Borneo – heiß und tierisch gut

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Wem das Malaysische Festland nicht genug bietet, der kann sich auf Borneo austoben. Sowohl kulinarisch, als auch sportlich, bergsteigend, Party machend oder sich der Fauna und Flora hingebend. In Sarawak und Sabah gibt es von allem genug. Vor allem Affen … Weiterlesen

Viel Stadt und doch nix los – Malaysias Festland

Viel erlebt habe ich auf Malaysias Festland nicht. Liegt wahrscheinlich dran, dass ich im Dezember mit meiner Mutter noch mal hier vorbeischaue und somit alles im Schnelldurchlauf gemacht habe. Aber es war jetzt auch nicht so umwerfend viel zu sehen, so dass ich die geplanten Aufenthalte alle ein bisschen kürzer gehalten habe.

In der Hauptsache ging’s um Essen. Malaysia gilt als eines der kulinarisch wertvollsten Länder Südostasiens und somit teste ich das ausgiebig.

In Malakka, der holländisch geprägten Stadt, gibt’s jede Menge Schokoladen-Läden mit hunderten von Geschmacksichtungen – inklusive Durian. Alles aber recht teuer. Im Gegensatz zu den lustig farbigen einheimischen Limonaden, die ich grundsätzlich in jedem Land probiere und immer wieder feststelle, dass alles vor Zucker eigentlich stehen müsste. Und sehr coole Läden mit coolen T-Shirts. Leider hat keins so recht gepasst – was wiederum nicht mit dem Essen zuammenhängt. Denn immerhin laufe ich durch die Städte – auch wenn die Rikschas hier wirklich einladend aussehen und sehr, sehr viele Geräusche von Opernarien über bellende Hunde bis hin zu Formel-1-Wagen machen.

Rikscha in Malakka

Malakka-Rikschas – bunt und laut

In Kuala Lumpur mögen sie dagegen gute Werbung recht gerne. Ob der Rücken zwickt oder ein Mini fliegt, Platz haben sie vor riesigen Wolkenkratzern genug, um die 3-D-Plakate aufzuhängen.

wenn's mal zwickt

da ist der Tiger nicht im Tank

umweltfreundliches Gefährt

… und der hier braucht gar keinen Tiger im Tank

Wuselig wird’s dagegen in Little India, wo der Basar auch höllisch heiß werden kann. Am überforderndsten ist allerdings diese riesige Fressmeile im Viertel von Bukit Bintang. Hier stehen abends hunderte Tische auf der Straße und die Fänger mit den Speisekarten locken mit allerlei chinesischen Köstlichkeiten. Von undefinierbaren Innereien bis zu Bullfrog im Tontöpfchen ist alles dabei.

In Penang – einer weiteren angeblichen Gourmet-Hochburg – gibt’s auch wieder eine Menge Food-Courts, wo man sich an den diversen Ständen etwas bestellen kann und einfach die Nummer seines Tisches sagt. Westliche Hygiene-Fanatiker werden hier nicht unbedingt glücklich, aber meistens ist es lecker. Und berühmt ist es – an jedem zweten Gericht steht „Famous Penang Dingsbums“ dran. Das weltberühmte Penang-Laksa hatte allerdings bei mir an anderer Stelle durchschlagenden Erfolg. Auch das Hauptstädtchen Georgetown hat natürlich ein altes Fort und sonst gar nicht mal soviel zu bieten. Immerhin eine Touri-Info, in der die Dame sagt, es gäbe auf Borneo keinen Bus von Kuching nach Kota Kinabalu. Woraufhin der ältere Tourist, der auch dort saß, mir dann in allen Einzelheiten erzählte, von wo die Busse fahren, wie viel es kostet, mit welchem Bus man für wie viel Geld zum Terminal kommt und wie der Fahrer gefahren ist. Mit dem Dienstleistungsgedanken haben’s die Malaysier nicht so…

Wem das hier jetzt zuviel Essen und zuviel Gelaber war, der kann sich dann auf die Bilder von Borneo im nächsten Eintrag freuen. Wer wissen will, wo das alles liegt, findet Malakka, Kuala Lumpur und Penang hier.

Singapur – zwischen Verboten, Luxus und Traumstränden

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Singapur Da hat man eigentlich mal richtig Zeit und Muße, da man bei Freunden wohnen und an einem Hauch vom Luxus Anteil haben darf, und dann entdeckt man, dass auch die zweite Kreditkarte flöten geht. Beide wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt, … Weiterlesen

Flores – Insel der Blumen und des Winkens

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Den Namen der Blumeninsel hat die Insel von den Portugiesen, wobei manche Meinungen auch sagen, dass es sich eher auf die „Unterwasserblumen“ – die Korallen – bezog. Und das zurecht. Den Namen Insel des Winkens bekommt sie von mir. Denn … Weiterlesen

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft – Indonesien ist ein Erlebnis

Das Land hat über 17.500 Inseln. o.k., nicht alle sind bewohnt oder so sehenswert, dass man dort hin müsste. Aber wenn man durchs Land oder zu anderen Inseln reist, begegnen einem doch einige lustige, seltsame und manchmal furchteinflößende Fortbewegungsmittel.

In Jakarta gibt es nicht nur wegen völlig unsinnig künstlich erzeugten Nadelöhren eine Menge Stau. Eigentlich ist Jakarta ein einziger Stau, was Fahrten zum Flughafen zu einer nervenkitzelnden Punktlandung werden lassen kann. Genauso „verstaut“ ist der Süden von Bali. Hier sind’s allerdings die Touristenmassen, die das Inselchen einfach überfordern.

Senioren Vespa

Helm und Biker-Boots sind was für Uncoole…

Am besten voran kommt man da mit einer Vespa. Und so kommt es auch schon mal vor, dass die gesamte Familie darauf fährt, wobei der ca. 4-jährige Sohn eingeklemmt zwischen dem fahrenden Vater und der den schlummernden Säugling in den Armen haltenden Mutter sitzt – und dabei auch selig im Sitzen pennt. Leider habe ich davon ebenso wenig ein Foto wie von der 5-köpfigen Familie plus einem Welpen auf einem Standardroller.

Auch Schweine, Hunde und Hühner werden z. B. auf Flores auf dem Motorroller transportiert. Angeblich wandern auf dieser Insel alle drei genannten Vertreter der Tierwelt in den Kochtopf – was den Bedarf für diese Meisterleistung der Topf-Logistik erklären würde.

Topf-Rastelli

Vorstufe zum Essen auf Rädern

Ziegen wiederum fahren eher auf dem Dach mit – sofern dort noch neben Gepäck und Männern noch Platz ist.

Alle Mann aufs Dach

Auf dem Dach hat man viel mehr Platz zum Winken

Frauen dürfen übrigens weder auf Kleinbussen noch auf Personen-Lastern aufs Dach. Schade eigentlich, denn gelegentlich wünscht man sich einen Platz auf dem Dach – speziell in den Bemos (Minivans) auf Flores. Alle sind liebevoll mit Neonfarben, Plüschtieren, Spiegeln und vor allem enormen Lautsprechern ausgestattet. Letztere laufen auf Hochtouren, so dass die Bässe einen tatsächlich sogar noch im Hotelzimmer fast aus dem Bett hüpfen lassen. Eine Fahrt darin ist eine Höllentortur, aus der man tauber rauskommt als nach einer durchtanzten Nacht in einer deutschen Disko – nur dass die Musik im Bemo deutlich schlechter ist.

Die Ruhe der Natur zu genießen, wäre also naheliegend. Radeln wäre auf manchen Inseln daher zu empfehlen. Auf Flores definitiv nicht. Die ganze Insel zieht sich bergauf und bergab wie bei den Alpenpässen der Tour de France, nur sind hier deutlich mehr Steigungen zu bewältigen. Und runter muss man dann höllisch aufpassen: Denn oft laufen Hühner, Hunde oder Kälber übermotiviert quer über die Straße, manchmal sitzen Menschen hinter der Kurve auf der Straße weil sie sich dort einen Fleischspieß brutzeln und manche Schlaglöcher können mühelos ein ganzes Radteam auf einmal verschlingen.

Bleibt also noch Wasser und Luft. Wasser hatte ich ja schon ein bisschen beschrieben. Kann man in schnell, in langsam, in groß und in klein haben, vielleicht sogar auch mal mit einer Reling – den deutschen TÜV würden trotzdem die wenigsten Kähne oder auch Fähren überstehen.

Indonesische Fähren – bis dass der Rost Euch scheidet

In der Luft gibt’s ebenso wie im Wasser keine Balken. Aber für den Deutschland-erfahrenen Fluggast ist die geringe Flughöhe über die Berge durchaus balkenähnlich. Dabei muss man hier den Piloten aber in Schutz nehmen – und ihm eine Medaille für seine Verdienste um den Tourismus verleihen. Erst nachdem wir die touristische Hauptattraktion von Flores, den Kelimutu mit seinen drei verschiedenfarbigen Seen, überflogen hatten, begab er sich auf seine eigentliche Reiseflughöhe. Vielleicht war’s ja der gleiche Pilot, der vor ein paar Monaten seinen Flieger vor Bali ins Wasser gesetzt hat. Womöglich wollte er dort den Passagieren einen schönen Blick auf den Strand bieten wie der rasende Kapitän vor der Insel Gilio. Gut, dass Lion Air dafür extra ein Gebetsblatt für alle wichtigen Religionen aufgelegt hat, das direkt hinter der Emergency-Card in der Sitztasche steckt…

Gebetstexte für den Fluggast

Himmlischer Beistand im Flugzeug

Eine Seefahrt, die ist lustig… von Lombok über Komodo nach Flores

Nicht gefressen vom Komodo-Waran, nicht gebissen von der Viper und nicht abgesoffen mit dem Seelenverkäufer-Nussschälchen – da kann man nicht klagen. Die Wahrscheinlichkeit von einem Waran gefressen zu werden war zugegebenermaßen eh’ nicht so groß, wenn Du in einer von Rangern geführten größeren Gruppe unterwegs bist. Der letzte tragische Fall von „Dead on site“ war 2009. Seitdem wurden keine dummen Touristen mehr zum Waran-Happen. Erstaunlich ist es dagegen, dass nicht mehr Nachrichten wie „24 Touristen auf Ausflugsboot ertrunken“ kommen.

der Schlafsaal des Luxusdampfers

Der „Schlafsaal“ des Luxusdampfers

Denn auf einem Boot, auf dem eigentlich nur maximal 20 Passagiere sein sollten, waren wir zu 24 und fünf Crew-Mitglieder, was angesichts der Größe des Kahns definitiv zu viel war und sich in der Anzahl von 15 Rettungswesten widerspiegelte. Das Rettungskanu wurde lediglich dafür benutzt, um die Kiste mit FlipFlops und die mit den Kameras an Land zu bringen. Der Rest – also die Passagiere – betrat festen Boden unter den Füßen immer erst einmal mit einem beherzten Sprung ins kristallklare Wasser.

hier sieht der Kahn sogar fast seetauglich aus...

hier sieht der Kahn sogar fast seetauglich aus…

Herrlich, nur eben eine sehr salzige Angelegenheit, wenn es keine Dusche an Bord gibt. Der Rückweg an Bord sollte eigentlich auch einfach sein. Einfach zur Leiter schwimmen und rauf aufs Boot. Wenn allerdings doch mal jemand das – recht eklige – Bordklo benutzt, musst Du eben an Land warten bis die kleinen braunen Dinger an Dir vorbeitreiben und dann erst losschwimmen. Gegessen wurde am Boden und am zweiten Abend auch gar nicht mal so viel. Die meisten starrten mit ziemlich weißen Gesichtern über ihren Tellerrand hinweg ins Leere. Der Seegang war sehr heftig und auch ich schaute gerne dorthin, wo der Horizont sein könnte. Ab und zu allerdings wanderte der Blick doch zum wunderschön fluoriszierenden Plankton, das vom Bug wegspritzte und zu den Sternen inklusive Kreuz des Südens.

Wahrscheinlich war es auch dieses Kreuz, das uns 18 Stunden über Nacht durch die Wellen führte – ich bezweifle, dass wir GPS oder Radar hatten. Immerhin erreichten wir diverse Inseln und Schnorchelgründe bevor wir uns dann auf die Suche nach den Komodo-Waranen begaben. Sehen schon z. T. furchterregend aus mit ihren gespaltenen Zungen und den großen Krallen. Zudem sind sie bis zu 20 km/h schnell.

Komodo-Waran

Du sprichst mit gespaltener Zunge, Gringo

Aber sie sind in der Paarungszeit und da essen sie nichts. Also war selbst von dem Viech neben den Klos keine große Gefahr zu erwarten. Denn die Ranger begleiteten einen vorher überall hin mit ihren großen Stöcken, nur nicht zum Klo… Die größte Gefahr droht der eigenen Brut: Das muss man sich mal vorstellen: Erst die ganze Zeit Sex und nichts essen – und später, wenn die Kinder geschlüpft sind, fressen die Eltern die eigenen Jungen auf. Das macht keinen großen Sinn im Sinne der Sicherung des eigenen Überlebens.

Und hier liegen Lombok, Komodo und Flores.

Indonesien – ein Schwellenland strebt nach Luxus

So, nach ein paar Tagen Auszeit vom Weltenbummeln, melde ich mich zurück. In den beiden Freunde- und Familienwochen in Jakarta und auf Bali war ich Lehrer, Babysitter, Fußballer und Schwerstarbeiter in Sachen Alkohol. Viel getrunken, auch wenn sie hier komische Happy Hours haben – 1 für 1 hatte ich bislang so noch nicht gesehen.

seltsame Happy Hour

normalerweise heißt’s doch 2 for 1 … ?

Bei meinem „Unterricht“ ging’s in der Hauptsache um Myanmar, da die Schüler ein paar Tage vorher Projekttag zu diesem Land gehabt hatten. Allerdings waren sie da nicht viel weiter gekommen, als die Flagge auszumalen. Bei mir haben sie dazu noch ein paar Bilder von Essbarem auf dem Markt und von unterschiedlichen Aborten bekommen. Das Ziel war eigentlich, den indonesischen Wohlstandsprösslingen auf deutsch zu erzählen, wie es in einer Welt fernab der großen Malls, Air Condition und Facebook aussieht.

Malls sind das große Hobby der Menschen in Jakarta und drumherum. Ständig schießen größere, schönere, glitzerndere und doppeltürmige neue Malls aus dem Boden. Dafür müssen dann lang etablierte Kampungs (dörfliche Einheiten in der Stadt) und lang bestehende Etablissements wie die Kneipen mit den vielen freundlichen Mädchen im Block M weichen. Sehr schade, denn somit weichen auch die kleinen Schmuddelkneipen den Sky-Bars der Malls.

Davon ist man auf Bali noch etwas weiter entfernt, auch wenn sich hier ebenfalls an allen Ecken und Enden der Luxus breit macht.

Sonnenschirme in Rock Bar

Sonnenschutz gegen den Sonnenuntergang

 In den Fels gehauene Sunset-Bars, in denen man für den Aufzug Schlange stehen muss und zum Schutz vor der noch nicht untergegangenen Sonne Regenschirme gereicht bekommt sowie Restaurants, in denen auf dem Herrenklo Einmalrasierer samt Rasierschaum ausliegen – das ist das neue Bali. Als Gegenpart gibt’s natürlich noch kleine Warungs (Imbisse) und Surfer-Strandbars, in denen die 70-jährigen Omis die knackigen Surferbodys massieren und dabei mit ihren vier falschen Zähnen lächelnd noch ein Paar T-Shirts an den Mann bringen.

Aber allgemein hinterlässt der Reichtum der Gäste seltsame Spuren. Beim Handeln steigen sie manchmal mit astronomischen Preisen ein wie z. B. der Taxifahrer der für eine Fahrt von unter 600m Wegstrecke gleich mal 10 US$ haben wollte – und das, wo man tatsächlich schon für 4US$ von Bali nach Lombok 4,5 Stunden mit der Fähre fahre kann. Man kann natürlich auch für 30 US$ mit dem Touri-Schnellboot fahren, aber das macht nicht so viel Spaß wie die Einheimischen-Fähre

Mal schauen, was sich in den nächsten Tagen so ergibt, wenn ich wieder fernab der modernen Kommunikation weile. Ich gehe mit ca. 15 anderen Leuten auf ein kleines Boot, wo man tagsüber schnorchelt und nachts an Deck auf spartanischen Matten schläft. Ziel des Ganzen ist es, nach Flores zu gelangen und dabei zwischenzeitlich auf Komodo nicht von den Waranen gefressen zu werden.

Der Süden Myanmars – mit allen Wassern gewaschen

… in der Hauptsache mit dem Wasser des Monsuns. Er scheint angekommen zu sein… Nach 18 Stunden on the road im Nachtbus und dem gleich anschließenden Morgenbus begrüßte mich Mawlamyaing recht wolkenverhangen. Nicht nur der Name der Stadt ist etwas schwierig, auch die Stadt bereitet selbst einem Backpacker Schwierigkeiten. Nur wenig touristische Infrastruktur, keine Sonne (o.k. hier ist mal die Schattenseite der Regenzeit gewesen) und vor allem nicht wie in den Reiseführern beschrieben ein Anleger für eine wunderschöne Fahrt per Boot nach Hpa-An. Die Boote verkehren seit letztem Jahr nicht mehr…

Also doch nach nur einem halben Tag dort – was angesichts der runtergekommenen ehemals wohl schönen Kolonialstadt auch genug ist – zurück zum Busbahnhof. Dort kann man sich wenigstens weiterbilden.

Obamas Ende (der Amtszeit)

Hellsehen in Myanmar

Die Palette der dort angebotenen DVDs reicht von Skyfall inkl. weiteren fünf James-Bond-Filmen, über Best-of-Angelina-Jolie-Collection bis hin zu Cannibals Holocaust und einem Ausblick, was Barack Obama am Ende seiner Amtszeit 2016 so alles erreicht hat – alles für nur 50 Cent.

Also mit dem Einheimischen-Bus für 0,80 Euro nach Hpa-An, was mich ebenfalls mit kräftigen Güssen aus allen Kübeln empfing. Wahrscheinlich sollten die Regenfälle den Bus durch die offen Tür fluten, damit der alte stinkende Fisch im Businneren wieder zu neuem Leben erwacht – was generell dem Fisch auf den Märkten im Binnenland gut tun würde. Auch hier sieht man auf den Märkten einiges, was selbst eingefleischte Fisch- und Fleischesser wie mich zu temporären Vegetariern macht. Wobei – dann probiert man die vegetarischen Leckereien in den vielen kleinen Töpfchen, die zu einem birmanischen Curry gereicht werden und schwupps sehnt man sich nach einem ordentlichen Stück Fleisch, dem man von Anfang ansieht, wie es schmecken sollte.

Myanmar Tapas

jede Menge gute Töpfchen

Hpa-An ist ebenfalls ein äußerst verschlafenes Nest, wo einem abends aufgrund mangelnden Entertainments schnell mal die Augen zufallen. Aber immer noch besser einem fallen die Augen zu, als dass einem das Ganze Gesicht abfällt.

Gesichtsloser Buddha

Göttlicher Gesichtsverlust

Wahrscheinlich konnte dieser Buddha einfach nicht mehr länger mit ansehen, wie sich manche Amerikaner – wie der mit dem ich die Höhlentour rund um Hpa-An gemacht habe – in heiligen Stätten benehmen. O.k., es war durch Algen und Regen schon sehr glitschig, barfuß in den Höhlen zu wandeln, aber deswegen sollte nicht jedes dritte Wort Sh… oder F*** sein. Und man muss als eigentlich gebildet-sein-sollender 60-jähriger Geografie-Lehrer auch nicht das Echo in den Höhlen austesten oder den Mönchen während ihres Gebets Fragen stellen… Andere Länder… andere Sitten!

Was für ein eleganter Übergang zu einer neuen Seite in diesem Blog! Was ich schon vor einiger Zeit mal angefangen hatte, habe ich jetzt wachgeküsst. Die Seite soll einen augenzwinkernden Blick auf die kleinen Marotten, Gewohnheiten und Besonderheiten eines Landes bzw. seiner Bewohner werfen. Und es werden hoffentlich noch viele Länder folgen.

Aber zurück in den Süden Myanmars. Von Hpa-An ging die Reise noch zum Golden Rock. Eine Besonderheit des Buswesens lernte ich hier kennen: Die Fahrt mit dem Bus nach Yangon kostet nur umgerechnet vier Euro. Steigt man in der Hälfte des Wegs nach 3,5 Stunden aus, bedeutet das aber nicht, dass man auch die Hälfte zahlt. Schließlich ist es ja der Bus nach Yangon – und der kostet nun mal vier Euro?!? Genau die Hälfte davon kostet es, über eine Rampe in einen der Pilger-Lastwagen zu klettern und zum – angeblich von einem Haar Buddhas in seiner doch recht luftigen Position gehaltenen – goldenen Felsen hoch zu fahren. Ein Erlebnis der besonderen Art. Alle – egal ob gut zu Fuß oder schon gebrechlich – steigen über die Brüstung auf die Ladefläche eines Kleinlasters. Wenn keine Waren mitgenommen werden, wird gewartet, bis 42 Leute reingepfercht sind.

Pilgerlaster am Golden Rock

vollbeladen zum Goldenen Felsen

Wenn Waren mitgenommen werden, bleiben maximal zehn Leute draußen, obwohl drei Sitzbankreihen fehlen. Sitzbank ist etwas übertrieben. Es ist ungefähr die Breite eines Schulturn-Schwebebalkens, nur ohne Polsterung. Dann geht die Fahrt rasant und steil los und entgegen meiner Befürchtung aufgrund meiner Busreiseerfahrungen musste sich trotz rasanter Fahrt und heftigen Steigungen und Windungen niemand übergeben. Das wäre ein Heidenspaß geworden. Mein Gesicht war ca. 10 cm vom Hinterkopf meines Vordermanns entfernt, während das Gemächt meines Hintermannes auf wenige Zentimeter an meinen Hintern rankam. Festhalten gibt’s nicht. Man muss alles mit dem Körper ausgleichen – ein fahrender Pilates-Kurs, der mir noch Tage danach einen respektablen Muskelkater in Bauch und Rücken einbrachte. Der Felsen bzw. natürlich eine Pagode auf selbigem ist das dritte große Heiligtum des Landes und verschwindet gerne mal in sekundenschnelle im Nebel. Wahrscheinlich, damit es das Gemetzel der „Ninja Assasin“-DVD im Restaurant neben der Abfahrtsstelle des Pilgerlasters anschauen musste. Ich habe in meinem Leben noch keinen Film mit so vielen Getöteten gesehen. Den Kindern schien das Blutspritzen neben dem Heiligtum aber gefallen zu haben. Im Achterbahnlaster nach unten schlummerten sie selig.

Mawlamyaing liegt am Meer, Hpa-An am Rande der Berge und Kinpun bei Kyaikhto im Niemandsland dazwischen.

Der Inle-See – warum machen es sich die Einbeinruderer eigentlich so schwer?

Sie könnten es so einfach haben: Hinrudern, warten, Netz auswerfen, Beute einsacken. Einbeinruderer am Inle-SeeAber so haben sie das Ruder unter der Achsel und in der Kniekehle eingeklemmt und staksen etwas hüftsteif durchs Wasser – damit sie mit der freien Hand vernünftig das Netz auswerfen können. Mit einem zweiten Ruderer oder eben mit ein bisschen treiben lassen funktioniert’s ja auch. Aber es gehört wahrscheinlich zur Region bzw. zu den pittoresken Postkartenmotiven, die für die wild knipsenden Touristen ja auch nachvollziehbar sein müssen.

Touris lernen auf der Butter-Bootsfahrt dann auch, wie aufwändig manch anderes Handwerk am See ist. Wie beispielsweise die Weberinnen, die sehr lange an einem Longyi sitzen – sei er aus Seide oder auch Lotus, was dann sieben Mal teurer ist. Kein Wunder, wenn man sieht, wie die dünnen Fäden erst einmal aus dem Pflanzenstengel geholt werden und dann weiter gesponnen werden, um letztlich auch gefärbt in einem der Webstühle zu landen.

Lotusfaden ziehen ist mühsame Kleinstarbeit

Lotusfaden ziehen ist mühsame Kleinstarbeit

höchste Kunst an altem Gerät

höchste Kunst an altem Gerät

Ebenfalls rein Pflanzliches verarbeiten die Zigarren-Rollerinnen.

weil die Zigarren so schön altmodisch gerollt werden, mal ein Schwarz-Weiß-Foto

weil die Zigarren so schön altmodisch gerollt werden, mal ein Schwarz-Weiß-Foto

Die grünen Zigarren und Zigarillos sieht man überall im täglichen Leben auf der Vespa, im Bus, im Restaurant oder sogar im Mundwinkel des einen oder anderen Mönches im Kloster. Mit lustigen Gewürzen wie Sternanis oder einfach nur mit Tamarindensaft, Palmzucker und Honig. Tabak ist natürlich auch drin. Und in der „Fabrik“ habe ich die spektakulärste Sprinkleranlage aller Zeiten gesehen. Dieses Foto ist ganz speziell einem Düsseldorfer Brandschutzbeauftragten einer großen Liechtensteiner Firma gewidmet: Nehmt’s nicht so genau – das Leben kann so einfach sein…

Sprinkleranlage in Zigarrenfabrik

da darf wirklich nicht viel mehr brennen als die Zigarre….

Pflanzlich wurde es dann auch wieder schnell in den schwimmenden Gärten, in denen sie mitten im See Tomaten anbauen, mit denen sie anscheinend ganz Myanmar versorgen. Lustig, wenn man einen Mann in einem Boot mitten auf einem See sieht, der die Tomaten mit einem Gardena-Schlauch wässert.

Seegärtner

Gemüsebeete wässern auf dem Wasser

Natürlich gibt’s auch hier Pagoden. Eine besondere mit fünf kleinen Buddha-Figürchen, die allerdings vom vielen Blattgold so entstellt sind, dass sie eher aussehen wie ein paar goldene Auberginen und Avocados. Die sehen einmal im Jahr auch das Tageslicht und werden in einer Festparade über den See geschippert. Nachdem das Boot aber mal gekentert ist und nur vier geborgen werden konnten, muss die fünfte bei jetzigen Prozessionen daheim bleiben. Die war nämlich wie durch ein Wunder ein paar Tage später doch wieder „aufgetaucht“. Ein Schelm, der denkt, es wäre nur eine mit Blattgold beklebte Aubergine…

Das sollten sie auch besser mit den Weintrauben machen. Stattdessen machen sie daraus im einzigen Weingut Myanmars Weiß-, Rosé- und Rotwein. Aber die Öffnung des Landes kam zu spät für meinen Gaumen. Die guten Winzer hatten das Land anscheinend noch nicht erreicht. Und so waren lediglich der Syrah und der Cabernet Sauvignon halbwegs trinkbar – was allerdings auch daran gelegen haben könnte, dass sie in der zweiten Verkostungsrunde kamen und wir alte Banausen, den Wein natürlich nicht ausgespuckt hatten. Was zum Teil aber durchaus angebracht gewesen wäre…

Spucken wäre wahrscheinlich auch bei diesem BBQ-Snack auf dem Markt angebracht gewesen. Aber da hat wahrscheinlich mein Kopf, dem Hühnerkopf einen temporären Magenaufenthalt erspart.

BBQ Hühnerkopf

Kopflos am Grill

Hier liegt Nyaungshwe am Inle-See.

Auf Schusters Rappen zum Inle-See

Nachdem wir auch die Dritte im Bunde überzeugt hatten, dass sie doch mehr als nur die Wanderung um Kalaw machen sollte, zogen wir als schottisch-spanisch-deutsches Dreigestirn mit James los in Richtung Inle-See. Durch Reisterrassen, über sehr matschige rote Erde, auf Bahngleisen und immer rechtzeitig vor dem großen Regen im trockenen Übernachtungsplatz.

Luxusherberge in den Bergen von Kalaw

Luxusherberge in den Bergen von Kalaw

Das war in der ersten Nacht der Fußboden einer Familie und in der zweiten Nacht der Fußboden einer Herberge, in der man abends eine Menge nette Leute und Millionen von großflügeligen Insekten traf.

Vorher gab’s aber einige Impressionen auf einem wuseligen Markt der besonderen Art – in einem Bahnhof bzw. einem Bahnsteig, denn größer war der Bahnhof nicht.

der Zug wird randvoll mit Blumenkohl gemacht

der Zug wird randvoll mit Blumenkohl gemacht

In einem Dörfchen, das getrost als Epizentrum des Blumenkohlanbaus gezählt werden kann, steigt auf dem Bahnsteig die große Verkaufssause. Alle Blumenkohlköpfe, die herangeschafft werden können, müssen irgendwie in dem Zug gen Süden des Landes verstaut werden. Nach einem nicht zu durchschauenden Muster werden alle Passagiere zu Zwischenhändlern und verkaufen die dann in allen Gängen gestapelten und unter allen Sitzbänken verstauten Blumenkohlmassen am Ende ihrer Reise mit fast 100% Marge ( = 40 Cent Gewinn pro drei Blumenkohlköpfen) an Händler in der Gegend von Yangon.

Unterwegs trifft man dann weiterhin fröhliche einheimische Kinder, Ochsenkarren, Wasserbüffel-Jockeys und gelegentlich auch Schlangen und Skorpione – allerdings von fleißigen Vorwanderern schon dahingerafft. Das nenne ich mal Service am Touristen…

Der Schumi von Manmar

Der Schumi von Manmar

Die birmanische Version vom Baby-Björn

Die birmanische Version vom Baby-Björn

Büffel-Jockey

Büffel-Jockey

vielfüßiger, aber kopfloser Skorpion

vielfüßiger, aber kopfloser Skorpion