Busan – wieder zurück in der Moderne

 

Kirche in Busan

moderne Kirche – zumindest der Bau

In Busan wirst Du schnell wieder in die moderne Wirklichkeit transportiert. Überall wurden Hochhäuser hochgezogen.Selbst die Kirchen sind z. T. moderne Glas-Hochhaus-Bauten. Die Reihe vor dem Expressbahnhof wartender Taxis zieht sich sehenswert über mehrere Blocks hinweg und Chinatown ist weniger traditionell als man erwarten könnte.

 

 

Zu meiner Überraschung – und ich konnte nicht rausfinden, was dahinter steckt – ist die Chinatown eigentlich Little Rossija. Denn hier konnte ich plötzlich wieder alles lesen. Zumindest war mein kyrillisch aus dem Anfang meiner Reise noch nicht ganz eingerostet. Hier ist wirklich fast alles auf Russisch beschriftet, dunkle und böse dreinblickende Russen kommen Dir entgegen und vor den Cafés sitzen recht korpulente russische Damen, die Dich mit einem freundlichen „Welcome“ begrüßen und hereinlotsen wollen. Durch einen Blick ins Innere kann man allerdings schnell feststellen, dass sich z. B.  hinter dem Namen „Café Sonja“ mehr Sonja als Kaffee verbirgt. In Chinatown scheinen alle Cafés Puffs zu sein.

Chinatown Busan

russische Vormachtstellung in Chinatown

Eine weitere Parallele zu Hamburg, wo der Kiez zumindest teilweise fest in russischer Hand ist.

Fischmarkt in Busan

Muschelschubser auf dem Fischmarkt

Und einen berühmten Fischmarkt haben sie auch, wobei es dort in der Hauptsache richtig Fisch und Meeresfrüchte gibt und kein Obst und sonstiges Gedöns. Wahrscheinlich weil Obst hier in Südkorea so teuer ist (siehe auch Eintrag Koreanische Köstlich- und Seltsamkeiten). Eine andere Parallele ist vielleicht nur durch Zufall der Hafen. Sehr groß und geschäftig, mit Hafenrundfahrten und antiken Booten, die malerisch vor einer durch Zufall wie die Köhlbrandbrücke aussehenden Brücke schippern.

Kopie der Köhlbrandbrücke in Busan

koreanische Köhlbrandbrücke – täuschend echt

Aber sie kupfern hier nicht nur Brücken ab, sondern kopieren ganz dreist auch andere ur-deutsche Produkte wie eine Ikone der 80er – die Adilette. Es gibt sie hier sogar reihenweise im Seven-Eleven. Es geht bergab mit deutschen Werten …

Plagiats-Adilette

Die deutsche Adilette als Opfer des Plagiats

Mein persönlicher Höhepunkt der Modernität in Busan war allerdings etwas anderes – das Klo in meinem Guest House. Man konnte sogar Wasserdruck und –temperatur wählen, mit der einem die Rosette gespült wird. Und beim Fön im Anschluss ebenfalls die Windstärke und die Temperatur. Nur spülen muss man noch selbst…

Luxusklo in Busan

Stuhlgang deluxe

Koreanische Köstlich- und Seltsamkeiten

Von den Philippinen kommend war das Essen in Korea erst einmal mit einer paradiesischen Vielfalt gesegnet. Daher gibt es diesmal – trotz bereits etwas ausführlicherem Vorstellen von Würstchen im Pommesmantel & Co im Eintrag von Seoul – hier noch ein extra Kapitel „Essen wie Buddha in Korea“.

Plattfisch-Sashimi

gerade noch geschwommen – jetzt roh auf den Tisch

Doch auch hier ist nicht alles Gold was glänzt – besonders, wenn man des Koreanischen nicht mächtig ist. Das führt zu vielen kleinen Überraschungen. So kann man durchaus entgegen seinen Erwartungen eine kalte Suppe erwischen, wenn man einfach auf das Gericht des Nachbarn zeigt. Das Gleiche kann aber auch vorkommen, wenn man an der Wandtafel auf englisch lesen kann, dass man sich Spicy Buchweizen-Nudeln bestellt. In beiden Fällen handelte es sich um kalte Nudeln mit Gurken und Rettich mit einem halben hartgekochten Ei drauf und in dieses kalte Nudelwasser kippt man dann noch Senf. Senf könnte auch dieser Delikatessen-Selektion nicht schaden, denn nicht nur die Farbe der Würstchen ist etwas gewöhnungsbedürftig für einen Menschen aus dem Heimatland der Wurst.

Wurst in Korea

hier geht’s um die Wurst

Bei dieser kalten Nudelschüssel kommt natürlich auch das wichtigste Bestandteil eines koreanischen Bestecks zum Einsatz – die Schere: Als ich versuchte, die Nudeln so gut wie möglich in meinen Mund zu manövrieren, kam mitleidig schauend die Dame vom Nachbartisch und zerschnitt mit vier gekonnten Schnipplern meine Portion. Aha, Lektion gelernt… also nicht nur das Fleisch auf dem Barbecue wird mit der Schere zerlegt.

Schere als Messer

zwei Lieblinge der Koreaner: Schweinefleisch und Scheren

Die Vorliebe für Scheren geht so weit, dass ich in einem Hostel gar kein Messer vorfand, um meine Kiwi zu halbieren. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte, dass man auch Rettiche mit Scheren schälen kann und somit wohl eine Schere auch zum Kiwi-Halbieren taugt, nahm ich meinen Löffel.

Vielleicht wissen sie auch nicht, wie man mit Obst in deutschen Augen umzugehen hat. Denn Obst ist enorm teuer. Für eine (!) dieser großen Birnen, die wie Äpfel aussehen, zahlt man zwischen 3,10 und 4,70 Euro. Spottbillig im Vergleich zur Wassermelone im Wert von sage und schreibe 13 Euro.

Pilze scheinen dagegen recht günstig zu sein. Deswegen kommen sie mit auf die heiße Platte.

Korean BBQ

… und dann kommt die Schere

Selbstverständlich muss man auch die nach dem Anbraten zerschneiden. Köstlich wird alles beim koreanischen BBQ durch das Sesamblatt, in das man das Fleisch und die anderen kleinen Sauereien wie Knoblauch, Kimchi, Zwiebeln und sauer eingelegten Rettich packt, alles zusammenwickelt und sich dann in den Mund schiebt. Eigentlich sollten auch noch jede Menge getrocknete Fischlein oder kleine eingelegte Schrimps rein, aber das gehört zwar noch zu den harmloseren Sachen, die ich weglasse.

Shrimps zum Würzen

Shrimps – ein eigenartiges Gewürz

Weggelassen habe ich auch die in der Rubrik Seoul erwähnten Penisse, die Seeigel, die bei lebendigem Leibe gehäuteten und dann noch zappelnden Mini-Aaale oder diesen undefinierbaren in schwabbeligen Blöcken verkauften braunen Glibber.

In den Restaurants zieht man die Schuhe vor der Tür aus und hockt meistens auf dem Boden an niedrigen Tischlein. Servietten findet man in der Regel gar nicht, dafür gibt’s überall gratis Wasser. Auf der Straße sollte man fast alles vom Street-Food mal probieren.

Nudelwurst am Stick

die etwas andere Nudel…

Ob Nudeln im Würstchenteig am Stick, Fleischspieße mit schwer definierbarem Fleisch, durch die Mangel gedrehter Tintenfisch bis hin zu diesen süßen Pfannkuchen mit Sonnenblumenkern-Ahornsirup-Füllung oder zuckerbestreute Krapfen mit Rote-Bohnen-Füllung.

 

Wer’s herzhafter mag, ist beim koreanischen Frühstück recht gut aufgehoben. Suppe mit Ei und Maultaschen, Reis mit Schweinegeschnetzeltem, Tofu in Chilli und natürlich getrocknete Fischlein und Tintenfisch.

koreanisches Frühstück

Suppe, Reis und getrockneter Tintenfisch – kein Katerfrühstück in Korea

Letztere beiden sind übrigens auch typische Snacks, um den Tag bei einem Bierchen – das wahrscheinlich durch den amerikanischen Einfluss auf Südkorea leider extrem dünn ist – ausklingen zu lassen. Für die gemischte Party mit Westlern ist dann wohl diese Snackbox hier.

koreanischer Snack zum Bier

die etwas anderen Erdnuss-Flips

Und wer sich Gedanken über zu viele Kalorien macht: Beim Wandern sind die Koreaner mit ihrer Genauigkeit und Disziplin vorbildlich. Auf den Schildern bei den Wanderwegen sagen sie Dir genau, wie viele Kalorien Du auf den jeweiligen Teilstücken verbrauchst.

Wegweiser mit Kalorienverbrauch

Koreaner folgen der schlanken Linie

Andong und Gyeongju – in der historischen Mitte des koreanischen Nirgendwo

Galerie

Diese Galerie enthält 12 Fotos.

Während ich mich bei Seoul noch über die wenigen Mülleimer gewundert habe, musste ich feststellen, dass es sogar Städte wie Gyeongju gänzlich ohne öffentliche Mülleimer gibt. Und trotzdem sind auch diese Städte wie alle anderen extrem sauber. Was übrigens für … Weiterlesen

Reisen in Südkorea

Dieses Kapitel ist für Südkorea weniger von Rostlauben, außergewöhnlichen Fahrzeugen oder überfüllten Gefährten geprägt, sondern vielmehr von den kleinen Dingen des täglichen Transport-Lebens.

Bus- und Zugfahren in Südkorea ist ungefähr so als wenn man in Deutschland die A7 entlang fährt – die gleiche Qualität der Fahrbahn, ähnliche Raststätten und vergleichbare  Landschaften, die an einem vorbeiziehen. Kleine Abweichungen gibt’s dann aber doch: statt Weizen- und Rapsfeldern gibt’s Reisfelder,

Kiefernknospen-Drink

erfrischender Saunaaufguss auf dem Weg nach Andong (der Ort in der Mitte)

auf den Raststätten gibt’s lustige nach eisgekühltem Sauna-Aufguss schmeckende Kiefernknospen-Erfrischungsgetränke und ständig sieht man mit Alufolie unterlegte Apfelbäume sowie Grabhügel. Es scheint, als gäbe es in Südkorea gar keine Friedhöfe, sondern dass man seine Verstorbenen genau da bettet, wo man sie gerne hätte – z. B. inmitten eines Maisfeldes oder neben dem Kuhstall.

Sowohl in den Bussen als auch den Zügen war ich grundsätzlich der einzige westliche Tourist, was aber keinerlei Vorteile mit sich brachte. Im Gegenteil musste ich mich erst einmal dran gewöhnen, dass vor allem die alten Männer – auch ohne zu essen – die ganze Zeit laut schmatzen und rülpsen. Die Furzerei haben sie zum Glück auf die Straße an der frischen Luft verlagert. Meistens schlafen sie allerdings, was auch am TV-Programm liegen könnte, welches nämlich wirklich das Fernsehprogramm ist. Da das meistens auf einen Dokumentationskanal eingestellt ist oder die Nachrichten zeigt, aber durch Funklöcher das Bild immer wieder einfriert, ist es nicht sonderlich spannend, das Programm auch zu verfolgen.

In Zügen haben sie’s nicht so mit dem Kontrollieren. Eigentlich ein Schwarzfahrer-Paradies, aber dafür sind sie zu diszipliniert. Vielleicht ist es deshalb ein Zeichen des Dankes an die ehrlichen Fahrgäste, dass sich der Schaffner jedes Mal bei Betreten oder Verlassen des Waggons umdreht und sich verneigt. Leider haben sie’s auch bei der Kontrolle des Ticketkaufs im Internet nicht so mit dem Kontrollieren. Hier wird nirgends der Sicherheitscode abgefragt. Gewöhnungsbedürftig, aber immerhin gibt’s die Seite der Bahn sogar auf englisch, was man von der Seite des zentralen Busbahnhofs von Seoul nicht gerade behaupten kann. Sie ist ausschließlich auf koreanisch, was dann für eine Hauptstadt doch etwas seltsam ist.

Bahnhofstreppe in Gyeongju

Vorsicht! Auf dieser Treppe ist mit Stufen zu rechnen…

Lustig ist auch in den U-Bahnhöfen und normalen Bahnhöfen, dass einfahrende Züge mit Fanfaren oder der Mozart’schen Kleinen Nachtmusik angekündigt werden. Passend zu dieser feierlichen Sitte, fahren auch Busfahrer grundsätzlich – bis auf einige grünbehandschuhte Revoluzzer – mit weißen Seidenhandschuhen. Die kommen besonders gut zur Geltung, wenn er einen entgegenkommenden Busfahrer grüßt. Denn das macht er nicht wie in unseren Breitengraden mit einem banalen Kopfnicken, Handheben oder Victoryzeichen, sondern er salutiert ordentlich. Was in Städten mit vielen Stadtbussen dazu führt, dass er die Hand mehr an der Schläfe, als am Schaltknüppel hat.

Autofahrer hegen und pflegen ihr Mobil auch gerne. Man sieht extrem viele Autos mit kleinen blauen Schaumstoffklötzchen an den Türen, damit man beim Aussteigen ja kein anderes Auto beschädigt.

koreanische Türschützer

blaue Verhüterli gegen zu aufdringliche Nachbarn

Und zum Schluss noch eine Überlegung zum Thema Verkehr: Bringt dieser Pizzabote nur was zum Essen oder widmet er sich auch dem Thema Verkehr mit Damen?

Mista Lover Lover

Pizza Speciale???

Seoraksan – ein Sonntag unter Profi-Wanderern

Seoraksan ist einer der bekanntesten Nationalparks Südkoreas und wie es scheint, kommen die Leute nicht nur wie ich in 15 Minuten mit dem Stadtbus aus dem Küstenstädtchen Sokcho hierher, sondern mit den unglaublich vielen Touristenbussen aus dem ganzen Land. Der Bus- und der Autoparkplatz waren zumindest prall gefüllt, als ich wieder gen Hafen fuhr.

Wenn man in Südkorea wandern geht, ist das eine ernstzunehmende und generalstabsmäßig zu planende Aktion – wenn man es richtig machen möchte. Wenn der Südkoreaner auf den Berg geht, hat er…

–          … seelischen Beistand

seelischer Beistand für Wanderer

mit Buddha gut auf den Berg

–          … eine Menge Bekannte dabei

Wanderermassen in Korea

das Wandern ist des Koreaners Lust

–          … und eine Ausrüstung, die ihn auch für den Mt. Everest qualifizieren könnte.

Profi-Wander-Ausrüstung

da freut sich der Outdoor-Laden

Damit behindern sie sich dann leider auf dem Weg nach oben mehr, als dass sie die Wanderstöcke auf den nahezu ausschließlich künstlich angelegten Wegen und Treppen gebrauchen könnten.

Stau beim Wandern

naturnahes Wandern mit Profis

Der Weg – obwohl es auf einen wirklich respektablen Felsen raufgeht – ist so naturnah wie die Brüste von Dolly Buster. Man könnte ihn sogar in Flip-Flops hochlaufen.

Leider mag der Koreaner sein Samsung auch recht gerne und so penetriert ca. jeder zwanzigste Wanderer – was bei diesen Pilgermassen sehr schnell erreicht ist – die herrliche alpine Ruhe mit entweder den Berichten an die Daheimgebliebenen oder noch lieber mit Musik aus den Lautsprechern. Zum Gipfel hin wird es dann noch etwas lauter. Denn oben steht ein Mann, der mit diesen ganzen Smartphones alle glücklichen Gipfelbezwinger vor der koreanischen Fahne ablichtet und mit Kampfgebrüll zu einer martialischen Pose auffordert.

müde Wander-Kriegerinnen

Da hat die Kampfschrei-Animation noch nicht gewirkt – da capo!

Oben auf dem Berg kann man auch eine Medaille kaufen, um zu beweisen und zu ehren, dass man oben war. Komischerweise trinkt aber niemand einen Gipfelschnaps, obwohl es den auf einem Drittel der Strecke in Literflaschen zu kaufen gibt. Sonst gibt es den Soju eigentlich nur in 0,33l Flaschen, aber hier ist man ja auch in größeren Gruppen unterwegs. Glücklicherweise sieht man nirgendwo die Folgen dieses Soju-Konsums wie in Seoul. Auf einem Viertel der Strecke kann man übrigens noch schnell ein wenig Schmuck kaufen. Ob das Geschäft angesichts der oben beschriebenen Profiausrüstungs-Vorliebe allerdings gut läuft, wage ich zu bezweifeln.

Auf jeden Fall war ich froh, nachher wieder am Hafenbecken von Daepohang neben Sokcho zu sitzen und in völliger Stille meinen gefüllten Tintenfisch zu verspeisen.

zum Bersten gestopfter Tintenfisch

Calamar Calzone

Sokcho Hafen Daepohang

himmlische Ruhe am Hafenbecken

Seoul – ganz schön (anders)

Fliegt man – wie ich gerade – aus einem Entwicklungsland, in dessen Hauptstadt die Straßen ständig unter Wasser stehen und die dunklen Gassen stinkend und leer vor sich hin gammeln, nach Seoul, erlebt man einen Kulturschock.

Regenbogen in Seoul

Ein schönes Kleid für den Life Ball in Wien

Einige merkwürdige Sachen gibt es in Seoul aber dann doch auch. Es ist z. B. die einzige über-20-Millionen-Einwohner-Metropole, die ich kenne, die nahezu ohne jeglichen öffentlichen Mülleimer auskommt. Selten habe ich meinen Müll so lange durch eine Stadt getragen, bis ich endlich nach 3 Stunden (!) einen Mülleimer gefunden habe. Und dennoch ist die Stadt extrem sauber. Die Disziplin der Südkoreaner ist schon beeindruckend.

Hier gibt es Screen-Golf wo man den Ball gegen eine Leinwand drischt, Oettinger-Bier im Seven-Eleven, jede Menge Fernseher in der Kathedrale auf denen hoffentlich nicht der spezielle TV-Kanal für eSports läuft, Riesen-Damenschlüpfer, künstliche Reisfelder mitten in der Stadt und Würstchen im Pommesmantel am Stiel.

Damenwäsche XXL

nicht gerade Copacabana-Style

Würstchen mit Pommes am Stiel

Würstchen mit Pommes am Stiel

Beim Essen gibt’s sowieso merkwürdige Dinge: Die Ess-Stäbchen sind aus Metall, was anfangs eine etwas flutschige Umstellung ist. Zu jedem Essen kommt Kimchi, dieser durch Milchsäure vergorene Kohl mit Chillipulver sowie dutzende anderer kleiner Schälchen mit getrockneten Fischlein, fermentiertem Irgendwas und Seetang.

leider etwas unscharf, aber nicht wegen Zensur - draufklicken und es wird groß :)

leider etwas unscharf, aber nicht wegen Zensur – draufklicken und es wird groß 🙂

Man findet in den Aquarien Lebewesen, die aussehen wie lebendige Penisse. Es gibt sie auch als hochrot angelaufene und angeschwollene Variante.

 

 

Beim Korean Barbecue schneidet man das Fleisch, das direkt vor einem auf einer heißen Metallplatte mit Geruchsstaubsauger oben drüber gebraten wird – mit einer handelsüblichen Schere.

Korean BBQ

schnipp-schnapp, fertig ist das Fleisch

Danach kommt es öfter vor, dass einen der Kellner noch mit Febreze besprüht (hiermit einen schönen Gruß an die Düsseldorfer Karnevalsgesellschaft). Und es gibt unzählige Cafés, die leider recht unerschwinglichen Kaffee anbieten – teurer als in Deutschland.

Go in Seoul

Go for Gold(en Agers)

 

Die alten Männer, die sich – scheinbar zu Hunderten – in einer Reihe zusammensetzen und das chinesische Brettspiel Go spielen, trinken dazu alle diese kleinen Yakult-Fläschchen. Die größeren Flaschen, die im Leben der Südkoreaner eine wichtige Rolle spielen, sind mit Soju gefüllt. Das ist ein Schnaps, der sich zwischen 20 und 40 Prozent bewegt und bei jedem Essen und Beisammensein in rauen Mengen getrunken wird. Vor allem nach Feierabend sieht man dann einige Businessleute sich nebeneinander an einer Wand abstützend, wie sie sich die Sache mit dem Soju noch mal durch den Kopf gehen lassen. Streng nach dem Motto: „Vorbeugen ist besser als auf die Schuhe kotzen“.

Wie sonst eigentlich fast nur in Entwicklungsländern zu sehen, findet man in Seoul auch noch ganze Straßen mit ein und demselben Produkt. Also z. B. eine Bäckereienstraße, eine Stoffstraße oder eine Straße, in der es ausschließlich Kabel und Stecker bzw. Steckdosen zu kaufen gibt. Diese Straße mündet dann praktischerweise in der Lampenstraße. Letztere scheint das Gebiet der Badezimmereinrichtungen feindlich übernehmen zu wollen und drängt von der gegenüberliegenden Straßenseite zwischen die Kloschüsseln und Kacheln. Wenn das mal gut geht…

Arschkriecher

Das Bild macht hier keinen Sinn, aber ich find’s klasse

Das Komischste an der Wachablösung vor dem Palast Deoksugung sind nicht die vielen bunten Uniformen der Wachen oder die Muschel-Trompeter, sondern dass die Stadt Seoul seit 1. Mai 2013 ausländischen Besuchern die Möglichkeit bietet, dort selber mitzumachen. Und ich hatte mich sehr gewundert, was unter all diesen grimmig dreinguckenden Koreanern, die dicke amerikanische Frau und Mann machen…

bunte Wachablösung in Seoul

Mundmuschel statt Ohrmuschel

Sich zurecht zu finden wird einem leicht gemacht. Fast alle Ortsangaben beinhalten den jeweiligen Ausgang der entsprechenden U-Bahnstation. Nur dann lassen sie Dich leider manchmal im Stich. Und dann wird’s kompliziert: Die Nummer, die Du in Deiner Adressangabe hast, ist nämlich keine Hausnummer, sondern irgendeine Nummer eines Komplexes und dann vielleicht noch die Büronummer. Also musst Du die Leute nach dem Gebäude fragen und das ist leider nicht ganz so einfach, denn sogar in Seoul sprechen – für ein Industrieland erschreckend – nur sehr wenige Menschen englisch. Bleibt also nur die Hand-und-Fuß-Kommunikation und einige sinnlos mehr gelaufene Meter, da Dich die Menschen auch bei kompletter Ahnungslosigkeit einfach in irgendeine Richtung schicken. Da sind sie also ganz asiatisch…

Und eine sonderbare Sache durfte ich – nachdem sich Seoul überwiegend regnerisch zeigte – in Aktion sehen. Sonst hätte ich vielleicht nie erraten, für was diese Vorrichtung ist: Ein Regenschirm-Schließfach…

Regenschirm-Schließfach

Regenschirm-Knast

Die Visayas – Schokoladenhügel, kleine Viecher, große Augen und Riesenmäuler

Bei diesen Inseln und Tauchrevieren geht Tauchern das Herz – und leider auch der Geldbeutel – auf. Apo Island (Negros), Balicasag (Bohol) und Malapascua (Cebu) sind wahre Tauchparadiese mit riesigen Schildkröten, großen Haien und kleinen Fischen sowie sonstigem Miniatur-Getier. Man muss schon genau hinschauen, um die kleinen Nudibranches (Nacktkiemer bzw. Nacktschnecken) oder die hervorragend getarnten Skorpion- und Frog-Fische zu sehen. Oder die Unmengen von Feuerfischen, die meist nur versteckt unterm Felsen liegen, aber manchmal dann doch in voller „Federpracht“ an Dir vorbeigleiten.

Aber auch an Land muss man genau hinschauen, wenn man auf Bohol die winzigsten Primaten auf diesem Erdball sehen möchte. Die Koboldmakis oder Tarsier wiegen nur um die 100 Gramm, haben riesige Augen und Fingerchen wie ein Gecko.

Tarsier oder Koboltmaki

wenn nur alles so riesig wäre, wie meine Augen….

Tagsüber pennen sie nur, aber nachts springen sie wild herum und schnappen sich alles fleischliche, was sie so in einer für sie mundgerechten Größe finden. Fleisch ist ihr Gemüse. Und in Gefangenschaft begehen einige von ihnen Suizid. Da bemerkt man doch eine recht große Ähnlichkeit zu manchen von uns Primaten.

Angeblich Tränen haben hingegen Riesen vergossen – und daraus sind dann die Chocolate Hills entstanden. Die waren allerdings zu meiner Regenzeit gar nicht braun, sondern grün. Also weit entfernt von Schoko-Riesen. Mit Schokolade haben sie’s hier aber. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es beim Frühstück schon, wenn man Klebreis mit Schokolade übergossen bekommt und die ganz Süßen dann noch Kokos-Marmelade drüber gießen. Kulinarisch kann man eh‘ nicht so viel von einem Volk erwarten, das in der Teeküchendeko weißmachen will, dass Äpfel und Birnen an Weinreben wachsen…

Äpfel und Birnen Deko

so wächst also Apfelwein…

Wenigstens gibt’s keinen Shrimps-Brei. Das bekommen im Walhai-Sanctuary in Oslob auf Cebu nämlich die sanften Riesen. Das ist ein unglaubliches – anfangs sogar etwas beunruhigendes – Gefühl inmitten dieser riesigen Haie zu schnorcheln. Aber dann gewöhnt man sich dran, dass so ein bis zu neun Meter langer Koloss auf Dich zu hält und dann nur wenige Zentimeter an Dir vorbeigleitet. Manchmal berühren sie Dich sogar mit ihrer Flosse.

Fantastisch sieht’s dann aus, wenn sie ihr riesiges Maul – in das ich locker hätte reinschwimmen können – öffnen und enorme Wassermassen mitsamt den armen kleinen Shrimps in sich reinlaufen lassen. Lustig ist auch, wie bei manchen dieser Riesen ein winziger nur ca. 2 cm großer gelb-schwarz-getreifter Mini-Fisch direkt vor dem Maul schwimmt. Dagegen ist so ein Follow-Me-Auto vor einem Airbus 380 schon ein Riesenauto. Manchmal erschrecken kleine Fische auch, wenn man als Schnorchler zu nahe kommt und verschwinden dann im Ohr des Walhais. Interessanterweise habe ich keinen wieder rauskommen sehen. Vielleicht versteht man darunter „ungehört verhallt“ oder „Lost in translation“…?

Mindoro – abseits der Pfade zu Robinson Crusoe

Was ich im letzten Eintrag vergessen hatte, ist etwas, was einen vielleicht in den öffentlichen Transportmitteln stutzig machen sollte: Warum kommt eigentlich in jedem Bus vor Abfahrt ein Laienprediger und liest aus der Bibel vor? o.k., Antwort hier ist einfach: es ist einfach eine religiöse Form des Bettelns, denn anschließend verteilt er/sie kleine Umschläge, in denen man seine Dankbarkeit monetär ausdrücken kann. Aber als auf der Fähre von Mindoro nach Payan zum ersten und einzigen Mal der Fernseher anging, um ein Gebet vorzulesen, kam mir das doch angesichts des heruntergekommenen Zustands des Kahns und der beträchtlichen Anzahl an einzuladenden Laster ein bisschen komisch vor. Aber so lange die Mäuse noch fröhlich zwischen den Sitzreihen rumflitzten, musste ich mir wohl keine Gedanken machen. Denn sie sind ja ein bisschen wie Ratten und die verlassen ja bekanntlich ein sinkendes Schiff…

Nachdem ich dann endlich weggekommen war aus Coron, drohte mir ein ähnliches Gestrandet-Schicksal auf der verregneten Robinson-Crusoe-Insel Pandan vor Mindoro, wo ich nicht nur meinen Tauchkurs gemacht habe, sondern auch einiges interessantes zum Klimawandel gelernt habe: Nach den Kühen ist Reis der zweitgrößte Schuldige für den Methan-Ausstoß und somit ganz schön schädlich für unser Klima. Nur gut, dass das International Rice Research Institute mit insgesamt über 1.500 Leuten auf den Philippinen forscht… Genug zu forschen haben sie auf Mindoro, das scheint eine der Reiskammern des Landes zu sein. Reisfelder, soweit das Auge reicht und in jedem steckt fein säuberlich ein Täfelchen, welcher Pharma-Gigant mit welchem Mittelchen für prächtigen Reis sorgt.

Von meinem Freund, der in der Rolling Clinic über die Insel fährt und die Stämme in den Bergen der Insel besucht, erfuhr ich, dass die Philippinen tatsächlich lange nicht so entwickelt sind wie andere Staaten in Südostasien. Er behandelt Patienten aus dem Volk der Mangyan, die auch heutzutage barfuß und mit Lendenschurz durchs Leben wandeln.

Die Pfade auf Mindoro sind im allgemeinen eher weniger touristisch. In allen meinen Fahrten mit Bussen und Fähren war ich der einzige Ausländer und wurde mit ebenso großen Augen angeschaut, wie wir unter Wasser die riesigen Green Back Schildkröten und sonstiges Unterwassergetier angestarrt haben.

Wer also absolute Ruhe in einem kleinen Naturparadies nur mit ein bisschen Solarstrom und einer Süß-Salzwasser-Gemisch-Dusche genießen möchte, ist auf Pandan Island Resort ganz prima aufgehoben. Schlüssel gibt’s keine, aber jeder vertraut jedem – und die Affen bleiben weit genug weg im Wald. Also klaut keiner was, denn die riesigen Spinnen in unserem offenen Bambus-Bungalow hatten zwar acht bemerkenswert große Beine, aber eben keine Arme, um irgendwas wegzutransportieren.

Leider habe ich hier vor lauter Tauchen und ein bisschen viel Regen kaum Fotos gemacht. Aber Ihr könnt zumindest hier sehen, wo Mindoro und Pandan liegen.

Und damit wenigstens ein Foto hier zu sehen ist, gibt’s den Punk-Papagei Clyde, der sich wenig eitel die gesamten Federn von der Brust rupft, wenn die Billiard-Partien zu schlecht sind.

Punk Papagei auf Pandan Island

Pandan Punk Papagei

Reisen auf den Philippinen

Ich hätte nicht gedacht, dass die Transportmittel der jeweiligen Länder zu einem festen Bestandteil des Blogs werden. Aber es ist z. T. einfach zu schön, um es nicht aufzuschreiben.

Jeepny in Manila

Jeepnys in allen Größen

Da sind zum einen die Jeepnys. Früher aus der Not heraus einfach zur „Stretchlimousine“ umgebaute Ami-Jeeps, in denen man auf zwei sich gegenüberliegenden Bänken sitzt und ganz ordentlich mit Musik beschallt wird. Heute werden sie extra und ausschließlich auf den Philippinen hergestellt. Sie ersetzen in Manila die Stadtbusse und es gibt sie in allen Aufmotzformen und -farben. Und ganz wichtig: mit Platz zum draußen dranhängen oder oben drauf sitzen.

In den verschiedensten Aufmachungen gibt’s auch die Tricycles. Mal als Ferrari aufgemotzt, mal als Familienkutsche, als rollende bunte Disko oder auch als „Smart“-Tricycle – es bleiben einfach Mopeds mit einem Fahrgasthäuschen. Fährt man zu dritt mit Gepäck sitzt der Dritte im Damensitz hinten beim Fahrer drauf und wenn es draußen schüttet, hat man anschließend eine schicke zweifarbige Hose. Ab dem Knie abwärts entsprechend dunkler.

Tricycle

Tricycle in Ferrari-roter Rennausführung

Tricycle in Schieflage

Tricycle in Schieflage

Getankt wird wie so oft in Südost-Asien an einem willkürlichen Stand, an dem es in Deutschland Früchte vor dem Bauernhof gäbe.

Flaschentankstelle

rote Pepsi bringt Dich auf Touren

Hier steht das Benzin in allen möglichen Farben, aber immer in Flaschen von den beiden großen Cola-Giganten dieser Welt, zur spontanen Entnahme bereit. Denn Tricycles werden aus irgendeinem Grund fast immer betankt, wenn der Gast schon drin sitzt. Das machen sie auch gerne bei den großen Überlandbussen, die schon zwei Stunden vor der Abfahrt mit sinnlos laufendem Motor rumstehen. Da wäre doch eigentlich ein Tankstopp VOR der Abfahrt recht sinnvoll.

Bei der Fahrt im Einheimischen-Bus auf Palawan hätten wir eigentlich ein Restaurant aufmachen können: Das Lager befand sich im Gang, in der Tür transportierte irgendjemand Yukka-Palmen im Topf für das gemütliche Ambiente. Die Gäste, die noch keinen Platz ergattern konnten, fuhren oben auf dem Dach mit, bis im Restaurant was frei wurde. Im Bus gab es von vornherein Hühner, nach dem ersten Stopp auch Seegras und Fisch. Als Beilage wurde Reis in 50kg Säcken gelagert. Oben drauf die Kisten mit den Kuchen. Nur über die Fluchtwege-Situation hätte man sich noch ein paar Gedanken machen können. Erst als der Gang ausgeladen war, konnten die Gäste raus. Glücklicherweise sind die Mägen stabiler als die der Myanmarer, allerdings pennen sie sowieso hier alle sobald der Bus rollt.

vollbeladener Bus auf Palawan

Ich bette meinen Kopf auf Reis

Vielleicht können sie auch beruhigt schlafen, da Jesus immer mitfährt. Das gibt einem ein sicheres Gefühl, falls die Genehmigung des Busses nur für das letzte Jahr gilt und die auf dem Schild neben Jesus angepriesenen und anzulegenden Sicherheitsgurte natürlich nicht vorhanden sind.

Jesus fährt mit

wenn TÜV und Gurte nicht mehr helfen, gibt’s nur noch den Einen…

Fliegen ist auch schön, wenn man denn fliegen kann und nicht auf kleinen Pseudo-Flughäfen wie in Coron auf Busuanga festsitzt. Es kann nämlich auch vorkommen, dass man sich morgens am Flughafen ein Ticket kauft und sie vergessen, Dir zu sagen, dass eigentlich schon seit gestern die Flüge nach Manila ausfallen, da dort alles – mitsamt den Landebahnen – unter Wasser steht. Muss einen ja nicht abhalten, es gibt halt Verzögerungen – was sie einem dann freundlicherweise in der einzigen Durchsage während eines ganzen Arbeitstages (8:00 bis 17:30) doch mal durchgeben. Mal abgesehen von der Ansage, dass man sich jetzt eine Instant-Nudelsuppe holen kann. Hätte nicht gedacht, dass ich mich schon so bald nach der Transsibirischen Eisenbahn wieder auf eine solche Delikatesse freuen würde.

Gerüchteweise wurden dann alle Flüge gecancelt – aber bis zu dem Zeitpunkt meines Verlassens des flughafen-ähnlichen Gebäudes wurde es nicht kommuniziert. Wenigstens die Minibus-Fahrer vor der Tür schienen Bescheid zu wissen, denn so ziemlich alle Vans der Gegend standen bereit, um die Passagiere aller sechs gestrandeter Flüge wieder in die Stadt zurückzubefördern.

Wenn man dann mal in der Luft ist, wird’s sogar unterhaltsam. So ruft die Besatzung von Cebu Pacific plötzlich drei kleine lustige Mitmachspiele aus, bei denen man eine Kleinigkeit gewinnen kann. Drei kleine Cebu-Pacific-Nähsets … natürlich mit Schere, die man ja bekanntlich bei der Security abgeben muss. Äußerst praktisch und weitsichtig also diese Cebu-Leute. Man stelle sich vor, man verliert ausgerechnet beim Einsteigen einen Knopf…

Fähre nach Coron

doch, doch, das ist die offizielle Fähre nach Coron

Die Fähren sind – sofern sie nicht tragischerweise von einem Frachter gerammt und versenkt werden – für ihre Größe und ihr Alter erstaunlich sicher. Und im Gegensatz zu Indonesischen Touri-Booten sogar mit ausreichend Rettungswesten ausgestattet.

Fähre Palawan

Reserviert für unsere „Sinioren“

Sogar für Plätze für ältere Mitbürger ist gesorgt. In der Theorie zumindest, denn in der Praxis liegen die Passagiere auf den beiden durchgehenden langen Sitzbänken an jeder Seite des Bootes Kopf-an-Fuß – wobei sich sogar fast jeder an den Hinweis hält, dass die Rettungswesten nicht als Kopfkissen benutzt werden dürfen.

Bei kleinen Ausflugsbooten auf den Touren kommt es erstaunlicherweise ohne Komplikationen zu erstaunlichen Tankvorgängen – wenn ich den rauchenden Matrosen, den Schlauch in seiner Hand, die abgesägte Wasserflasche als Filter und die nach Diesel riechende Flüssigkeit richtig gedeutet habe. Diese Kombination fand nämlich ihre Anwendung bei laufendem Motor auf See. Und in Europa müssen Flugpassagiere aus dem Flugzeug raus, während die Maschine betankt wird oder müssen ihre Handys ausschalten… Das Leben kann doch so viel einfacher sein.

Palawan und Busuanga – entspannte Paradiese

„Ich kenne den Mann nicht.“ „Kannst Du ihn trotzdem anrufen, um nach unserem versprochenen Bus zu fragen? Hier ist seine Nummer…“ “Ah, nicht nötig, ich habe seine Nummer hier in meinem Handy…“. Solche widersprüchlichen Dialoge sind hier ganz normal. Genauso wie auf dem Bootstrip, wo Du am Tag vorher sagen musst, was Du zu essen haben willst: Wenn Du Fisch sagst, kommt es durchaus vor, dass sie am nächsten Morgen lächelnd erzählen, dass sie in den Boxen gerade das Schwein und das Hühnchen aufs Boot tragen. Wenn Du dann sagst „Aber eigentlich hatten wir doch Fisch bestellt…“  erwidern sie fröhlich „Oh, kein Problem, dann ist da jetzt Fisch drin.“

Improvisation und Erzählkunst zählen eindeutig zu den Stärken ihrer unbekümmerten Art, auf Situationen zu reagieren.

improvisiertes Dach

dann ist halt der Regenschirm jetzt ein Dach…

Als Tourist darfst Du Dich dann auch keinesfalls drauf verlassen, dass Du bekommst, was Du wolltest und entsprechend relaxt reagieren,

scharfe Beifahrerin

scharfe Leggings!

wenn Du Dich zusammengepfercht in einem Jeepny und dann in einem überfüllten Minibus wieder findest, statt im privat organisierten Minibus. Lächeln und trotzdem genießen. Gehört alles zum Gesamterlebnis, genauso wie die auf dem Trittbrett mitfahrenden Damen mit sehr großer Machete.

Erzählkunst in Fragmenten genießt man auch in angeblich einem der neuen Sieben Weltwundern – dem Underground River in Sabang. Eine riesige Höhle, durch deren ersten Teil Du von einem fröhlich vor sich hin plappernden Boots-Ranger geschippert wirst. Der hat natürlich ein paar Worte jeder Sprache aufgeschnappt und warnt somit mit halblustigen Späßen in deutsch vor „Fledermausscheiße“ oder eher frankophil-britisch, dass sie hier ihren eigenen Eiffel bzw. Eyefill-Tower haben – nämlich das Wasser und die Fledermausscheiße die von der Decke in die Augen tropfen, wenn man nvorsichtigerweise nach oben schaut. Dazu kommen noch ein paar Stalagtiten-Formationen in Form eines Krokodils, eins Adlers oder auch Sharon Stone von hinten. Draußen warten dann Affen darauf, dicken japanischen Touristinnen den sowieso im Nationalpark nicht erlaubten Schokoriegel aus der Hand zu reißen und ihn dann frech grinsend zu verspeisen – während die immer noch hysterisch schreit. Hier wird einem echt was geboten für’s Geld.

Auch in El Nido finden sie für viele Inseln aufgrund ihrer Form einen „lustigen“ Namen wie z. B.  Helikopter-Insel. Die ist aber nicht so spannend, dafür ist das blau bzw. grün und türkis des Wassers in den Lagunen, Höhlen und an den weißen Stränden schon atemberaubend.

Fish 'n' Shirts

noch ist es der Fisch und nicht das T-Shirt, was hier streng riecht

Und auch im doch recht touristischen Örtchen gibt es einige Besonderheiten. Eigentlich bekommst Du in jedem Laden fast alles. Der Crêpe-Stand verleiht Dir Motorräder und im T-Shirt-Stand mit den Mangos gibt es auch Flugtickets.

Ein Erlebnis ist es auch, die tägliche Polizeiarbeit mal zu erleben. Ich konnte nun doch nicht in Deutschland Anzeige erstatten lassen wegen des Kreditkartenbetrugs (s. Singapur-Eintrag) und musste es höchstpersönlich machen. Also nix wie hin zum philippinischen Polizeiposten in Coron auf Busuanga. Lustig, wie antiquiert man das machen kann. Erst lange warten, dann zur Rezeption, wo ein freundlicher junger Mann viele Fragen stellt, die völlig unwichtig sind. Wie z. B. ob ich verheiratet bin oder wohin ich denn nach Myanmar alles gereist bin (mit der entsprechenden Suche der jeweiligen Stempel, bis er bei meinen 10 Stempeln vom Brunei-Trip aufgegeben hat). Eigentlich wollte ich ihm nur anhand der Stempel zeigen, dass ich zum fraglichen Zeitpunkt des Kartenbetrugs in Myanmar und eben nicht in Bangkok war…

Dann alles auf einen Zettel notiert, das Ganze dann fein säuberlich in ein dickes Buch geschrieben, wo ich es dann unterschreiben musste. Das wurde dann irgendwann in meiner Abwesenheit in eine Schreibstube gegeben und um 14:00 konnte ich dann das offiziell per Computer geschriebene Schreiben (was man natürlich von Anfang an hätte machen können) abholen. Damit sie eine Kopie machen durften, musste ich allerdings vorher noch einen persönlichen Brief an den Polizeichef des Standorts schreiben, in dem ich ihn förmlichst darum bitte, mir eine eben solche zu gewähren. Sehr lustig das Ganze.

Damit Ihr mir glaubt, dass ich tatsächlich auch die paradiesischen Seiten per Boot entdeckt habe, unten noch ein paar Bilder und hier die Links, wo sich Palawan und Busuanga eigentlich versteckten.

auf einer der Inseln vor El Nido

auf einer der Inseln vor El Nido

Sabang

künftige Bootsmänner in Sabang

Sabang

die Schieflage kommt von drei Red Horse Bieren – wirklich stark das Zeug