganzen ist es, nach Flores zu gelangen und dabei zwischenzeitlich auf Komodo nicht von den Waranen gefressen zu werden.

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Ein Gedanke zu „Indonesien – ein Schwellenland strebt nach Luxus

  1. Hi Urs,
    Freut mich immer wieder von Dir zu lesen…
    Auch von mir noch mal ganz großes Kompliment.
    Wenn Du mal wieder zurück kommen solltest, machen wir aus deinem Blog und den Fotos ein dicken globurs-Weltenbummler-Bildband und werden reich damit 😉
    Eine weiterhin tolle Zeit Dir und tolles Reisen …
    VG Thiemo

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