Eine Seefahrt, die ist lustig… von Lombok über Komodo nach Flores

Nicht gefressen vom Komodo-Waran, nicht gebissen von der Viper und nicht abgesoffen mit dem Seelenverkäufer-Nussschälchen – da kann man nicht klagen. Die Wahrscheinlichkeit von einem Waran gefressen zu werden war zugegebenermaßen eh’ nicht so groß, wenn Du in einer von Rangern geführten größeren Gruppe unterwegs bist. Der letzte tragische Fall von „Dead on site“ war 2009. Seitdem wurden keine dummen Touristen mehr zum Waran-Happen. Erstaunlich ist es dagegen, dass nicht mehr Nachrichten wie „24 Touristen auf Ausflugsboot ertrunken“ kommen.

der Schlafsaal des Luxusdampfers

Der „Schlafsaal“ des Luxusdampfers

Denn auf einem Boot, auf dem eigentlich nur maximal 20 Passagiere sein sollten, waren wir zu 24 und fünf Crew-Mitglieder, was angesichts der Größe des Kahns definitiv zu viel war und sich in der Anzahl von 15 Rettungswesten widerspiegelte. Das Rettungskanu wurde lediglich dafür benutzt, um die Kiste mit FlipFlops und die mit den Kameras an Land zu bringen. Der Rest – also die Passagiere – betrat festen Boden unter den Füßen immer erst einmal mit einem beherzten Sprung ins kristallklare Wasser.

hier sieht der Kahn sogar fast seetauglich aus...

hier sieht der Kahn sogar fast seetauglich aus…

Herrlich, nur eben eine sehr salzige Angelegenheit, wenn es keine Dusche an Bord gibt. Der Rückweg an Bord sollte eigentlich auch einfach sein. Einfach zur Leiter schwimmen und rauf aufs Boot. Wenn allerdings doch mal jemand das – recht eklige – Bordklo benutzt, musst Du eben an Land warten bis die kleinen braunen Dinger an Dir vorbeitreiben und dann erst losschwimmen. Gegessen wurde am Boden und am zweiten Abend auch gar nicht mal so viel. Die meisten starrten mit ziemlich weißen Gesichtern über ihren Tellerrand hinweg ins Leere. Der Seegang war sehr heftig und auch ich schaute gerne dorthin, wo der Horizont sein könnte. Ab und zu allerdings wanderte der Blick doch zum wunderschön fluoriszierenden Plankton, das vom Bug wegspritzte und zu den Sternen inklusive Kreuz des Südens.

Wahrscheinlich war es auch dieses Kreuz, das uns 18 Stunden über Nacht durch die Wellen führte – ich bezweifle, dass wir GPS oder Radar hatten. Immerhin erreichten wir diverse Inseln und Schnorchelgründe bevor wir uns dann auf die Suche nach den Komodo-Waranen begaben. Sehen schon z. T. furchterregend aus mit ihren gespaltenen Zungen und den großen Krallen. Zudem sind sie bis zu 20 km/h schnell.

Komodo-Waran

Du sprichst mit gespaltener Zunge, Gringo

Aber sie sind in der Paarungszeit und da essen sie nichts. Also war selbst von dem Viech neben den Klos keine große Gefahr zu erwarten. Denn die Ranger begleiteten einen vorher überall hin mit ihren großen Stöcken, nur nicht zum Klo… Die größte Gefahr droht der eigenen Brut: Das muss man sich mal vorstellen: Erst die ganze Zeit Sex und nichts essen – und später, wenn die Kinder geschlüpft sind, fressen die Eltern die eigenen Jungen auf. Das macht keinen großen Sinn im Sinne der Sicherung des eigenen Überlebens.

Und hier liegen Lombok, Komodo und Flores.

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