Pokhara – Erholung am Fuße des Annapurna

Baggerjungs

In Pokhara kann man überall entspannen

Da ich in Pokhara – zum Erstaunen vieler anderer Touristen hier – keinen Trek zum Annapurna Base Camp gemacht habe, sondern eigentlich nur entspannt im Garten meines Guest Houses gesessen und sonst viel gegessen habe, gibt’s hierüber auch nicht viel zu erzählen. Außer dass Pokhara wirklich ein sehr relaxtes und empfehlenswertes Städtchen ist.

Aber immerhin weiß ich jetzt, dass Schach durchaus eine lebendige Sportart sein kann, bei der man jeden Zug begeistert kommentieren oder bejubeln kann – wenn man nur voll genug ist, wie die Jungs gegenüber in der kleinen Nepalipinte.

Und ich habe herausgefunden, dass es in Polizeikasernen durchaus doch Bullen gibt – und da stellen die sich bei uns so an, wenn sie so genannt werden…

Bullenkaserne

Willkommen zu Hause, Bulle!

Außerdem konnte ich meine Kenntnisse im Kreiseldrehen mit ein paar Kindern auf der Straße ausbauen, was für die geneigten Leser wahrscheinlich genauso spannend ist wie für diesen Hund. Daher Schluss mit weiteren Erzählungen über Banalitäten und ab nach Indien.

Hundekreisel

gelangweilter Hund hinter Kreisel

 

Jungs mit Kreisel

Der Kreisel dreht sich weiter … auf nach Indien

Chitwan: Nepalesische Nashörner und Krokodile im Himalaja-Staat

Ja, es gibt sie. Jagten sie vor über zwanzig Jahren noch einen Freund von mir auf einen Baum, so konnte ich beruhigt feststellen, dass es sie immer noch im Chitwan Nationalpark gibt – und dass sie immer noch gefährlich sind. Am Anfang unseres Dschungelmarsches hatte unser Führer noch genau erklärt, wie man sich verhalten muss, wenn einem ein Nashorn, ein Elefant, ein Tiger oder ein Bär begegnet. Die Theorie zu den Nashörner besagt: Zick-Zack wegrennen, ein Kleidungsstück wegwerfen (weil die Viecher elendiglich schlecht sehen, aber umso besser riechen können) und auf den nächsten Baum klettern. Das ist leichter gesagt als getan. Die sind verdammt hoch und haben unten kaum Äste, an denen man sich hochhangeln könnte. So hatten wir einiges Glück – wohl mehr als der eine Park-Guide, den ein Nashorn einen Monat zuvor getötet hatte – dass wir gerade auf einem kleinen Plateau standen, als Mama Nashorn mit Baby vorbeikam und ein bisschen böse in unsere Richtung schaute. Da wurden die Führer richtig nervös und schauten sich nach passenden Bäumen für uns um. Wie man sich beim Krokodil verhalten soll, sagten sie nicht. Wahrscheinlich mit dem Ruder aufs Maul hauen, wobei man nur bei einer der beiden Arten zuschlagen sollte. Die mit den langen spitzen Mäulern würden zu Unrecht verdroschen werden, da sie nur Fische und Frösche fressen.

Krokodil im Chitwan

Crocodile Groove statt Crocodile Rock

Ich war ganz froh, dass wir dann vom Tiger lediglich einen Tatzenabdruck gesehen hatten. Aus vermeintlich sicherer Höhe eines Elefantenrückens. Vermeintlich, da anscheinend bei YouTube auch Videos kursieren, wo ein Tiger sich mühelos auf einen Elefantenrücken schwingt, um sich einen kleinen Human-Snack zu gönnen.

Elefantendungpapier

Einmal ein ganz anderes Scheißpapier

Nicht des Tigers Ausscheidung, sondern des Tragetiers Hinter(n)lassenschaften werden hier angeblich verwendet, um kleine Schachteln und Ordnerrücken aus Papier herzustellen. Sieht gar nicht mal so beschissen aus…

Traditional Stick Dance

ein sehr menschlicher männlicher Pfau

Auch kleinere Tiere sorgen hier für Erheiterung oder schlaflose Nächte. Beim traditionellen Stocktanz für die Touristen kommt irgendwann ein – hervorragend – als Pfau verkleideter Mensch auf die Bühne und schwingt das Tanzbein. Die Tanzbeine hatten in der Nacht dann auch die Ratten im Zimmer meiner spanischen Reisegenossen geschwungen und sich zudem am mitgebrachten Chorizo vergangen – echte Feinschmecker, diese nepalesischen Ratten.

Und weil’s so schön ist, gibt’s hier noch ein paar Elefantenbilder.

Baby-Elefant

fast so verspielt wie Dumbo – nur mit kleineren Ohren

Graselefant

Du hast die Haare schön, Du hast die Haare schön…

tätowierter Elefant

Tattoos sind nicht nur für Menschen

trötender Elefant

tööörööö

Chaos und Abgründe – Verkehr in Nepal

Wenn das erste und einzige Lied, das Du nach einiger Fahrzeit aus den maroden Boxen des Touristenbusses –

lokaler Bus in Nepal

alle Mann an Deck des Local Bus!

der immerhin nur so viele Menschen mitnimmt wie es Sitze gibt und keiner auf dem Dach mitfährt wie bei den lokalen Bussen – „Highway to Hell“ ist, machst Du Dir noch keine Gedanken. Auch wenn die Straße sich vorher spektakulär den Hang von Kathmandu runtergewunden hat oder Dir ein Bus ohne Windschutzscheibe entgegenkommt – noch kein Grund zur Beunruhigung. Wenn dann aber 3 Minuten später passend zum Lied einer dieser fahrenden LKW-Schrotthaufen umgekippt am Straßenrand kurz vor dem Abgrund liegt, kannst Du beim nächsten Halt schnell noch ein Nervositätspipi in die in den steilen Hang reingezimmerte Pinkelrinne machen. Frauen hatten leider Pech, da kein richtiges Klo in den Abhang gebaut werden konnte. 

Trotz der Serpentinen gab’s nicht wie in Myanmar regelrechte Reiherorgien. Noch nicht einmal die fehlenden Stoßdämpfer – die einen bis zu 30cm vom Sitz abheben lassen, wenn man wie ich auf der hintersten Bank saß – vollbrachten Magenumstülpungen. Vielleicht liegts ja an der guten Luft durch modernste Klimaanlagen-Technik im guten Touristen-Air-Condition-Bus.

AC-Bus

modernste Technik im (versprochenen) Air-Condition-Touristenbus

Auf die große Straße wagen sie sich zum Glück nicht mit den dreirädrigen Bussen aus dem Stadtverkehr. Die können – wie die lokalen Busse auch – eine gute Schräglage fahren, weswegen ich auf auf Langstrecken auf beide verzichtet habe und stattdessen etwas mehr in die ein klein wenig mehr vorhandene Sicherheit der Touristenbusse investiert habe.

Ein großes Problem ist, dass liegengebliebene Laster oder Busse einfach so auf der Straße stehen bleiben. Es wird nur hinten und vorne ein frisch vom Strauch gerupfter Ast dran gesteckt – quasi als Ersatz für Warnblinker und Pannen-Dreieck. Manchmal sind sie aber auch gar nicht kaputt, sondern machen nur ein Päuschen – z. B. um die Eier quasi schon vor dem Legen abzuschrecken: Ein LKW legte mitten auf der Strecke eine Pause ein, damit der Fahrer auf den Laster steigen konnte und die Tausenden von Hühnern im Gitteraufbau von oben mit Wasser übergießen konnte, damit sie vor Hitze und Staub nicht draufgehen.

Ziege auf Motorrad

hier ist blöde Ziege im Straßenverkehr keine Verkehrswidrigkeit

Motorräder – mal mit Ziege auf dem motorisierten Bock und auch gerne mal mit fünf Leuten drauf – quetschen sich auf Landstraßen genau zwischen zwei sich entgegenkommenden Lastern durch und im Stadtverkehr geben sie mächtig Gas, um die in den verstopften Gassen wandelnden Fußgänger verschreckt zur Seite springen zu lassen. Fahrräder bleiben dabei manchmal auch auf der Strecke, obwohl sie sowieso eigentlich eher als Transportmittel denn als Fortbewegungsmittel genutzt werden. So werden damit z. B. ca. 1000 Eier in Eierkartons, Milch oder auch gute 120 Liter Wasser in Eimern und Kanistern transportiert. Manchmal werden die Fahrräder aber auch als Verkaufsstände – so wie bei diesem „Metzgereifachgeschäft“ – genutzt.

Schwein auf Fahrrad

Schweine – diesmal nicht im Weltall

Manchmal verstopfen sie die Straßen dann recht mutwillig noch mehr. Entweder durch die Prozessionen wie im Kapitel Kathmandu erwähnt oder durch den derzeit stattfindenden Wahlkampf, wo sie mit allen fahrbaren Untersätzen die Symbole ihrer Partei durch die Gegend fahren. Symbole für diejenigen, die nicht lesen können, werden auf unzähligen Fahnen abgebildet und an allen auffindbaren fahrbaren Untersätzen befestigt. So kann auf der gesamten Strecke jeder sehen, wo er sein Kreuzchen – z. B. bei der Partei mit dem Baum oder der mit dem Regenschirm – machen soll.

Völlig unbeeindruckt von all dem Chaos im Straßenverkehr bleiben lediglich die Elefanten mit ihren Reitern. Im Chitwan National Park und den umliegenden Dörfern begegnen einem fast mehr Dickhäuter als Fahrräder im Straßenverkehr. Ein doch recht überraschendes Bild, das sich einem da bietet.

Elefanten im Straßenverkehr

Achtung – es kommt Ihnen ein Elefant entgegen

Kathmandu-Valley – die Oase der Ruhe

Galerie

Diese Galerie enthält 11 Fotos.

Möchte man der Hektik Kathmandus entfliehen, muss man gar nicht weit fahren. In der Umgebung der Hauptstadt gibt’s zahlreiche schöne Treks durch einsame Bergdörfer und Wege mit herrlichen Blicken auf den Himalaja wie z. B. die Langtang-Range. Manchmal wird man … Weiterlesen

Kathmandu – das Wusel-Zentrum Nepals

Kommt man aus dem wohlorganisierten Japan, bekommt man am Flughafen Kathmandu erst einmal die volle Ladung asiatischer Gelassenheit und Ineffizienz ins Gesicht. O.K., beim Aussteigen aus dem Flieger kann man noch mal ein Auge zudrücken, dass der Bus erst 20 Minuten später auftaucht und einen dann dorthin um die Ecke des nächsten Gebäudes bringt, wohin man in ca. 3 Minuten gelaufen wäre. Aber sie achten hier doch noch auf geordnetes Aus- und Einsteigen – nicht so wie am Low Cost Carrier Terminal in Kuala Lumpur, wo man einfach die Fluggäste mehrerer „Gates“ auf einmal auf das Vorfeld strömen lässt und sich die Menschen aller verschiedenen Maschinen mixen. Da muss man genau nachfragen, in welche man denn gerade einsteigt…

Aber zurück nach Kathmandu, wo man nach einer kleinen Rundfahrt um den Flieger dann zum Immigrations-Gebäude kommt. Dort heißt es erstmal Schlange stehen. Dann bemerkst Du, dass sich was vor und zurück bewegt. Das sind die Leute, die kapiert haben, dass man seine Visums-Gebühr bei dem Mann am ersten Schalter bezahlten muss. Der schreibt bis zum Unterarmkrampf Quittungen aus und schickt die Leute zurück in die Schlange. Wer nun denkt „so, das Nadelöhr mit nur einem Mann habe ich jetzt hinter mir“, sieht sich getäuscht. Denn auch wenn drei Mann am nächsten Schalter sitzen, bedeutet das nicht, dass drei Passagiere auf einmal abgefertigt werden und somit alles schneller geht.

Nein, nicht wie in anderen Ländern, wo Dein Pass gescannt wird und der gleiche Beamte einen Stempel reinhaut, weil Du Deine Gebühr ja schon bezahlt hast… Hier legt der erste Mann den Pass sorgfältig auf den Scanner und gibt ihn dann nach ein paar Minuten weiter an seinen Nachbarn. Der schaut sich ALLE freien Seiten Deines Passes von vorne nach hinten genau an, um dann das Gleiche noch mal von hinten nach vorne zu machen. Dann landet er praktischerweise wieder bei der ersten freien Seite und klebt sorgfältig das Visum ein. Anschließend gibt er den Pass an seinen Nachbarn – und wenn nicht gerade eine Chai-Tee-Pause ist – schreibt der dann noch mal die Passnummer des Passes, in dem das Visum jetzt klebt, auf das Visum. Dann darf man endlich raus zu seinem Gepäck, was neben irgendeinem – schon lange abgestellten – Gepäckband liegt. Das liegt leider schon so lange rum, dass auch keine Anzeige mehr anzeigt, welches Band ursprünglich mal Deins war. Also heißt es suchen. Herrlich, nach zwei Stunden ist man schon durch und kann ins Gewusel der schreienden Taxifahrer.

Einer dieser Taxifahrer bringt den Durchschnittstouristen dann meistens in den Stadtteil Thamel, der hauptsächlich aus Outdoor-Ausrüstungs-Läden, Restaurants, Souvenirshops und Trekking-Reiseagenturen besteht. Mit entsprechenden Aufreißer-Typen vor der Tür. Generell bietet Dir eigentlich jeder auf der Straße was an: Wenn’s nichts zum Rauchen ist, wollen sie Dir Trekkings in den Himalaya verticken. Manchmal auch beides – und das, wo die Cannabispflanzen in den Bergdörfern doch sowieso am Straßenrand stehen…

Die Polizei interessiert das recht wenig, obwohl Marihuana, außer an einem Tag im Jahr wo sie sich aus medizinischen Gründen – dafür ist es nämlich erlaubt – alle zusammen die Rübe weghauen, vor ein paar Jahren als illegal erklärt wurde. Aber die Polizisten haben auch so genug zu tun. Verkehr beobachten und Umarmungen geben. Es ist mir nämlich tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben passiert, dass mich ein Polizist einfach aus Interesse ausgefragt hat, mir ungefragt von seinen Dienstjahren bei der Polizei erzählt hatte – und mich dann zum Abschied umarmt hat! Das nenne ich mal einen starken Arm des Gesetzes…!

Hätte er mal lieber, wie vorgesehen, den Verkehr geregelt. Denn der ist in der Regel ziemlich chaotisch, weil jeder fährt wie er will und die Motorräder zusätzlich alles verstopfen. Manchmal kommt man nicht durch das Gewühl, aber ausnahmsweise nicht wegen der Autos und Motorräder, die wild hupend Platz schaffen wollen, sondern wegen plötzlichen Menschenmassen. Nämlich, wenn die Newar-Bevölkerung zusätzlich zum allgemeinen Straßenchaos wieder eine Prozession durch ihr Stadtviertel macht.

Fußkühlung in Kathmandu

Füße on the rocks

Da laufen sie – unterstützt durch Verpflegungsstationen mit Wasser und Säften sowie Ständen mit Obst und Keksen – ALLE Straßen ihres Stadtteils ab. Bei der Vollmondprozession, die ich erleben durfte, liefen 175.000 Menschen sogar die ganze Nacht durch. Und das, wo doch die Füße schon am Nachmittag glühten. Da half auch die Rast im Affentempel nichts, wo das ganze Areal feinsäuberlich in kleine Pausenparzellen aufgeteilt war und jeder Haushalt eine Ruhezone zugeteilt bekam.

Gebetsmühle mit Frau

gebetsmühlenartig wiederholter Gang um die Stupa in Boudha

Dass es in einem buddhistischen Tempel auch ruhiger zugehen kann, hatte ich beim Samstags-Gespräch eines Abts erlebt, zu dem ich freundlicherweise von einer Freundin einer Freundin eingeladen war. Viel moderner als man denkt, geht’s da zu. Irgendwann hat er sich ein iPad reichen lassen und in Facebook die Bilder seines wiederaufgebauten Kindheits-Klosters in Tibet angeschaut. Da lächelte er dann noch ein bisschen versonnener. Etwas ungewöhnlicher Anblick, so ein Mönch in weinrot-orangener Robe und kahlgeschorenem Kopf, der über den Rand seiner Dalai-Lama-Brille schaut und auf einem iPad rumwischt…

Deutlich traditioneller geht’s da beim Abendessen bei einer Nepalesischen Familie zu, bei der ich eingeladen war. Im Wohnzimmer saß dann auch die 93-jährige Oma und mümmelte ein paar Chips. Auf die Frage, ob sie mich denn nichts fragen wolle, sagte sie „warum denn, ich kenne den doch gar nicht“… Die Männer des Hauses – Vater und Opa, ein ehemaliger Gurkha-Krieger, – schauten auch kurz vorbei und verschwanden gleich wieder. Denn hier arbeiten nur die Frauen.
Nach ein paar kleinen Snacks und getrocknetem Büffelfleisch gab’s schon den ersten Hirseschnaps. Die machen hier wirklich aus allem Schnaps und Wein. Beim Wandern mit den beiden Jungs hatten wir z. B. Weizenwein getrunken. Danach gab’s den Hirseschnaps erhitzt, was den Geschmack noch ein bisschen hervorhob und auch ordentlich reinknallte. Drin waren in Honig geröstete Reiskörner, die den scharfen Geschmack wenigstens etwas abmildern sollen.
Dann gab’s Hühnchenstückchen und anschließend ein Tellerchen mit Spinatblättern. Als ich meinte, dass ich dann bald schon satt sei vor lauter Snacks, meinten sie, das ginge nicht, denn gleich gäbe es das Ganze noch mal komplett auf einem Teller mit Reis und Kartoffeln. Und der Gast müsse zuerst seinen Teller aufessen, bevor dann die kochende Mutter und ihre Schwiegertochter essen dürften. Puuh, da habe ich ganz schön reingehauen, damit die Armen dann auch was essen konnten. Ich hatte letztlich auch Löffel und Gabel zur Hilfe genommen, nachdem ich es auf Anregung der Jungs erst traditionell wie sie mit den Fingern versucht hatte, mich aber anscheinend zu dämlich angestellt hatte und sie meinten, ich solle doch Besteck nehmen… Und ganz froh, war ich, dass es keine Ziege zum Abendessen gab, auch wenn sie noch so „hygienisch“ verkauft wird…

Ziegenkopf

… und ihre Brüder und Schwestern standen noch lebendig daneben…

Ganz langsam und mühsam ist es in Nepal auch mit dem Internet. Daher kommt hier jetzt eine Galerie, die ich nach und nach mit Bildern bestücke. Es dauert ewig sie hochzuladen, weil in Nepal ständig das Internet wegbricht, der Strom ausfällt oder alles gleichzeitig passiert. Daher kommen alle Berichte aus Nepal erst jetzt aus Indien.

Mehr als Sushi und Teppanyaki – Japan kulinarisch

Es wäre absolut nicht fair, Südkorea ein Kapitel übers Essen zu widmen und der deutlich besseren Küche in Japan dieses zu verwehren. Daher jetzt ein kleiner Blick über den Sushi-Teller-Rand hinaus, zumal ich über Tokyo außer abgefahrenen Leuten und fahrendem Sushi nicht viel erzählen kann. Muss beim nächsten Japan-Urlaub näher erkundet werden, denn ich komme definitiv wieder in dieses Land.

Automaten in Japan

Cordon Bleu oder Eis – schwere Entscheidungen

Und das nicht nur wegen der Automaten, aber auch…

Denn Pommes, Cordon Bleu oder Nudeln habe ich noch nicht aus dem Automaten gegessen.

Lediglich quasi-automatisch habe ich warmes Essen gekauft. Denn in manchen Restaurants wählt man erst sein Gericht am Automaten nach Optik, Größe und Preis aus, bezahlt dann und bringt den Zettel zum Koch. Der bereitet das dann mehr oder weniger frisch – je nach Fast-Food-Level kommt Dein Essen auch schon nach 10 Sekunden. Und da waren sie dann wieder die kalten Nudeln…

Nudeln gibt es in allen Varianten – Udon, Ramen, Koto oder wie auch immer sie heißen. Dick, dünn, rund, flach – aber meistens in einer manchmal dünnen, manchmal kräftigen Brühe und je nach Belieben Fleisch, welches aber auch gerne nur Fett oder Magen sein kann.

Die Nudeln im Hot Dog hatten wir ja schon im Kapitel „Kyoto – ich bin dann mal ausgetempelt“, aber hier der Beweis, dass ich sie auch probiert habe.

Nudel-Hotdog

in action – Hot Dog mit Nudeln und Ingwer

Was uns auch gleich zum Essen in Covenience-Stores bringt. 7Eleven – was übrigens eine japanische Erfindung und Gründung ist – und seine Konkurrenten bieten eine erstaunliche Auswahl von Chicken-Cordon-Bleu über Wurst am Stiel und sehr ordentliches Sushi bis hin zu nicht sehr appetitlichen Suppen und erstaunlich vielfältig bestückten Bento-Boxen. Wem’s nicht schmeckt, kann das mit allen möglichen Getränken runterspülen. Vorsicht vor den Alkopops mit Shoshu drin, die bringen einen schnell in einen lustigen Zustand. Auch bei der Wahl des Regals muss man aufpassen. Wenn Du denkst, Du greifst eine Dose Eiskaffee, kann es sein, dass Du statt ins Kühlregal ins Heizregal fasst und Dir die Finger an der Dose verbrennst.

Aufpassen musst Du dann auch in den Kneipen – den Izakayas –, wo Du an der Bar Dein Essen bekommst. Hier gibt’s kleine Spießchen mit Hühnerherzen und –magen, Sojabohnen zum Auszutzeln, Schweinemagenröllchen und gelegentlich auch ein Gericht, das Du Dir selber auf dem Camping-Kocher zubereitest. Immer schön mit Stäbchen wenden, bis das Hühnchen gar ist.

Hühnchen auf Campingkocher

Beim Wenden nicht die Ärmel abfackeln…

Verbrennen kann nichts bei den Sushi-Profis. Selbst wenn sie Dein Kalbssushi mit dem Bunsenbrenner andünsten.

Kalbssushi

Kalbsfilet à la Bunsenbrenner

Sushi gibt’s ansonsten auch noch mit Roastbeef, Rogen, rohem Tintenfisch und Zahnaal. Am lustigsten ist es natürlich auf dem Fließband.

Running Sushi

roher Oktopus, Zahnaal und irgendein Plattfisch – alles frisch vom Band

Fast so lustig ist es, Fließbandmuster mit dem Mayonaisen-Spender auf Dein Okonomiyaki zu zaubern.

Okunamiyaki

Das Muster verbessert die Optik nur marginal – schmeckt aber gut

Das ist eine Art Omelett mit Nudeln und Füllung Deiner Wahl. Gerne dazu einen Sake – ob kalt oder warm – oder auch einen Pflaumenwein mit eingelegter und entsprechend alkoholisierter Pflaume drin. Letztendlich läuft’s dann meistens darauf raus, dass Du irgendwann am Ende des Abends noch mal in einem der Automaten-Fast-Food-Läden vom Anfang landest.

Und als Dessert kannst Du Eiscreme auswählen, die Du so nicht kennst. Meist Softeis – aber in den Geschmacksrichtungen Mango-Apfel, Grüntee oder Sojabohnen. Mal was anderes… genauso wie KitKat Wasabi. Das war dann doch auch für mich zuviel, der sowohl KitKat als auch Wasabi liebt.

Natur pur in den japanischen Alpen und am Fujiyama

Galerie

Diese Galerie enthält 5 Fotos.

Wer bei Japan nur an Videospiele, Autos und Kernkraftwerke denkt, liegt falsch. Es ist unglaublich grün und hügelig bis bergig. Nicht zu Unrecht haben sie dehalb eine Region gleich als die „Japanischen Alpen“ getauft. Wenn man so will, war ich … Weiterlesen

perfekter Verkehr in Japan

Natürlich soll es auch für dieses Land eine Rubrik „Reisen im Land“ geben. Allerdings ist es etwas einseitig, da ich einen Japan Rail Pass hatte, mit dem man quer durch’s Land und zum Teil auch übers Wasser düsen kann. Im Zug verbeugt sich der Schaffner jedes Mal beim Betreten und Verlassen des Waggons. „Alter Hut, kennen wir doch schon aus Südkorea“ mag jetzt manch einer sagen. Hier ist es allerdings noch eine Spur devoter und manchmal schwingen sie auch lange Dankesreden dabei.

Nicht „Alter Hut“ sondern schicken Hut und Kappe gibt es auch manchmal. So kommt es in manchen Zügen vor, dass sich die Hostessen nicht nur als Nummerngirl betätigen (s. Eintrag „Japan – ein Land mit guten und schlechten Erfindungen“), sondern sie kommen auch mit einem Körbchen mit Hut für die Dame bzw. Schaffnermütze für den Herrn vorbei. Das setzt man dann auf, nimmt das Erinnerungsschild mit dem jeweiligen Datum in die Hand und grinst freundlich für sein Erinnerungsfoto, das das Zugpersonal dann von jedem Gast macht, der das möchte.

Kindheitstraum Schaffner

perfekter Souvenirservice im Zug

Das passiert natürlich nicht im schnellsten Zug der Welt – dem Shinkansen. Der heißt nicht zu Unrecht Bullet-Train und da würden die Schaffner gar nicht nachkommen mit dem Fotografieren. Und hätten wahrscheinlich nachher auch wunde Finger. Denn zum einen sind die meisten Züge 16 Waggons lang und zudem fahren sie auf der Hauptstrecke auch alle paar Minuten. Die haben eine höhere Frequenz als die Hamburger U-Bahn – und immer pünktlich! Man stelle sich mal das Chaos bei den ICEs der Deutschen Bahn vor – speziell in heißen Sommern oder völlig überraschend kommenden Wintern…

Shinkansen-Takt

ICE-Anzeige ohne Verspätung – in Deutschland unvorstellbar

Es gibt aber auch langsame Züge, die manchmal als Comic-Züge hergerichtet, manchmal aber auch zu Sightseeing-Zügen umgerüstet sind.

Sightseeing-Zug am Mt. Fuji

gemütlich am Fujiyama vorbei

Letztere machen einen auf Oldtimer und fahren auf der ganz normalen Strecke, halten nur nicht an allen Punkten. Da man die Zeit zum normalen Zug dann ausgleichen muss, hält er eben an manchen Stationen länger und die Schaffnerin macht ein Gruppenfoto nach dem anderen mit dem Zug und dem Fujiyama im Hintergrund – wobei letzterer wegen Nebels hinzugedacht werden muss. Aber die Fotos werden trotzdem ausführlich mit fröhlichem Victory-Zeichen in allen Lagen gemacht.

Sehr dienstbeflissen ist man auch im Taxi. In den meisten Städten haben die Fahrer eine schicke Chauffeursmütze zum weißen Hemd mit Krawatte. Wenn Joschka Fischer das gehabt hätte, wäre er vielleicht früher Außenminister geworden. Vielleicht bettete aber auch er wie die japanischen Fahrer sein Haupt auf von der Oma selbstgeklöppelte weiße Spitzenbezüge, die in japanischen Taxen vorherrschen. Passend dazu stehen sie oft draußen mit einem Staubwedel und befreien ihr treues Gefährt von lästigem Staub.

Eine schweißtreibende Taxiart ist dagegen die traditionelle Laufrikscha. Diese armen drahtigen Kerle müssen manchmal ganz ordentliche Kaliber im Doppelpack ziehen oder bergab bremsen, was noch schwieriger zu sein scheint. Sie machen das mit einer Spezial-Sandale, wo der große Zeh in einem anderen Teil steckt als der Rest und die eine extrem dünne Sohle hat. Damit spüren sie jede Unebenheit der Fahrbahn – weswegen in Japan auch Blinde damit rumrennen. Da es keinen Müll, Hundedreck oder Scherben auf Japans Straßen gibt, ist das durchaus auch machbar.

Lauf-Rikscha

volle Bremskraft am Berg – hier zum Glück mit wenig Ladung

Auch für nicht-blinde Fußgänger ist eigentlich bestens gesorgt. Bei den Ampeln weisen verschiedene Zwitschertöne auf die Laufrichtung Ost-West (Nachtigall) oder Nord-Süd (Kuckuck) hin, damit man nicht verloren gehen kann. Das „eigentlich bestens gesorgt“ bezieht sich auf die Gefahr durch eine komplette Fahrrad-Anarchie. Denn hier kennen die sonst so disziplinierten Japaner keine Hemmungen mehr. Vollgas über den Bürgersteig – egal wie breit der ist. Fußgänger springen schon zur Seite… Vielleicht schieben sie daher ihre Hunde auch lieber in Buggies durch die Gegend…?

Sogar für das öffentliche Klo haben sie einen Lageplan mit Blindenschrift, damit sich da drin keiner verlaufen kann. Was bei einem solch kleinen Klo eh‘ schwierig ist.

Blindes Pinkeln in japanischen Toiletten

Blindes Pinkeln in japanischen Toiletten

Zum Schluss noch ein Tipp für Neu-Japan-Reisende: In Bussen und Straßenbahnen steigt man hinten ein, zieht ein Ticket und zahlt das dann später vorne beim Fahrer, wenn man wieder aussteigt.

Kyoto – ich bin dann mal ausgetempelt

Fragt man alle möglichen Leute nach Tipps für Japan, kommt als erstes immer „Kyoto“. Und das zu Recht! Ist schon eine coole Stadt, die ausnahmsweise mal nicht nur aus Beton besteht, sondern auch aus ganz viel Holz. Nämlich aus gaaaanz vielen Tempeln und Schreinen. Habe ich in Seoul noch nach Kultur gelechtzt, bin ich jetzt „ausgetempelt“. Viele lasse ich nur noch links liegen. Denn nicht nur in Kyoto findet man sie überall, auch in Nara, in Himeji oder in allen anderen Städten. Trotzdem hier mal ein Bild von einem schönen großen Eingangstor – nicht dem Tempel an sich.

Tempeltor

Ein Einstieg in die Welt der Tempel

Kyoto hat allerdings auch anderes zu bieten – und meistens dann von dem auch ganz viel. Man denkt bei dem Namen der Stadt natürlich gleich an das berühmte Protokoll und somit an die Umwelt. Paradoxerweise bekommt man ausgerechnet in Kyoto noch mehr Plastiktüten als im Rest von Japan. Wenn man beim Einkaufen nur eine Sekunde nicht aufpasst, hat man schon wieder mindestens eine mit einem freundlichen Lächeln überreicht bekommen. Meistens ist es sogar nach dem guten alten russischen Matrjoschka-Holzpuppen-Prinzip: man öffnet eine nach der anderen bis man endlich zum Kern kommt.

Eine nach der anderen öffnet man übrigens auch Türen von Bars in Kyoto oder Hiroshima. Bars sind nicht nur im Erdgeschoss oder Keller zu finden, sondern auf jedem Stockwerk. Einfach die Treppen hochgehen, alle Türen mal aufmachen und reinschauen – man kann faszinierende Bars entdecken. In Kyoto sind sie in der Straße am Fluss aber auch ebenerdig nebeneinander in einer solchen Menge zu finden, wie ich es bislang auf dieser Länge in noch keiner Stadt gesehen habe. Immer wieder mischt sich dann ein Laden dazwischen, wo freizügige Fotos auf andere Dienste als Alkoholausschank in den verschiedenen Stockwerken hindeuten. In den Gassen sieht man dann auch echte Geishas – die nach ihrer fünfjährigen Ausbildung mitnichten irgendwas mit Prostitution am Hut haben – zu ihren Terminen huschen. Nicht zu verwechseln mit irgendwelchen Damen im Kimono und Holzschlappen.

Damen im Kimono

traditionell gekleidet bei den traditionellen Waschungen

Kimono und Holzschlappen scheinen aber beim Sightseeing verdammt „in“ zu sein. In den Tempeln tummeln sich jede Menge Japanerinnen und auch mancher Mann im Kimono.

Junior-Sumo-Ringer

Junior-Sumo-Ringer

Um aber wieder zu dem Begriff „viel“ zurückzukommen: Viele Buchstaben reihen sie auch hier aneinander, was fremden Autofahrern in der Stadt das Lesen der Straßenschilder auf die Schnelle etwas schwieriger macht.

Straßenschild in Kyoto

da soll sich nochmal einer über lange deutsche Namen beschweren…

Wenigstens helfen dann die vielen Parkhaus-Laserschwert-Winker den Verkehr zu regeln. Man bemerke, dass vor einer Parkhaus-Ausfahrt gerne auch sechs dieser japanischen ABM-Kräfte (s. auch der Baustellen-Polizist im vorherigen Eintrag) in perfekter Harmonie zusammenwirken können.

Parkhauswächter

Parkhausdirigenten bei der aufwändigen Arbeit

Und zu Kyoter Letzt noch ein Foto mit vielen Sachen drauf. Was auf den ersten Blick wie New York von oben ausschaut, ist bei genauem Hinschauen allerdings ein japanischer Friedhof…

japanischer Friedhof

The Big Grabple

Die ehemalige Hauptstadt Nara ist ganz in der Nähe von Kyoto und hat vor allem viele Hirsche und viele Tempel zu bieten. Und viele Schulklassen in den Tempeln, so dass es vor kleinen gelb-, blau- oder rotbehüteten kleinen geschwätzigen Schülern nur so wimmelt.

Hirsch vor Schülern

Die Gelbkappen bringen mich nicht aus der Ruhe…

 

 

Was allerdings weder den sehenswerten riesigen Buddha noch die Hirsche kratzt.

 

 

 

Was wiederum die Figur einer Symbiose aus Großmutter, Rotkäppchen und dem bösen Wolf davon hält, weiß ich nicht…

Rotkäppchen und Co

Die 3in1-Märchenfigur vor dem Tempel

Japan – ein Land mit guten und schlechten Erfindungen

Japan ist schon abgefahren. Man findet hier alles, was Korea mühsam aber nicht optimal kopiert, in Perfektion.

High-Tech-Klo in Japan

Furzgeräuschabsorberknopf

Ob es das zuletzt erwähnte Klo ist, das in Japan neben Waschen und Föhnen auch noch einen Knopf für Spülgeräusche bietet, um die Töne des Outputs auf der Schüssel zu übertönen. Oder die immense Auswahl an Snacks in der noch größeren Vielfalt an 24/7-Supermärkten.

Nudel-Hot-Dog

Hot-Dog-Spaghetti-Bolognese?

Hat Südkorea keine öffentlichen Mülleimer, so bietet Japan zumindest tausende von PET-Flaschen- und Dosenmülleimern. Denn die stehen neben jedem Automaten und die lieben sie hier. Alle 50 Meter steht ein Getränkeautomat rum. Und die ganz abgefahrenen Automaten mit allerlei Absurdem habe ich noch nicht entdeckt – das kommt wohl noch in Tokyo.

Gift-Wasser

ob dieses Mineralwasser in deutschen Automaten reißenden Absatz finden würde…?

Selbst die devote Körperhaltung beim Bedanken erreicht für Südkorea unvorstellbare Tiefen – und das nicht nur bei den Bahnbediensteten, die sich auch hier jedes Mal beim Betreten oder Verlassen vor den Fahrgästen verneigen oder die Namen von Sehenswürdigkeiten wie Wasserfällen draußen vor den Fenstern wie Nummerngirls durch den Waggon tragen.

Nummerngirl im Zug

sehen Sie nun draußen….

Auch die Höhen sind hier unerreicht, leider vorzugsweise bei den Preisen. Alles eine Spur teurer als beim koreanischen Nachbarn. Vor allem beim Übernachten und beim Essen. Gemeinsamkeit ist allerdings, dass man auch hier lustige Überraschungen erlebt. Vor allem bei lokalen Spezialitäten in Fukuoka, wo gerne das Innerste nach Außen gekehrt wird – wie z.B. Schweinefett in Schweinemagen eingerollt und auf Nudeln gebettet oder in Suppe ertränkt. Aber alles, selbst so abgefahrene Sachen, schmecken hier besser als drüben. Auch das Fleisch vom japanischen BBQ ist besser als drüben – aber man schneidet es nicht mit der Schere.

japanische Tankstelle

Zapfsäulen würden nur im Weg stehen…

Sehr cool sind auch japanische Tankstellen, wo das Benzin praktisch in der Luft hängt. So wie manchmal auch Fahrräder, die in kostenpflichtigen Fahrradparkplätzen abgestellt und dann ein Stockwerk höher gelagert werden. Damit man auch beim Radeln vor der Blässe-feindlichen Sonne geschützt ist, haben sie auch eine tolle Lenkerkonstruktion für den Sonnen- bzw. Regenschirm erfunden.

Regenschirmhalter auf Fahrrad

sie lassen keinen im Regen stehen

Erfunden hatten dann leider die Amerikaner etwas, worauf sie nicht stolz sein können – die Atombombe. Sowohl in Nagasaki als auch in Hiroshima – die beide inzwischen moderne beton-betonte Großstädte sind – kann man die Folgen und das Leid der Bevökerung im Museum und in den Gedenkstätten nachverfolgen. Das geht unter die Haut und ist ein extremer Kontrast zu den fröhlichen und freundlichen Japanern draußen auf der Straße. Denn das sind sie hier. Sehr freundlich und das ganze Gegenteil von den Koreanern, die auf der Straße nie lächeln oder grüßen.

Affen im Onsen

einer hört nix, der andere kratzt sich am Sack und der Dritte lässt sich nichts wegschauen

Noch nicht einmal im Onsen – dem traditionellen japanischen Bad, wo man sich nackig in den heißen Quellen tummelt – schauen die Japaner verschämt zur Seite, sondern mustern den westlichen Schnäpper mit gründlicher Genauigkeit. Vielleicht arbeiten sie ja daran, auch die menschliche Anatomie vom Westen abzukupfern.

Ob das Halstuch dieses verwöhnten Hundes tatsächlich von Yves Saint Laurent oder eine billige Kopie ist, weiß ich nicht.

Hund in Kinderwagen

verwöhnter Nobelhund

Aber man sieht hier tatsächlich öfter Hunde in Kinderwagen. Lustig wird’s dann, wenn der Kläffer Angst vor den Hirschen bekommt, die die Comics aus dem Kinderwagen fressen wollen. Die bevölkern nämlich sowohl in Miyajima als auch in Nara die Straßen und Spielplätze wie die Seelöwen auf Galapagos oder die Affen in weiten Teilen Asiens. Recht gewöhnungsbedürftig, wenn man als gewöhnlicher Deutscher nur mit viel Glück im Wald auf eine scheues Reh trifft.

Hirsch mit Comic

sie hat Comics zum Fressen gern

Übrigens habe ich in einer der entwickeltsten Wirtschaft der Welt tatsächlich noch einen seltsamen Widerspruch gefunden. Fast wie in der DDR scheint man nach Vollbeschäftigung zu streben.

Baustellen-Polizist

hey, Du kommst hier nicht rein…

Hier gibt’s für jeden Menschen zumindest einen Posten als Parkhausausfahrts-Regulator oder Baustellen-Polizist. Die stehen den ganzen Tag vor den jeweiligen Gebäuden rum und winken mit einem Laserschwert. Und irgendwer muss auch die ferngesteuerten Modellbau-Hubschrauber über die Reisfelder steuern, was auch immer die dort machen. Kein Wunder, dass es gerade mit der japanischen Wirtschaft abwärts geht…